Stolberg - Paten gesucht: Ein wenig Zeit wäre schön

Paten gesucht: Ein wenig Zeit wäre schön

Von: Anja Klingbeil
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Ohne Planung und Organisation
Ohne Planung und Organisation geht es nicht: Arnd und Zofia Gottschalk sowie ihre Kinder Helena (v.l.), Eva, Jan, Paul und Inga hoffen, dass sich ein netter Pate findet, der die sechsköpfige Familie unterstützt. Foto: Anja Klingbeil

Stolberg. Manchmal werden Zofia und Arnd Gottschalk auf der Straße oder im Supermarkt angesprochen, wenn sie mit ihren drei kleinen Kinder unterwegs sind. „Oh, mit drei Kindern haben Sie aber viel Arbeit”, reagieren die Menschen oft. Dann, so sagt der 39-Jährige, kann er sich ein Schmunzeln doch nicht verkneifen.

Schließlich sind drei Zwerge nur die Hälfte seiner Familie. Die sieht wie folgt aus: Tochter Susanna ist mit elf Jahren die älteste und besucht das Gymnasium. Es folgen Sohn Jan, 9 Jahre, und Tochter Helena, 7 Jahre. Die kleine Eva ist mittlerweile 18 Monate, die Zwillinge Paul und Inga fünf Monate alt.

Eine echte Rasselbande, mit der es nie langweilig wird. „Es ist wunderschön mit vielen Kindern, besonders mit diesen Kindern”, sagt der Redakteur, der in der Pressestelle der Fachhochschule Aachen arbeitet. Zurzeit ist Arnd Gottschalk in Elternteilzeit, doch diese geht so langsam dem Ende zu. Seine Frau Zofia ist momentan Hausfrau.

Der Tag ist durchgeplant und gut strukturiert. Nur so funktioniert das mit sechs quirligen Mädchen und Jungen. „Trotzdem hat man eigentlich nie genug Hände”, sagt Arnd Gottschalk. Der Gang in den Supermarkt wird schnell zur logistischen Herausforderung. Ein gemeinsamer Ausflug der achtköpfigen Familie geht nur mit zwei Pkw.

Weil der Alltag als Großfamilie zwar schön, aber eben manchmal auch ganz schön kompliziert sein kann, wünschen sich Arnd und Zofia Gottschalk wenigstens für ein paar Stunden in der Woche Unterstützung. Genau an diesem Punkt setzt das Projekt Familienpatenschaften an. Ehrenamtliche Helfer, die ihre Freizeit sinnvoll nutzen möchten, greifen Familien unter die Arme.

Zwei Puzzlestücke

Ein Mal in der Woche kommt der Pate in die Familie, damit sich auch eine echte Bindung entwickeln kann. „Wir bringen diese beiden Puzzlestücke - Familie auf der einen Seite, Pate auf der anderen Seite - zusammen”, sagen die Koordinatorinnen Martina Küpper und Sabine Beckers. Die beiden Sozialarbeiterinnen treffen eine erste Vorauswahl.

Prüfen, ob sich die Wünsche des Paten mit denen der Familie vereinbaren lassen. Denn nicht jeder passt zu jedem - die Chemie muss stimmen. Beim ersten Treffen sind die Koordinatorinnen mit von der Partie. Wird die Patenschaft übernommen, bestimmen Eltern und Paten jeweils individuell, wie die Unterstützung aussehen soll. Zudem gibt es eine sechs- bis achtwöchige Probezeit.

„Ja, was wünschen wir uns von unserem Familienpaten, den wir hoffentlich bald finden? Vielleicht, dass er mal mit den Zwillingen etwas unternimmt oder mit einigen der Kinder spazieren geht”, sagt Arnd Gottschalk. Es gehe nicht darum, sechs Kinder gleichzeitig ganze Tage zu betreuen. Doch schon einige Stunden an einem Tag in der Woche mal auf weniger Kinder Acht geben zu müssen, wäre für die Eltern eine echte Hilfe und böte die Möglichkeit, kurz durchzuatmen.

„Wenn ich jetzt etwa mit Jan zum Zahnarzt muss, nehme ich einen Zwilling mit, damit Arnd nur auf einen aufpassen muss. Ein Familienpate könnte uns in einem solchen Fall ein wenig Zeit verschaffen”, wünscht sich Zofia Gottschalk. Neugierig ist jedenfalls die ganze Familie, ob sie einen passenden Paten findet. Also: Melden Sie sich!

Die Familienpatenschaften sind eine von drei Säulen des Kooperationsprojektes „Familien stützen - Kinder schützen”. Vervollständigt wird das Projekt durch ein im Bethlehem-Gesundheitszentrum eingerichtetes Beratungsangebot und ein Elterntraining des SkF Stolberg.

Familienpaten sind Frauen und Männer, die in ihrer Freizeit eine sinnvolle Tätigkeit suchen und Familien ehrenamtlich bei anstehenden Herausforderungen unterstützen möchten.

Weitere Informationen und Auskünfte geben Martina Küpper, Telefon 02402/ 107-4595, martina.kuepper@bethlehem.de, sowie Sabine Beckers, Telefon 02402/81007, beckers@skm-stolberg.de.

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