Optionsvertrag für Bau- und Gartenmarkt an der Mauerstraße unterzeichnet

Von: Jürgen Lange
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Der alte Kamin der Zincoli soll auch dem zukünftigen Bau- und Gartenmarkt als Landmarke dienen: Vorbereitende Untersuchungen zu Altlastensanierung und Bergbau-Historie laufen Foto: J. Lange

Stolberg. Noch in aller Ruhe schwirren die Insekten von Blüte zu Blüte der Schwermetallflora im Schatten des historischen Kamins der früheren Zincoli. Doch in diesen Tagen ist es erst einmal vor bei mit der Ruhe. Dann beginnen im Umfeld dieser Leuchtmarke Bohrungen, um die Hinterlassenschaften der Bergbau-Historie an diesem Standort zu sondieren.

Sie sind die nächsten Markierungspunkte auf dem Weg zur Realisierung eines Großprojektes: Die Entwicklung des geplantes Bau- und Gartenmarktes an der Mauerstraße macht Fortschritte. Als „Züblin-Projekt” war das Vorhaben auf dem städtischen Investorenwettbewerb vor vier Jahren als strahlender Sieger hervorgegangen, und wird mittlerweile von der heutigen Strabag Real Estate weiter entwickelt.

Einige Schwierigkeiten mussten seit dem Wettbewerbs-Gewinn umschifft werden: Fragen zum EU-Wettbewerbsrecht mussten ebenso geklärt werden wie die Herausforderung, ob eine Realisierung mit oder ohne Bauleitverfahren der sinnvollere Weg ist. Fragen, die derzeit beantwortet zu sein scheinen. Aber weitere Herausforderungen sind bis zu einem Baubeginn noch zu bewältigen.

Mittlerweile haben die Stadt als Eigentümerin des 43 Hektar großen Geländes, auf dem einst die Zincoli Zinkstäube produzierte und ein Erweiterungsbau für das Dienstleistungszentrum errichtet werden sollte, sowie als Investor die Strabag Real Estate mit Sitz in Köln Nägel mit Köpfen gemacht.

Nachdem der Stadtrat im Januar grünes Licht gegeben hatte, sind inzwischen die Optionsverträge gezeichnet. In ihnen wird dem Investor das Kaufrecht bis zum für das Areal eingeräumt - zunächst befristet bis zum 30.Juni 2013.

„Das war für uns ein entscheidendes Signal”, sagt Rainer Maria Schäfer. Der Gebietsleiter der Strabag Real Estate verweist auf die weiteren Investitionen in das Projekt, die nun auf Basis eines für den Investor gesicherten Standortes erfolgen.

„Die Ausarbeitung eines Sanierungsplanes für die Industriebrache ist jetzt beauftragt worden”, so Schäfer. Er wird aufzeigen, wie mit der Entschärfung und Beseitigung der geogenen Altlasten vor und in der Bauphase umzugehen ist. Basis dafür ist ein ebenfalls bereits verabschiedeter Sanierungsvertag zwischen der Strabag, der Stadt sowie der Städteregion als zuständige Aufsichtsbehörde.

Der Sanierungsplan soll als dann Anlage in den Sanierungsvertrag aufgenommen werden. Getreu dem Motto, wer sich gut vorbereitet, kann schneller und preiswerter bauen, laufen in dieser Woche die Erkundungen der bergwerklichen Vergangenheit des Standortes an. „Wir wollen uns gegen Eventualitäten absichern”, erklärt Schäfer.

Sogar mittelalterliche Flöze sollen sich auf dem Gelände befinden, von dem selbst Bergbauaktivitäten aus dem 19.Jahrhundert nur rudimentär bekannt sind. Im Vorfeld soll geklärt sein, wie bei der geplanten Bebauung damit umzugehen ist - und natürlich was das kostet. In etwa drei Monaten soll das Gutachten vorliegen.

Bleibt alles im Bereich des erwarteten Rahmens folgt als nächster Schritt die Erarbeitung des Bebauungsplanes für das Ansiedlungsvorhaben. In dessen Rahmen muss auch ein Gutachten zur Abwicklung der Verkehrsströme erarbeitet werden. Bei der Projektskizze im Rahmen des Wettbewerbes zeigten sich die Fachleute im Rathaus von der Idee eines Kreisverkehrs an der Einmündung zur Cockerillstraße begeistert.

Ob das eine finanzierbare Lösung sein wird, muss das Gutachten aufzeigen. „Wir haben erst einmal vorgedacht, um dann das Projekt Schritt für Schritt mit den aktuellen Erkenntnissen anzupacken”, blickt Schäfer optimitisch einer Realisierung entgegen: „Wir haben ein klares Programm.”
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