Nur Pokémons statt Drogen gefunden

Von: dim
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Drogen gesucht und Pokémons gefunden: Alles war friedlich am Ehrenmal, als die Polizei es unter die Lupe nahm. Mausbacher Bürger hatten sich über Drogen, Autorennen und Müll beschwert.

Stolberg-Mausbach. Mit großem Aufgebot ist die Polizei Hinweisen von Mausbacher Bürgern nachgegangen und hat am Wochenende mehrfach den Bereich am Kriegerdenkmal an der Süssendeller Straße kontrolliert.

Fünf Streifenwagen mit Beamten aus Wach-, Bezirks- und Verkehrsdienst verzeichneten dabei allerdings nur mäßige „Ausbeute“, denn sie trafen dort zunächst niemanden an. Erst bei wiederholter Kontrolle entdeckten sie am Abend drei Jugendliche, die allerdings keinerlei Grund zu Beanstandungen gaben, denn sie spielten dort lediglich „Pokémon go“ und verhielten sich tadellos.

Von einem Misserfolg wollte Einsatzleiter Harald Küpper dennoch nicht sprechen: „Hinweise von Bürgern sind sehr wichtig für uns, und es ist selbstverständlich, dass wir diesen nachgehen“, sagte der Polizeihauptkommissar. Allein schon mit der Kontrolle am Kriegerdenkmal Präsenz gezeigt zu haben, spreche sich herum.

Leser schilderten die Lage so: „Mehr und mehr zu einem neuen Treffpunkt für junge Erwachsene“ entwickele sich der Parkstreifen am Ehrenmal: „meistens ab dem Spätnachmittag bis in den Abend hinein“. An Samstagen würden sich schon ab mittags die jungen Leute mit bis zu zehn Autos, einige mit Motorrollern und Fahrrädern, einfinden. Anhand der Kennzeichen sei erkennbar, dass die Besucher auch von auswärts kämen. Ein entsprechend vermülltes Bild biete dann nach den Treffen das Ehrenmal.

Insbesondere auffällig seien die dutzenden kleinen Plastiktütchen, die sich auf dem gesamten Parkstreifen wie auch rund um die Sitzbank oben am Denkmal finden lassen: Drogentütchen – übrigens in unmittelbarer Nähe zu dem dort befestigten Mülleimer. Die Kontrollen, so Hauptkommissar Küpper, „bringen aber den Effekt mit sich, dass der ,Klientel‘ bewusst wird: Das Areal ist kein rechtsfreier Raum, und wir haben ein Auge darauf.“

Außerdem soll hier auf der Strecke zum neuen Seniorenheim Süssendell mit getunten Autos zu schnell gefahren werden, begründete Küpper, dass bei dem Einsatz unter den Polizisten Fachleute für aufgemotzte Pkw waren, die die Rechtmäßigkeit der Veränderungen an den Fahrzeugen überprüft hätten, wären solche vor Ort gewesen.

Keine Drogenkonsumenten, keine schnellen Autos, doch enttäuscht seien die Beamten nicht gewesen: „Ganz im Gegenteil: Wenn es immer überall so friedlich wäre wie hier heute Abend, könnten wir alle froh sein.“ Die Polizei werde den Bereich um das Mausbacher Kriegerdenkmal aber weiterhin im Fokus haben. Was auch für andere Orte gilt, denn zwischen den Einsätzen in Mausbach fuhren die Beamten in der Stolberger Stadtmitte den Kaiserplatz und den Offermann-Platz an. Auch dort war alles ruhig.

Zurück in Mausbach gingen den Polizisten dann doch noch zwei „Fische ins Netz“. Auf der Gressenicher Straße überprüften sie einen Pkw-Fahrer, der per Vortest positiv auf Drogen getestet wurde. Auf der Wache entnahm der diensthabende Arzt dem 20-Jährigen eine Blutprobe, Anzeige und Untersagung der Weiterfahrt folgten.

Zuvor war den Beamten auf der Industriestraße ein flotter Rollerfahrer aufgefallen. Der 22-Jährige war deutlich schneller als mit 25 km/h unterwegs, konnte aber lediglich eine Mofa-Prüfbescheinigung vorlegen. Auch ihm wurde die Weiterfahrt untersagt und eine Anzeige gefertigt.

Auch die Stadtverwaltung hat sich mittlerweile des Mausbacher Ehrenmals angenommen und das Umfeld gesäubert.

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