Peter-Sonntag-Quartett begeistert mit neuem Konzept

Von: Dirk Müller
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Quartett
Reno Schnell und „High Voltage Overhead“ versetzten das Publikum im „Piano“ in einen musikalischen Rausch der Extraklasse.  Foto: D. Müller

Stolberg. Die „Final Virus“-Musiker haben ein bewegtes Jahr vor sich. Mit "Jazz in a Box" gründet das Peter-Sonntag-Quartett eine neue Veranstaltungsreihe aus monatlichen Konzerten in der Region. Auch international haben die Stolberger Musiker 2014 Großes geplant.

Wenn vom 23. Bis zum 26. Januar die weltgrößte Musikmesse „Namm Show“ im Kalifornischen Los Angeles stattfindet, sind auch zwei Kupferstädter Instrumentalisten mit von der Partie: Bass-Ikone Peter Sonntag und Ausnahmegitarristin Reno Schnell sind in die USA eingeladen, um bei der „Namm Show“ zu spielen und das internationale Publikum mit ihren außerordentlichen Fähigkeiten zu begeistern. „Es ist schon eine besondere Ehre für uns“, sagt Peter Sonntag, doch bei dieser Ehre wird es in 2014 nicht bleiben, denn die „Final Virus“-Musiker, zu denen auch Markus Plum (Posaune, Keyboard, Trompete) und Max Sonntag (Schlagzeug) zählen, haben ein bewegtes Jahr vor sich.„ “

Unter anderem steht eine DVD-Veröffentlichung an, und mit „Jazz in a Box“ wird das Peter-Sonntag-Quartett eine neue Veranstaltungsreihe aus monatlichen Konzerten in der Region gründen. Ebenfalls geplant ist, bei einem Festival in der Mongolei zu konzertieren, bei dem rund eine Million Gäste erwartet werden. Dieser Auftritt soll mit einer China-Tournee in Verbindung stehen. Der klangvolle Start ins Jahr erfolgte für die vier Stolberger Musiker allerdings in ihrer Heimat. In der Altstadtkneipe „Piano“ präsentierte das Ensemble sich erstmals unter dem neuen Namen „Reno Schnell featuring High Voltage Overhead“ und damit auch mit einem neuen Konzept.

Die neue Bezeichnung dient einerseits dazu, sich von den Jazz-Projekten des Peter-Sonntag-Quartetts abzugrenzen, und stellt andererseits die Gitarristin in den Vordergrund. Reno Schnell genießt bei „High Voltage Overhead“ große Freiheiten, kann sich instrumental voll entfalten, was jedoch nicht bedeutet, dass die übrigen Musiker lediglich im Hintergrund agieren: Peter Sonntag, Markus Plum und Max Sonntag setzen sich immer wieder brillant solistisch in Szene – so auch im „Piano“, wo die Band vor vollem Haus ihr „Heimspiel“ gab. „Wir tanken hier die Stolberger Energie, nehmen sie mit nach L.A. und zeigen den Amis, was Sache ist“, nahm Peter Sonntag vorweg, und eben jene „Sache“ sollte in der Folge das Kupferstädter Publikum restlos begeistern.

Reno Schnell und „High Voltage Overhead“ statuierten gleich mit dem zweiten Stück ein musikalisches Exempel, das Seinesgleichen sucht: Nach einem ungemein kunstvollen wie atmosphärischen Intro bewies die Band, dass man auch in der Musik das Rad vielleicht nicht neu erfinden kann, die Art und Weise, wie es läuft, aber schon. Bei dem „The Doors“-Klassiker „Riders on the Storm“ machten die Musiker das scheinbar Unmögliche mit spielerischer Leidenschaft möglich und präsentierten eine unvergleichliche Interpretation. Die Band ließ den Song im besten Wortsinn leben, so dass die ursprüngliche Komposition sich weiterentwickeln konnte.

Mit Respekt vor dem Original bewahrte das Quartett die Quintessenz des Songs, schrieb aber zugleich das Werk großartig fort, komplettierte es live zu einem hoch komplexen Kunstgefüge, das die Zuhörer regelrecht in Trance versetzte und ihre Seelen berührte. Der musikalische Rausch war noch nicht verebbt, als die Band mit „A Day in a Life“ denn nächsten Sturm der Begeisterung entfachte. Vom ersten Ton an vereinte Reno Schnell Emotion und Energie in der „Beatles“-Ballade, in die das Quartett tatsächlich einen fulminanten Hardrock-Teil einfließen ließ – mit einer Harmonie, wie sie wohl nur diese begnadete Formation zu zelebrieren vermag.

Gut zwei Stunden lang ohne Unterbrechung versetzten die Musiker die dicht gedrängt stehenden Gäste im „Piano“ in Ekstase. Ihre Interpretation von Frank Zappas „Bamboozled by Love“ brachte unwiderstehlich kraftvollen Rock mit Elementen von Jazz und Swing, Funk sowie Blues zueinander und ließ den „High Voltage Overhead“-Anspruch von Universalmusik eindrucksvoll Wirklichkeit werden.

Das keltische Lied „Toss the Feathers“ spielte Reno Schnell federleicht in atemberaubendem Tempo mit höchster Präzision und zugleich voller Gefühl. Den „Perfect Day“ des Altmeisters Lou Reed arrangierte die Band so, wie es „The Velvet Underground“ intonieren würde – wenn er diese vier Ausnahmemusiker zur Verfügung hätte.

Bis zur letzten Zugabe feierte das Publikum frenetisch seine Helden, die auch mit neuem Konzept ein weiteres Mal für ein unvergessliches Konzerterlebnis in der Altstadt sorgten.

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