Stolberg-Vicht - Notrufkästen sind heute eine Seltenheit

Notrufkästen sind heute eine Seltenheit

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Die Bedienung ist denkbar einfach: Peter Jussen zeigt, wie es geht - man braucht nur den Hebel des Notrufkastens runterzudrücken, schon ist man mit der Polizei verbunden. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Vicht. Die Markierung zeigt klar an, was zu tun ist: Man muss nur den Hebel des Blechkastens runterdrücken, um mit der Polizei verbunden zu werden. Tatsächlich ertönt augenblicklich eine Frauenstimme. Die kommt jedoch vom Band und fordert zum Warten auf. Erneut wenige Augenblicke später meldet sich dann wirklich die Polizei.

Und das ganz real und nicht vom Band. „Das ist nur ein Test, um zu zeigen, dass der Notrufkasten funktionstüchtig ist”, klärt Peter Jussen von er Polizei-Dienststelle in Vicht den Kollegen in der Leitstelle auf.

Die Notrufstelle bzw. der Notrufkasten in Vicht ist einer der wenigen in der Städteregion, die es noch gibt. Langsam, aber sicher verschwinden sie in ganz Deutschland von der Bildfläche. „Heutzutage hat doch fast jeder ein Handy, mit dem er einen Notruf absetzen kann, auch wenn kein Guthaben auf der Karte ist”, nennt der Bezirksbeamte Jussen den Hauptgrund, warum die nostalgisch anmutenden Geräte, die früher einmal das Stadtbild prägten, überaus selten geworden sind.

Polizei-Notrufsäulen indes findet man in der Städeregion keine mehr. „Sie wurden alle demontiert”, erklärt Michael Houba, Pressesprecher der Polizei, auf Nachfrage. Nur die „kleinen Brüder”, jene Notrufstellen, wie sie die Polizei im Fachjargon bezeichnet, haben an manchen Stellen überlebt.

„Notrufstellen werden überall dort angebracht, wo Polizeidienststellen nicht rund um die Uhr besetzt ist”, erläutert Houba mit Blick auf die neue Polizei-Dienststelle an der Rumpenstraße, die zuvor in Mausbach beheimatet war.

Peter Jussen und sein Kollege Franz-Josef Meyers, die der Dienststelle in Vicht zugeteilt sind, freuen sich, dass der nostalgisch anmutende, aber voll funktionsfährige Notrufkasten mitumgezogen ist. „Der Notrufkasten wird immer noch benutzt”, betont Jussen. Der Kasten stamme vermutlich aus den 60er Jahren.

Die Notrufsäulen der Feuerwehr in der Aachener Region ereilt übrigens das gleiche Schicksal wie die der Polizei. Auch sie werden demontiert, wenn sie zerbeult sind oder einen technischen Defekt haben.

Die sehr stark ramponierten Notrufsäulen landen auf dem Schrottplatz, während die, die noch gut erhaltenen in einem Museum für die Nachwelt aufbewahrt werden sollen.
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