Obdachlose am Kelmesberg feiern SKM-Weihnachtsfest

Von: Dirk Müller
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Polizeihauptkommissar Winfried Heinen (links) und Sozialarbeiter Andreas Dittrich (Mitte) feiern bei dem SKM-Weihnachtsfest mit den Menschen am Kelmesberg. Foto: D. Müller

Stolberg-Büsbach. In kleinen gemütlichen Grüppchen sitzen sie bei einer Weihnachtsfeier zusammen. Es sind Menschen mit Geschichten, die oft traurig sind, Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft leben.

In einem der städtischen Häuser am Kelmesberg, in denen Obdachlose untergebracht sind, essen sie gemeinsam Hähnchenkeulen, Frikadellen, Kartoffelsalat und andere Speisen in der Sozialküche; das Weihnachtsfest des Katholischen Vereins für soziale Dienste in Stolberg (SKM) lässt sie den grauen und häufig perspektivlosen Alltag für einen Abend vergessen.

Mit dabei ist auch eine Kommunalpolitikerin. „Wir kümmern uns gerne um die Menschen hier und haben immer ein offenes Ohr für ihre Probleme“, sagt Gabriele Halili (Die Linke). Die Ratsfrau verweist darauf, dass die Situation der am Kelmesberg lebenden Menschen momentan besonders schwierig sei, denn „derzeit stehen die Obdachlosen quasi in Konkurrenz zu den hier untergebrachten Flüchtlingen“.

Rund die Hälfte der Menschen in den Häusern der Stadt seien zwar Flüchtlinge, aber die unmittelbare Nachbarschaft zu den Obdachlosen funktioniere, beschreibt der zuständige Sozialarbeiter Andreas Dittrich: „Beide Gruppen gehen gut miteinander um. Das gegenseitige Kennenlernen führt dazu, dass man sich toleriert, respektiert und dann sogar auch gegenseitig hilft.“

Dittrich sieht die Gesamtsituation am Kelmesberg ohnehin positiv. „Aus meiner beruflichen Erfahrung heraus sind die Rahmenbedingungen in Stolberg im Vergleich zu anderen Städten sehr gut“, meint der Sozialarbeiter.

„Freund und Helfer“

Die Stadtverwaltung und der SKM seien zudem sehr engagiert, „und auch die Zusammenarbeit mit der Polizei ist hervorragend. Wenn es sein muss, ist die Polizei Ordnungshüter, und wenn es nicht sein muss, ist sie trotzdem Freund und Helfer“.

Zwei Beispiele dafür finden sich auch bei der SKM-Weihnachtsfeier. Die Polizei hat den Weihnachtsbaum beigesteuert, der in den kommenden Tagen noch geschmückt wird, und als heute ziviler Gast ist Polizeihauptkommissar Winfried Heinen mit von der Partie.

Der für Büsbach und Dorff zuständige Bezirksbeamte feiert Weihnachten gemeinsam mit den Obdachlosen. „In Büsbach sind die hier lebenden Menschen akzeptiert“, sagt Heinen, und Dittrich liefert sogar gleich einen passenden Beleg dafür: „Während wir heute sozusagen in Etappen also in verschiedenen Gruppen feiern, sitzen wir am Heiligabend alle gemeinsam an einem Tisch. Das Essen wird dann wie schon seit vielen Jahren von einem Büsbacher Geschäft selbst zubereitet und gespendet.“

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