Osttangente: Realisierung soll nun geprüft werden

Von: Jürgen Lange
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Die Realisierung eines ersten Teilabschnitts der Osttangente soll untersucht werden: die Spange um Gressenich sowie zur K6. Dabei soll die neue Trasse der Straße Allmannshof möglichst weit entfernt von Werth gefunden werden. Die gestrichelten Linien zeigen mögliche Verlängerungen.

Stolberg. Am Donnerstag kommt es zu einem ersten Schwur über die Realisierung einer Osttangente, mit der die Ortschaften Werth, Gressenich und Mausbach vom Durchgangsverkehr entlastet werden soll.

Ursprünglich wollte die Verwaltung dem am Donnerstag tagenden Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr die Ergebnisse der Bürgerbeteiligungen vom Oktober letzten Jahres nebst ergänzenden Unterzugungen zunächst zur Kenntnisnahme ans Herz und dann das Projekt erst einmal in die Schubladen zu legen.

Aber „Signale aus der Politik” und „Nachfragen aus der Bürgerschaft”, wie Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt gesteht, haben die Verwaltung überzeugt, nun eine klare Handlungsempfehlung auszusprechen: Erste Schritte zur Realisierung der Osttangente sollen auf Basis der Verkehrsuntersuchung gemacht werden. Die Verwaltung schlägt folgende Bausteine vor, die zunächst näher ins Auge gefasst werden sollen:

Die Ortsumgehung Gressenich / Werth zwischen der K6 (Hastenrather Straße) und der L11 (Römerstraße - wobei die neue Trasse der heutigen Straße „Am Allmannshof” möglichst weit von der Ortslage Werth abgerückt werden soll - sowie zwischen der L11 und L12 (Römer-/Gressenicher Straße).

Variante P5

Mit dieser „P5” genannten Variante folgt Pickhardt dem Vorschlag, den die Gestaltungsmehrheit aus SPD, Grünen, ABS und FDP im Oktober letzten Jahres unterbreitet hatte.

Vor allem aber entspricht sie auch den Vorschlägen des Verkehrsgutachtens, laut dem mit diesem ersten Teilabschnitt die größte Wirkung zur Entlastung der Ortslagen zu erzielen sei. Darauf aufbauend könnten weitere Ausbaustufen auch zu einem späteren Zeitpunkt vorangetrieben werden.

Am Donnerstag will die Verwaltung den Auftrag, die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen prüfen zu dürfen. „Wir müssen überlegen, mit welchen planungsrechtlichen Instrumenten das Projekt festgezurrt werden könnte”, erklärt Pickhardt.

Natürlich geht es um die Finanzierung und deshalb insbesondere um die Frage, ob der Kreis oder das Land als zuständiger Straßenbaulastträger für den Einstieg in das Projekt Osttangente gewonnen und welche Fördertöpfe angezapft werden können.

Damit ist zwar noch nicht der Startschuss für den Bau neuer Trassen gegeben, aber die Basis dafür wird mit den vorbereitenden Untersuchungen gelegt.

Dass die Mehrheit des Ausschusses dem Vorschlag der Verwaltung folgen wird, gilt als sicher. „Das stimmt mit dem überein, was unserer Meinunung nach als erster Schritt gemacht werden soll”, sagt Mehrheitssprecher Dieter Wolf.

„Die Gutachten liegen vor, die Bürger haben ihre Meinung gesagt und jetzt wollen wir die ersten Schritte untersuchen”.

Was sagt Eschweiler?

Der SPD-Fraktionsvorsitzende verweist nicht nur auf topographische Herausforderungen, sondern vor allem auch auf die Prämisse, dass die zukünftige Trasse möglichst weit weg von der Ortslage Werth verlaufen soll. Die Gestaltungsmehrheit würde die neue Straße gerne in der Nähe des Sportplatzes wissen.

Außerdem müsse eine Strategie entwickelt werden, damit die Höhenstraße auf dem Donnerberg von potenziell weiteren Schleichverkehren verschont bleibe, betont Wolf. „Unser Ziel ist es, den Schwerlastverkehr auf der K6 zu halten”.

Denn schließlich sei die Kreisstraße als Verbindungsachse zwischen den Landesstraßen 238 in Stolberg und der L11 in Hastenrath gebaut worden, um die Wohngebiete der Altstadt und des Donnerbergs zu entlasten. Wie die dortigen Verkehrsachsen einmal verkehrsberuhigt gestaltet werden können, soll in einem späteren Schritt untersucht werden.

Einem Prüfauftrag an die Verwaltung, wie ein erster Teilabschnitt der Osttangente realisiert werden kann, ist auch die CDU nicht abgeneigt, wie Paul M. Kirch erklärte.

„Allerdings sehen wir noch Widersprüche in den Ausführungen von Verwaltung und Gutachtern zu den Trassen”, macht der CDU-Sprecher Aufklärungsbedarf geltend - auch für die Frage, in wie weit das Vorhaben mit Eschweiler kommuniziert ist.

„Ein so wichtiges Projekt für die ganze Stadt darf nicht übers Knie gebrochen werden”, sagt Kirch. Sollten sich die offenen Fragen heute klären lassen, könne es aber auch von der CDU grünes Licht für weitere vorbereitende Untersuchungen geben.
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