Nur wo Taxi drauf steht, tickt auch die Uhr

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
5014755.jpg
Taxi oder Mietwagen – der Unterschied liegt im Detail. Einen Taxistand dürfen nur Taxis benutzen, die nach Tarif anhand einer Uhr fahren und am gelben Schild auf dem Dach zu erkennen sind. In Mietwagen wird das Entgelt nach Fahrstrecke vereinbart. Foto: D. Müller

Stolberg. Nicht nur ein Taxi selbst, sondern auch die Situation der personenbefördernden Unternehmen in Stolberg ist einmal mehr in Bewegung. Sucht man mit Smartphone, Tablet-PC, Notebook oder Computer online nach Taxis in der Kupferstadt findet man schnell 18 Rufnummern von 13 Anbietern.

Aktuell sind nur neun Rufnummern, die zu sechs tatsächlich existierenden Firmen gehören. Die „Karteileichen“ im Internet zeugen von der dynamischen Entwicklung im Stolberger Taxi- und Mietwagengewerbe.

Schon im Sommer letzten Jahres verabschiedete sich „City-Taxi Jansen“ von den Straßen der Kupferstadt, und kürzlich stellte mit „Funkmietwagen Koppermann“ ein weiterer vermeintlich etablierter Anbieter den Betrieb ein. Ihm folgte „Taxi-fix“ als neues Unternehmen, so dass es derzeit nur noch drei „echte“ Taxiunternehmen in Stolberg gibt, zwei weitere Firmen bieten ausschließlich Mietwagen an, die nur auf telefonische Order ausrücken und keine Fahrgäste unterwegs, an Taxi-Ständen oder zentralen Plätzen aufnehmen dürfen (siehe Infokasten). Ein anderer Unternehmer, „Mietwagen Eßer“, setzt seine Fahrzeuge nur zur Schülerbeförderung oder für Flughafentransfers ein.

An Karneval wird so manchem Narr die Pappnas‘ festgefroren sein, als er bei winterlichen Temperaturen auf ein Taxi wartete, doch das Problem der Fahrzeugknappheit, das zu Spitzenzeiten auftritt, liege nicht in den Veränderungen in der Taxi-Landschaft, sondern in der Anzahl der Lizenzen begründet, meint Lothar Böttger, Geschäftsführer von „Burg Taxi“: „An Karneval und Silvester zum Beispiel werden einfach mehr Taxis benötigt, da hätten wir dann schon gerne auch mehr Lizenzen zur Verfügung.“

Das Straßenverkehrsamt der Städteregion und die Stadt Stolberg legt die Anzahl der zu vergebenden Taxi-Lizenzen für die Kupferstadt auf 19 fest; ein Unternehmer wartet noch auf die Auslieferung eines Fahrzeugs, so dass derzeit 18 Taxis zur Verfügung stehen, hinzu kommen zehn Mietwagen, die Fahrgäste in Stolberg und Umgebung von A nach B bringen.

An Aachen orientiert

„Die Begrenzung der Anzahl von Taxilizenzen dient dazu, die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen zu gewährleisten und Wildwuchs zu verhindern, der sich sonst auch zu Lasten der Fahrgäste breitmachen würde“, beschreibt Dieter Junger, stellvertretender Leiter der Verwaltungsabteilung des Straßenverkehrsamts der Städteregion.

„Wir müssen als Behörde die Lizenzierung vor allem umsetzen, da ein Bundesgesetz es uns vorschreibt“, verweist er auf das Personenbeförderungsgesetz. Bei der Anzahl der Lizenzen für Stolberg habe man sich an Aachen orientiert, wo der Stadtrat diese auf 120 festlegte. Auf die Kupferstadt heruntergerechnet sind es 19, die laut Junger auch permanent genutzt werden.

„Wir sind immer aktuell informiert, falls Lizenzen nicht genutzt werden, zum Beispiel durch Insolvenz von Unternehmen. Nach Beendigung des Insolvenzverfahrens vergeben wir die Lizenzen zeitnah an andere Bewerber“, erklärt Junger. Momentan stehen die drei bereits vor Ort existierenden Firmen und zwei Neubewerber auf der Warteliste für Taxi-Lizenzen in der Kupferstadt. Abgearbeitet werde diese Warteliste zwei zu eins, von drei freien Lizenzen gehen also zwei an Neubewerber und eine an bereits in Stolberg tätige Unternehmen.

Hinter dem Problem von zu wenigen Taxis an „Kampftagen“ wie Silvester oder Karneval stecke nicht nur die Gesetzeslage und die von Kommune und Behörde vereinbarte Anzahl der vergebenen Lizenzen, sondern auch die Wirtschaftlichkeit für die Taxiunternehmen: „Ob Taxi oder Mietwagen – beides dient der Personenbeförderung und muss daher eine spezielle TÜV-Kontrolle durchlaufen.“

Diese sei mit Kosten verbunden, zu denen die Kosten für die Lizenz addiert werden müssten. „Für die Genehmigung zur Personenbeförderung mit Taxi oder Mietwagen fallen noch einmal 150 Euro pro Fahrzeug an. Diesen Aufwand aufzubringen, um an einigen wenigen Tagen im Jahr ein Fahrzeug mehr auf die Straße zu bringen, lohnt sich für die Firmen kaum“, rechnet Junger vor.

In Stolberg operieren zwei Firmen mit beiden Angebotsvarianten – „Vier Wege“ (1 Taxi / 2 Mietwagen) und „Burg-Taxi“ (8 / 4). Dagegen sind „Yello“ und „Gehring“ ausschließlich mit je zwei Mietwagen am Markt vertreten. „Taxi-fix“ betreibt acht Taxis und sieben Fahrzeuge ausschließlich für den Flughafentransfer.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert