Notdienst am Stolberger Krankenhaus: Reduzierung bereits seit April

Von: tp
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Stolberg. Eine Pressekonferenz sorgte am Dienstag für mächtig Wirbel rund um das Stolberger St. Bethlehem Krankenhaus. Genauer gesagt war es die Absage einer Pressekonferenz, die zu Nachfragen sowohl in Stolberg als auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein in Düsseldorf führte.

Denn bei dem Termin sollte es um Veränderungen beim ärztlichen Bereitschaftsdienst der KV am Stolberger Krankenhaus gehen – und die Notfallpraxis ist bekanntlich ein sensibles Thema.

Von einem „Missverständnis“ in der Kommunikation spricht Christopher Schneider, Sprecher der KV Nordrhein. Das Krankenhaus habe einen Medientermin geplant, der wurde nach der Erkrankung von Bürgermeister Tim Grüttemeier aber abgesagt. Zumindest kann Scheider für Aufklärung sorgen, worum es in dem Pressegespräch eigentlich gehen sollte.

„Seit dem 1. April hat die Notdienstpraxis am Stolberger Krankenhaus reduzierte Öffnungszeiten“, erklärt Schneider. Konkret bedeutet das: Der niedergelassene Arzt, der Dienst in der Notdienstpraxis hat, ist nur noch bis 22 Uhr anwesend und nicht mehr die ganze Nacht über. „Danach ist der Arzt in Rufbereitschaft“, erläutert Schneider. Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr morgens ist der Arzt über die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116 117 erreichbar.

Hintergrund der Veränderung: „Wir haben festgestellt, dass die Inanspruchnahme der Notdienstpraxis in den tiefen Nachtstunden verschwindend gering war“, erklärt Schneider. „Die wenigen Fälle, die in der Nacht kommen, werden von der Klinik-Ambulanz mitversorgt.“

Patienten haben also in Zukunft bei nächtlichen Notfällen die Wahl. Entweder, sie wählen die 116 117 und schildern dem Arzt ihre Beschwerden. Oder aber sie suchen die Ambulanz des Krankenhauses auf und werden dort untersucht. Der Nachtdienst entscheidet dann, ob der Arzt in Rufbereitschaft angefordert wird oder eine Versorgung durch das Krankenhaus, eventuell auch mit stationärer Aufnahme, erfolgt.

Ein solches Modell mit reduzierten Öffnungszeiten der Notfallpraxis wird übrigens am Dürener Krankenhaus seit vielen Jahren praktiziert. In Stolberg sei nach dem Umzug der Praxis in die Krankenhausambulanz festgestellt worden, dass die nächtlichen Fälle eine Anwesenheit des Arztes nicht notwendig machen, sagt Schneider.

Bleibt die Frage, warum die neuen Öffnungszeiten nicht vor der Änderung kommuniziert wurden. Scheuten die Verantwortlichen mögliche Proteste, wie es sie bei den mittlerweile verworfenen Plänen zur Reduzierung der Notfallpraxen der KV in gesamten Region gab? Eine Antwort dazu war am Dienstag nicht zu erhalten.

Das Stolberger Krankenhaus beschränkte sich am Dienstag darauf, einen Flyer mit der Telefonnummer und den Öffnungszeiten der Notdienstpraxis zu verschicken. Immerhin, so stellt Christopher Schneider in Aussicht, soll die abgesagte Presskonferenz in Kürze nachgeholt werden. Die Suche nach einem Termin laufe bereits. Dann klappt die Kommunikation hoffentlich besser.

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