Notfallambulanz: Tür-an-Tür-Modell hat sich in Stolberg bewährt

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Stolberg. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein verschiebt ihre Reformpläne zur Schließung von 20 Notfallpraxen in der Region. Die diskutierte Alternative, die Kliniken zu einer zentralen Anlaufstelle für Patienten außerhalb der regulären Praxissprechzeiten zu machen, ist in Stolberg bereits seit Januar Realität.

Symbolhaft hatte Dr. Joachim Heise, Chefarzt der Chirurgie am Bethlehem Gesundheitszentrum, am 19. Januar das Schild der Notfallpraxis in der Ambulanz des Bethlehem-Krankenhauses aufgestellt. Jetzt arbeiten die Notdienste der Krankenhaus-Mediziner bereits sechs Monate Tür an Tür mit den niedergelassenen Ärzten der Kupferstadt.

Heise zieht eine positive Bilanz: „Im Prinzip haben sich die Dinge so entwickelt wie gewünscht.“ Wer jetzt außerhalb der regulären Öffnungszeiten medizinische Hilfe und Rat sucht, wird im Krankenhaus erst einmal von einem niedergelassenen Arzt untersucht. „Wir haben das Konzept in den Räumlichkeiten gut umgesetzt“, sagt Heise. Wenn ein Patient dort nicht ausreichend behandelt werden kann, beispielsweise bei Knochenbrüchen, seien es nur zehn Meter den Flur entlang bis zur Aufnahmestation des Krankenhauses.

Kompetenz solle so gebündelt werden, und das nicht nur räumlich. „Der Anmeldebereich, der für die Notfall-Ambulanz und das Krankenhaus zusammengelegt worden ist, ist eine Art Schmelztiegel geworden“, sagt Heise. „Für den ärztlichen Austausch gibt es bei Bedarf kurze Wege.“ Das sei vor allem auch gut für die Patienten, wichtige Behandlungshinweise könnten schnell und unkompliziert mitgeteilt werden. Die Einrichtung der Notfallpraxen in den Kliniken sei zwar aus der Not geboren, aber eine richtige und gute Alternative zu den konventionellen Notfallpraxen. Den Patienten war früher zwar freigestellt, direkt in die Klinik zu gehen. „Mit der vorgeschalteten Ambulanz der Kassenärztlichen Vereinigung entfällt aber auch der hohe Aufwand für die direkte Aufnahme in den klinischen Versorgungsbereich“, sagt Heiser. Die Zahlen der fußläufigen Patienten sei dadurch deutlich gestiegen.

Bisher habe er auch mit den Patienten keine schlechten Erfahrungen wegen der neuen Abläufe gemacht, betont Heise. Auch wenn er mit jenen, die nach einer ambulanten Behandlung wieder nach Hause gingen, nicht in Kontakt komme. Eine Schwachstelle sieht Joachim Heise aber doch: „Für die Patienten, die nach der Erstuntersuchung in das Krankenhaus überwiesen werden, können verlängerte Wartezeiten entstehen.“ In diesem Punkt müssten die Abläufe noch optimiert werden.

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