Stolberg - Ökumenischer Karneval: Wo Martin Luther auf der Bühne steht

Ökumenischer Karneval: Wo Martin Luther auf der Bühne steht

Von: Toni Dörflinger
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Beim Stippeföttche-Tanz hatten auch die Darsteller auf der Bühne ihren Spaß. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Spätestens seit der diesjährigen ökumenischen Karnevalssitzung hat auch die Kupferstadt Stolberg ihre „Heiligen Drei Könige“. So wurden humorvoll von Mölle-Präsident Manfred Eßmajor, die Pfarrer Andreas Hinze und Uwe Loeper (evang.) sowie Hans-Rolf Funken (kath.) bezeichnet, die neben Bernd Stickeler, die Traditionsveranstaltung im ökumenischen Gemeindezentrum an der Frankentalstraße leiteten.

Dort hatte das „Viergestirn“ eine kurzweilige und abwechslungsreiche Veranstaltung organisiert, die von Musik, Showtanz, Büttenreden und den Besuchen von allein vier Tollitäten bestimmt war. Den Anfang hatte die KG Fidele Zunfthäre gemacht, die traditionell die Rolle der Hausgesellschaft wahrnimmt. Sie präsentierte neben ihrem Nachwuchs zu später Stunde auch ihre Tanzgarde.

Der größte und umfangreichste Beitrag kam aus Brand. Neben Bürgerprinz Ralf IV. (Hamacher) gaben auch die Karnevalsgesellschaften Brander Stiere und Erste Große Brand einen Einblick in ihr karnevalistisches Können und Treiben.

Sie begeisterten mit den Auftritten ihrer Tanzgruppen und Mariechen. Zum „Brander Block“ gehörte auch die Büttenrede von Annemarie Mackenstein, die den Besuchern im Saal mit ihrer Reiselust und den Kapriolen ihres Alltags vertraut machte. Dass die Brander Karnevalisten bei der ökumenischen Sitzung in so großer Zahl vertreten sind, ist nicht außergewöhnlich.

Schließlich bildet Brand den vierten Pfarrbezirk von Stolbergs evangelischer Kirchengemeinde, der von Pfarrer Uwe Loeper geleitet wird. Dieser präsentierte sich besonders gut in Form als er gemeinsam mit Pfarrer Axel Neudorf nach Robert-Lembke-Art auf der Bühne ein heiteres Beruferaten eröffnete. Dazu war Neudorf in die Rolle von Martin Luther geschlüpft, der mit seinem Thesenanschlag vor 500 Jahren die Reformation einleitete.

Hinter einer weißen Wand verborgen und schemenhaft von einer Lampe beleuchtet, gab Neudorf als Luther verkleidet Weisheiten und Sprüche zu den Themen Ehe, Sexualität und Musik preis. Das Publikum war begeistert. Ebenso wie bei den anderen kurzweiligen Beiträgen der fünfstündigen Programmfolge geizte es nicht mit kräftigem Applaus.

Dann gaben sich bei der ökumenischen Sitzung die Tollitäten sprichwörtlich die Klinke in die Hand. Denn nach dem Auftritt des Brander Prinzen folgte die Darbietung von Stadtprinz Axel I. (Wirthmüller), der gemeinsam mit seinem Hofstaat ein Medley zum Besten gab. Auf Axel I. folgte schließlich das aus Lutz Neumann und Ines Evertz bestehende Vichter Prinzenpaar, die sich ebenso effektvoll und überzeugend wie ihre Vorgänger präsentierte.

Sie wurden ebenso wie ihre prinzlichen Kollegen für ihre Darbietungen mit katholischen Messwein vom Rhein und evangelischen, aus Italien stammenden Abendmahlswein belohnt. Mit diesen Bezeichnungen wurden jedenfalls die alkoholischen Präsente versehen, die die drei gut gelaunten Pfarrer den vier Tollitäten überreichten.

Aber auch die KG Wenkbülle vom Donnerberg und die KG Mölle aus Unterstolberg sorgten für Stimmung anlässlich der ökumenischen Sitzung. Für die Musik waren Alleinunterhalter Frank Hoffmann, „De Pöngche“ aus Aachen und „De Karamba-Männcher“ zuständig. Sie versorgten das närrisch gestimmte, bunt kostümierte Publikum mit Karnevalshits und Alt-Aachener Melodien. Den Abschluss machte zu später Stunde das „Männerballett 09“, das mit akrobatischen und artistischen Einlagen glänzte.

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