Partnerschaft über die Grenzen hinweg

Von: houb
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Die französischen und deutschen Jugendlichen aus den Partnerstädten Stolberg und Faches-Thumesnil verbrachten eine erlebnisreiche Woche, an deren Ende sie sich ein baldiges Wiedersehen wünschten.
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Zum Programm der Jugendbegegnung gehörte natürlich auch ein gemeinsamer Besuch im Industriemuseum Zinkhütter Hof.

Stolberg. Selbst einmal das Konzentrationslager Buchenwald zu betreten und sich vor Ort mit diesem schrecklichen Kapitel der Geschichte auseinanderzusetzen, lässt die Distanz zum Vergangenen schwinden. Der persönliche Besuch der Gedenkstätte weckt Emotionen, die man nicht hat, wenn man über die Ermordung Tausender in der Schule spricht oder sich einen Film zum Thema ansieht.

Diese Erfahrung machten jetzt neun deutsche und 13 französische Jugendliche aus der Stolberger Partnerstadt Faches-Thumesnil, die auf der gemeinsamen Ferienfahrt nach Weimar das KZ Buchenwald und das ehemalige Arbeitslager Mittelbau-Dora besichtigten.

„Den Anstoß, eine Gedenkstätte zu besuchen, gab eine Jugendeinrichtung in unserer Partnerstadt vor gut anderthalb Jahren. Aus dieser Idee entstand in der Projektgruppe der Sozialpädagogen Gérald Augustynen und Karíne Leclercq der Wunsch, gemeinsam mit Jugendlichen aus Stolberg ein ehemaliges KZ zu besichtigen,“ erzählt die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Gisela Kopp.

In Gesprächen mit Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, Sozialpädagogin Petra Morgenstern und Gerd Tilgner von der evangelischen Kirchengemeinde in Stolberg plante das Partnerschaftskomitee die deutsch-französische Begegnung. „Viele Wege entstehen beim Gehen, und wir waren auf einem guten Weg“, resümiert Morgenstern, denn die Besichtigung verlange hohe Professionalität, gute Vorbereitung und eine große Sensibilität der Betreuer.

Neben der Besichtigung des Konzentrationslagers bekamen die Mädchen und Jungen auch eine Vorstellung davon, unter welchen Bedingungen im Arbeitslager Mittelbau-Dora unter Tage Waffen und Flugzeugteile angefertigt wurden. Und so konnten sie empfinden, wie es den Menschen zu Mute gewesen sein muss, die dort unter schwersten Bedingungen unter Zwang zu schuften hatten.

„Der Besuch in Buchenwald war nicht nur körperlich, sondern auch psychisch anstrengend,“ weiß auch Ferdi Gatzweiler zu berichten, der die Gruppe einen Tag lang begleitete.

Thema geht unter die Haut

Das Thema ging unter die Haut, viele Fotos, um das Erlebnis festzuhalten, wurden nicht gemacht. Und manch ein Jugendlicher reagierte sehr emotional. Die 13- bis 17-Jährigen sprachen danach über das, was sie gesehen und erlebt hatten und zogen ihr Fazit. „Die Franzosen waren innerlich nicht so traurig wie die deutschen Jugendlichen und wunderten sich, wie stark diese teilweise reagiert haben“, so Gisela Kopp.

Natürlich sah die Fahrt auch ein Freizeitprogramm vor. Gemeinsam wurde gespielt, ging die Gruppe zum Bowling und veranstaltete am letzten Abend eine Disco. Zudem standen eine Stadtführung in Stolberg zu Beginn der Woche und eine Tour durch Weimar auf dem Programm.

Die Sprache war dabei übrigens keine unüberwindbare Hürde. Viele der Stolberger Jugendlichen konnten sich gut auf Französisch verständigen, oder Dolmetscherin Maryse Depersin half. „Die Jugendbegegnung war eine sehr intensive Zeit mit straffem Programm, aber die Gruppe war sehr gut unterwegs“, stellte Helmut Matheis vom Partnerkomitee zufrieden fest. Die Jugendlichen beider Nationen hatten trotz der intensiven Erlebnisse viel Freude miteinander, und der gesellige Teil kam nicht zu kurz. Auch die Rückmeldungen der Teilnehmer waren sehr positiv.

Auf der Heimfahrt hatten die Jugendlichen die Gelegenheit, ihre Wünsche für die Partnerschaft auf Postkarten zu schreiben. Ein wesentliches Ergebnis: Viele hoffen auf eine Wiederholung der Ferienfahrt.

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