Stolberg - Peltzer-Werke: Neuer Vertrag bremst die Juristen aus

Peltzer-Werke: Neuer Vertrag bremst die Juristen aus

Von: -jül-
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Betriebsrat und Geschäftsführung stellen mit neuer Vereinbarung „Weichen für die Zukunft“: Auf rund 35.000m² Betriebsgelände an der Prattelsackstraße fertigen die Peltzer-Werke Gehäuse, Formteile sowie Schränke.

Stolberg. Die gerichtliche Auseinandersetzung ist offensichtlich vermieden. Es gibt eine neue Lage bei der „ Werke – Form & Präzision in Metall GmbH“. Ende vergangener Woche schlossen der Betriebsrat und die Geschäftsführung eine neue Betriebsvereinbarung, die das Vertragswerk vom 4. November ablöst.

„Wir haben eine Lösung gefunden, die für alle Seiten vertretbar ist“, erklärte Geschäftsführer Hans-Josef Mertes auf Anfrage. Demnach wurde eine geteilte Lohn- und Gehaltszahlung für die Monate Januar bis März vereinbart. Zu Beginn und zur Mitte des Monats sollen die Zahlungen erfolgen, erklärte der mittlerweile aus dem Urlaub an die Prattelsackstraße zurückgekehrte Betriebsratsvorsitzende Sven Steffens.

„Das haben wir bereits über zwei Jahre so praktiziert“, erklärte Steffens. Es habe eine Lösung gefunden werden müssen, die die Betriebskonten entlaste, „denn wir wollen bei den Peltzer-Werken die Weichen für die Zukunft stellen“.

Voraussetzung für die Betriebsvereinbarung sei das Auszahlen der ausstehenden Dezember-Zahlungen gewesen. Die Überweisungen seien am Freitag angewiesen worden. „Intensive und konstruktive Gespräche“ hätten Betriebsrat und Geschäftsführung in den vergangenen Tagen geführt. Die neue Regelung der Lohn- und Gehaltszahlungen sichere die Zukunft des Unternehmens. Im März werde neu verhandelt, so Steffens.

Dazu seien in auch intensive Gespräche mit den rund 80 Beschäftigten geführt worden. Steffens machte in der Belegschaft eine Zustimmung von rund 90 Prozent zu der Neuregelung aus. Es liege „eine durchgängige Einigung und Bereitschaft zur Erreichung der angestrebten Ziele vor“, sagt der Betriebsratsvorsitzende. „Von einer angespannten Situation oder gar unter Druck setzen, wie in der Vergangenheit berichtet, kann keine Rede sein.“

Optimistisch blickt auch Hans-Josef Mertes in die Zukunft. „Wir wollen aus den negativen Schlagzeilen heraus. Wir sind positiv eingestellt und die Lage ist positiv.“ Ausreichend Aufträge lägen vor, um das Unternehmen über die nächsten fünf Monate auszulasten. Darüber hinaus bestünden Rahmenverträge, laut denen die Kunden – in erster Linie Verkehrstechnologie, Elektroindustrie und Hochtechnologie – kurzfristig Produkte abrufen könnten. Im Dezember sei außerdem das Audit des TÜV Süd verlängert worden.

Völlig überrascht wurde IG Metall von dieser Entwicklung bei den Peltzer-Werken. „Wir wurden über die Gespräche über eine neue Betriebsvereinbarung weder informiert, noch waren wir darin involviert“, erklärte Martin Peters auf Anfrage. „Aber wir missbilligen das entschieden“, sagte der Sekretär der IG Metall. Mit einer solchen Vereinbarung werde der Belegschaft kollektiv wie auch den IGM-Mitgliedern der juristische Weg zu einer regulären Lohnzahlung erschwert.

Mit Verwunderung registriere Peters außerdem die vermeintlich hohe Zustimmung in der Belegschaft zu der Neuregelung, nachdem sie sich vorher in zwei Abstimmungen, die aus Sicht der IG Metall ohne rechtliche Basis erfolgt waren, deutlich für den Klageweg vor dem Aachener Arbeitsgericht ausgesprochen habe. Damit sollte die Betriebsvereinbarung vom November durchgesetzt werden, die eine einheitliche Lohnzahlung zum Monatsende zum Inhalt hatte.

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