Stolberg - Nur die Natur jubelt am Sportplatz Rotsch

Nur die Natur jubelt am Sportplatz Rotsch

Von: Robert Flader
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Spuren der Vegetation: Am Spor
Spuren der Vegetation: Am Sportplatz Rotsch, der wohl mindestens bis Jahresende nicht mehr benutzt wird, bahnt sich die Natur ihren Weg. Aber auch Vandalismus ist zu „begutachten”. Foto: R. Flader

Stolberg. Das Gras frisst sich von allen Seiten des Spielfeldrandes immer weiter Richtung Mittelkreis vor, galant umkurvt es Absperrgitter und Tore, ohne auch nur ansatzweise aufgehalten werden zu können.

Die Trainerbänke in ihrer ursprünglichen Form existieren nicht mehr, zerbrochen liegen sie in der „Coaching-Zone” zwischen Glasscherben und Unrat. Die Wasserrinnen in der Mitte des Platzes sind deutlich sichtbar. Die Natur hat sich ihren Weg gebahnt, und vermutlich haben auch Randalierer ihren Teil zum tristen Erscheinungsbild beigetragen.

Nein, hier auf der Rotsch ist an Fußballspielen oder sonstige sportliche Aktivitäten nicht zu denken. Und genau deshalb wird der FC Stolberg, der eben an dieser Rotsch beheimatet ist, bis mindestens Ende des Jahres den Spielbetrieb auf Krakau 2 verlegen. Am Trockenen Weiher findet in diesen Tagen bereits das Konrad-Simons-Turnier statt. „Das Grün ist nicht aufzuhalten”, seufzt Vereinsvorsitzender Hans-Josef Siebertz.

Ob auf dem altehrwürdigen Platz am Jordansberg, immerhin schon seit den späten 1950er Jahren in Betrieb, überhaupt noch ein Mal der Ball rollen wird, steht aktuell in den Sternen. Die Sanierungsarbeiten, an manchen Stellen erreicht die Erosion die Tennenschicht, würde einen mittleren fünfstelligen Betrag verschlingen. Der Sportplatz Rotsch in seinem jetzigen Zustand ist aus Vereinssicht nicht für Ballsport geeignet, städtische Mittel für eine umfangreiche Sanierung stehen aber auch nicht bereit oder sind anderweitig eingeplant. Bernhard Frings vom Tiefbauamt sagt gar: „Ein Großteil der Schäden ist auf mangelnde oder falsche Platzpflege zurückzuführen.” Vor Oktober sei mit einer Entscheidung nicht zu rechnen.

Geht es nach dem FC, müsste die Zukunft der Sportstätte ohnehin hinterfragt werden. „Wir wollen nach den Ferien wieder das Gespräch mit Verwaltung und Politik suchen”, spricht Siebertz das Thema neue Sportstätte an. Diese ist aber an zwei Bedingungen geknüpft: Eine Fusion, es wäre die zweite für den FC Stolberg innerhalb von wenigen Jahren, mit dem SC Münsterbusch und darauf aufbauend die Realisierung des schon lange angedachten Kunstrasenprojektes, vorzugsweise im Stadion Glashütter Weiher.

Und genau deswegen vermutet nun der Stadtsportverbands-Vorsitzende Bert Kloubert mehr hinter der vorläufigen Schließung der Sportstätte Rotsch. „Die zugegeben schwierige Platzsituation nutzt der Verein jetzt, um auf diese Weise Druck auf die Stadt auszuüben, so dass möglichst bald ein neuer Kunstrasenplatz gebaut wird. Sie wollen es erzwingen.” Siebertz kontert Klouberts Angriff: „Über solche Aussagen bin ich wirklich sauer. Warum wendet er sich als Vorsitzender nicht direkt an uns.” Aus FC-Sicht ist die Suche nach einer neuen Spielstätte legitim: „Wir unterhalten mit Rotsch und Krakau 2 zwei Sportplätze, die die Stadt jährlich 70 000 Euro kosten, was zum Beispiel Instandhaltung und Energiekosten angeht. Da muss die Frage erlaubt sein, ob das auf Dauer wirtschaftlich ist und Perspektive hat.”

Eine Frage der Perspektive war im April 2010 ganz sicher die Fusion von Frisch-Froh Stolberg und dem SV Stolberg zum FC Stolberg. Für die Vereinsverantwortlichen war der Zusammenschluss damals ein erster Schritt hin zu einer neuen Spielstätte. Noch lange bevor das Wort „Stärkungspakt” in Stolberg die Runde machte, wurde von städtischer Seite Fusionsvereinen in Aussicht gestellt, bei Kunstrasenprojekten bevorzugt zu werden. Daran müsse sich die Stadt, so der FC Stolberg, langsam aber sicher messen lassen. Der A-Ligist ist sich diesbezüglich längst mit dem SC Münsterbusch einig, eine weitere Fusion soll den Traum endlich erfüllen. Nur: wann? 2015 laufen die Nutzungsverträge der städtischen Sportanlagen aus.

Dem Sportpark Dörenberg ist in Sachen Kunstrasen bislang wenig gefolgt, auch die SG Stolberg wartet seit dem Zusammenschluss von Werth und Gressenich vor nunmehr drei Jahren auf Bewegung - vom SV Breinig ganz zu schweigen.

Immerhin: Nach den Sommerferien sollen konkrete Gespräche folgen, ob und wie im Zuge der Stolberger Bauland GmbH Sportstätten-Projekte im Stadtgebiet umgesetzt werden können. Pro Platz geht es um einen städtischen Beitrag von 250.000 Euro, im Gegenzug soll mit den alten Anlagen Bauland gewonnen werden. „Und das können wir anbieten”, zeigt sich Siebertz zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres ein tragfähiger Beschluss gefasst werden kann. „Das sollte jetzt, im Sinne aller Vereine, oberste Priorität haben.”
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