Stolberg - Nun soll mit den Laternen verdient werden

Nun soll mit den Laternen verdient werden

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Mit der Umrüstung auf LED-Laternen möchte man im Rathaus Geld verdienen. Die EWV erstattet zwei Drittel der Einsparung. Foto: J. Lange

Stolberg. Es sind nur noch ein paar Dutzend Speziallaternen übrig, die die Spezialisten des Stolberger Energieversorgers liebevoll selbst per Hand umrüsten wollen. In erster Linie handelt es sich dabei um die historisierenden Altstadt-Laternen, deren Innenleben nicht so ohne weiteres umgerüstet werden kann auf die aktuelle LED-Technik.

Die hat im Laufe der vergangenen drei Jahre pünktlich Einzug gehalten an 3880 Beleuchtungseinheiten im Stadtgebiet. Grundlage dafür ist eine Kooperation der Stadt mit dem Stolberger Energieversorger EWV, die bereits 2013 auf den Weg gebracht worden war.

Damals waren am Kastanienweg und im Umfeld des Rathauses die ersten LED-Laternen installiert und getestet. Im Januar 2014 begann dann der Austausch der Beleuchtungsköpfe gleich straßenweise im Stadtgebiet. Die Reihenfolge der Umbauten ergab sich aus dem anstehenden regelmäßigen Wartungsrhythmus. Die EWV tauschte die Lampen dann aus, wenn eine Unterhaltung turnusmäßig anstand.

Dabei wurden die üblichen Wartungsarbeiten, wie Reinigung der Gläser und Spiegel sowie Austausch der Leuchtmitte,l erst gar nicht mehr ausgeführt, sondern der Leuchtenkopf wurde komplett gegen einen LED-Kopf getauscht.

Ersetzt wurden bei der langfristigen Umtauschaktion die Quecksilberdampflampen (HQL), die aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs seit 2015 ohnehin nicht mehr installiert werden dürfen.

Ein Austausch der außerdem im Straßenlaternen-Netz verwendeten Natriumdampf-Hochdruck-Leuchten (NAV) ist erst einmal nicht geplant – es sei denn, einzelne Einheiten erleiden einen Defekt. Flächendeckend sollen nach heutigem Stand die NAV-Lampen erst dann ausgewechselt werden, wenn sie in etwa 25 Jahren abgeschrieben sind. Erst dann lohne sich eine Umstellung auch wirtschaftlich, weil NAV-Lampen einen niedrigeren Stromverbrauch aufweisen als HQL-Leuchtmittel.

Das wird sichtbar bei einem Vergleich einer üblichen Laterne an einer Haupterschließungsstraße. 274 Watt sind bei HQL-, 112 Watt bei NAV-Lampen erforderlich, und eine LED-Laterne kommt mit 68 Watt aus. In Stolberg hat die Umtauschaktion einen besonderen Hintergrund. Die Stadt möchte nicht nur jährliche Stromkosten sparen, sondern kann auch daran verdienen. Mit rund 1,7 Millionen Euro waren die Investitionen der EWV kalkuliert, die in drei Jahren abgeschrieben sein sollen.

Straßenbeleuchtung erworben

Die EWV hatte 2004 für 4,3 Millionen Euro die städtische Straßenbeleuchtung erworben, um sie auf Rechnung für die Stadt zu betreiben und pflegen. Ab 2019, so sieht es die Vereinbarung auf Basis des Beleuchtungsvertrages vor, sollen zwei Drittel der durch die Umrüstung auf LED eintretenden Einsparungen an die Stadt weitergereicht werden soll. Für 2022 wird im Rathaus damit gerechnet, dass die Gutschrift erstmals in voller Höhe von rund 175 000 Euro eintrifft. Ob der eingeschlagene Weg in der Praxis zu den erwarteten Beträgen führen wird, ist noch offen.

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