Offermann-Platz als Einstiegsportal für Radtouristen

Von: -jül-
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Den Offermann-Platz zwischen Zweifaller Straße und der Schart möchte Tourismusdezernent Robert Voigtsberger zu einem Knotenpunkt für den Radtourismus in der Region aufwerten. Das Land würde das Projekt mit 80 Prozent fördern; die Städteregion würde weitere zehn Prozent übernehmen. Foto: J. Lange

Stolberg. Er ist einer der schönsten Plätze Stolbergs. Zumindest einer mit den schönsten und ungewöhnlichsten Ausblicken auf Vicht, Burg und verwinkelten Altstadtgassen. Doch nur wenigen ist der Offermann-Platz ein Begriff.

Kaum jemand weiß, dass er an die Tuchmacher-Tradition erinnert: An die Monschauer Familie Offermann, die sich um 1760 als Tuchfabrikanten am Oberstolberger Markt engagierten, nachdem die Kupfermeister bereits voran gegangen waren. So gründete Matthias von Asten bereits 1719 im Kupferhof Schart den ersten Tuchmacherhof der Kupferstadt und 1725 entstand als Tuchmanufaktur die „Krone“.

Das ist ebenso Geschichte wie das Entstehen dieses Platzes im Rahmen der Altstadtsanierung in den 1980er Jahren und den Versuchen, ihm Leben einzuhauchen. Kino, sowie griechische, chinesische und mexikanische Gastronomie, Bistro und Frühstücks-Café sorgten zeitweise für Fluktuation oder teilweise sogar Außengastronomie. Auch das ist Geschichte.

Mittlerweile logiert ein Gesundheitsstudio in den früheren Restaurant-Räumen. Im alten Bistro spricht heute die Stolberg-Touristik ihre Kunden an, während sie das Kino als Backoffice nutzt. Da fällt schnell „der Blick auf das schmucke, aber wenig genutzte Plätzchen“, schwärmt Robert Voigtsberger: „Das wollen wir aus seiner Versenkung holen“. Als für Tourismus zuständiger Dezernent in der Kupferstadt hat sich der Erste Beigeordnete eine Belebung des Offermann-Platzes auf die Fahne geschrieben.

Den Schlüssel dazu sieht Voigtsberger im regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm des Landes, das von der Städteregion vor Ort mit den Kommunen abgestimmt wird. Sie hat einen Förderantrag mit einem Volumen von 1,979 Millionen Euro gestellt und möchte sich mit einem Eigenanteil von über 250.000 Euro beteiligen, wie Thomas König als Leiter der Regionalentwicklung im Städteregionshaus erklärt. Stolberg kann dreifach profitieren von dem Programm, das den Ausbau des touristischen Radwegenetzes zum Schwerpunkt hat.

Das nördliche Stadtgebiet zählt zum Antrag Nordraum, der in diesem Jahr angepackt wird. 2017 steht der Südraum der Städteregion auch mit dem südlichen Stadtgebiet zur Umsetzung an, gefolgt von einem städteregionalen Mountainbike-Projekt, das den „weißen Fleck“ eines gelenkten Wegenetzes zwischen den Kreisen Düren und Euskirchen sowie Belgien 2018 schließen soll. Bereits am Freitag machen sich Vertreter der Bezirksregierung vor Ort ein Bild für die Projekte der ersten Phase; vor den Sommerferien sollen die Entscheidungen fallen.

Und dabei sieht Robert Voigtsberger den Offermann-Platz sehr gut platziert. Er soll dank seiner guten Lage am Knotenpunkt 91 unterschiedlicher (Rad-)Wanderwege als ein Erlebnisraum inszeniert werden. Dort sollen nicht nur „authentische Geschichte(n) erzählt“ werden, so Voigtsberger weiter, sondern der Platz soll auch mit Infrastruktur wie Infotafeln, Radständern, Sitz- und Spielgelegenheiten aufgewertet werden.

„Wir wollen ein Einstiegsportal schaffen“, erklärt der Tourismusdezernent und beschreibt den Offermann-Platz als Dreh- und Angelpunkt von Ausflügen in die Altstadt, aber auch in das weit verzweigte und gut ausgeschilderte städteregionale Radwandernetz.

Ein gewichtiges Argument dabei ist auch der angrenzende Haltepunkt Altstadt von Bus und Bahn nebst Parkmöglichkeiten. „Anreisende Radtouristen sollen dank guter Infrastruktur hier ihre Touren in die Umgebung gerne starten können“, blickt Voigtsberger optimistisch einer neuen Geschichte des Offermann-Platzes in Oberstolberg entgegen.

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