Peter Sonntag und „Final Virus”: Hommage an die Heimatstadt

Von: Dirk Müller
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Nutzten das „Heimspiel” zu einer eindrucksvollen Demonstration ihres musikalischen Könnens: Peter Sonntag (Mitte) und seine Band „Final Virus”. Foto: D. Müller

Stolberg. „Es ist schön, wieder zu Hause sein und heute hier für Euch zu spielen”, begrüßte Peter Sonntag das große Publikum in der Musikkneipe „Piano”. Der Extrembassist und nach eigener Aussage „weltweit bekennende Stolberger” kam mit seiner Band „Final Virus” in die Altstadt, um Titel der 1960er und 1970er Jahre in unnachahmlicher Weise in die Gegenwart zu projizieren.

Aus dem psychedelischen Klanggeflecht des atmosphärisch experimentellen Beginns des Konzerts erwuchs eindrucksvoll die „Magical Mystery Tour” der „Beatles”, die nahtlos in „Pink Floyds” Song „Money” überging. So verwundert es nicht, dass der Funken rasch übersprang bei Sonntags Auftritt in seiner Heimatstadt.

Schon waren die Gäste im überfüllten „Piano” begeistert, da ihnen die musikalische Marschrichtung des Abends gewahr wurde: „Final Virus” zelebriert Universalmusik. Mit kunstvollen instrumentalen Interpretationen bricht die Formation kraftvoll die Grenzen zwischen E- und U-Musik auf, verwebt harmonisch verschiedene Stilrichtungen, führt in innovativen und komplexen Kreationen zum Ursprung und zum wahren Wesen der Musik. Stücke wie „I am the Walrus” oder Stevie Wonders „Superstition” wurden durch Sonntags virtuosen Bass und Markus Plums großartigen Einsatz von Posaune oder Trompete mehr als nur zu neuem Leben erweckt.

Sie blühten in ungeahnter Schönheit und Größe auf und erreichten Klangdimensionen jenseits musikalischen Schubladendenkens. Gitarristin Reno Schnell verlieh mit ihrem präzisen wie leidenschaftlichen Spiel dem „The Who”-Klassiker „Behind blue Eyes” hohe Emotionalität, ließ die synthetische „Limp Bizkit”-Version vergessen und setzte sich mit grandiosen Soli in Szene.

Gästen bleibt die Luft weg

Dies gelang auch Max Sonntag, der zum Beispiel im druckvollen, dynamischen „Mission Impossible” seinen Bandkollegen eine längere Pause gönnte. Er bearbeitete Bass- und Snaredrum, Toms, Becken und Hi-Hat derart, dass den Gästen im „Piano” buchstäblich die Luft wegblieb.

Ob „A Day in the Life”, „Cocaine” oder „Pinball Wizard” - die jüngeren Zuhörer genossen zeitlose Musik in modernem Gewand, die älteren bekamen „ihre Songs” in Form der „Final Virus”-Interpretationen neu geschenkt.

Und diese Geschenke nahm das Publikum bereitwillig an: Der Mangel an Platz und Atemluft im Saal tat der ausgelassenen Stimmung während des knapp zweistündigen Konzerts keinen Abbruch, und die Kupferstadt feierte ihre Musiker.

„Stolberg hat wirklich etwas Besonderes”, kommentierte Peter Sonntag sehr angetan nicht etwa die Leistung der vier Stolberger Ausnahmemusiker auf der Bühne, sondern das enthusiastische Publikum, das einen großen Teil zu dem berauschenden Abend beitrug. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass es nicht unbedingt einer großen Bühne und eines großen Publikums bedarf, um einen wahrlich großartigen Auftritt zu präsentieren.

Joshua Carson am 22. Oktober in Stolberg

Die Konzertreihe im „Piano”, Burgstraße 26, wird am Samstag, 22. Oktober, fortgesetzt.

Ab 21 Uhr spielt dann der Singer und Songwriter Joshua Carson, der schon im Vorprogramm von Heinz Rudolf Kunze ein großes Publikum begeisterte und als einer der besten „Solo Acts” Deutschlands gehandelt wird.

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