Stolberg - Nur das Knistern des Grammophons wird vermisst

Nur das Knistern des Grammophons wird vermisst

Von: Marie Luise Otten
Letzte Aktualisierung:
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Denis Wittberg (l.) versetzte die Zuhörer im Rittersaal der Burg mit seinen Blechbläsern, Kontrabass und Schlagzeug in die goldenen 20er Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Mit viel Beifall bedachte das Stolberger Publikum Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten. Evergreens, die man immer wieder gerne hört und die einfach Freude machen, ließen das erste Abokonzert zu einer vergnüglichen Veranstaltung werden.

Gemeinsam mit Daniel Reiter (Trompete), Martin Sebastian Schmitt (Altsaxophon, Klarinette und Piccoloflöte), Till Krause (Posaune), Alex Gärtner (Saxophon und Schlangenbeschwörer), Steffi Lill (Violine), Christof Enders (Kontrabass), Christian Diederich (Schlagzeug) und Jörg Gerlach (Piano) gastierte Wittberg im Rittersaal der Burg.

Das Programm „Vom Grammophon zum Mikrophon” entführte die Besucher in die gute alte Zeit der Goldenen 20er bis in die 40er Jahre des letzten Jahrhunderts und hielt das, was in der Vorankündigung versprochen worden war. Unsterbliche Schlager sorgten für einen hohen Gute-Laune-Faktor.

Stilecht traten sie auf: Stirnband, Pomade, Frack, Kavalier vom Scheitel bis zur Sohle. Die exzellente musikalische Begleitung lieferte im warm gedimmten Rampenlicht die perfekte Begleitung für den Sänger. Man spürte förmlich das Vergnügen, das die Musiker an ihrem gekonnten Ensemblespiel hatten. Zwischendrin streute Denis Wittberg immer wieder Witziges und laut Gedachtes ein, das seine Wirkung beim Publikum nicht verfehlte. Die einzelnen Nummern waren nicht nur gesanglich gut, sondern vergnügten auch visuell. Mancher Besucher wippte im Rhythmus mit und hätte sich vielleicht gewünscht, den ein oder anderen Foxtrott oder Tango auch tanzen zu können.

Arrangeur Martin Sebastian Schmitt hat hier besonderen Wert auf die ironisch-witzige und eigenständige Interpretation der Evergreens gelegt. Bekannte Gassenhauer von Walter Kollo oder Otto Reuter wurden wieder lebendig und waren musikalisch so nah am Original, dass man nur noch das Knistern des Grammophons vermisste.

Mit dem Charme des humorvollen Ansagers und Sängers gewährte Denis Wittberg den Fans nach 23 Erfolgstiteln das, was sie zusätzlich verlangten. „Der kleine grüne Kaktus” von Albrecht Marcuse, (1934), der durch die Commedian Harmonists zu Weltruhm gelang, traf ins Schwarze. „Das gibt´s nur einmal” schmeichelte den Betagteren, und schließlich verabschiedeten sich die Künstler zum unwiderruflichen Schluss dieses mitreißenden Abo-Konzertes noch mit Franz Grothes Schlaflied „Ganz leise kommt die Nacht”.
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