Notausgang an Neubau ist viel zu gefährlich

Von: Jan Mönch
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Sieht erstens komisch aus und ist zweitens zu unsicher: Der Notausgang am Anbau der Grundschule Zweifall. Foto: Jan Mönch

Stolberg-Zweifall. Gemeinhin erhofft man sich von einem Neubau, dass er einfach dasteht und seinen Zweck erfüllt. Der Erweiterungsbau der Grundschule Zweifall wird dieser Erwartungshaltung bislang nicht gerecht.

Nachdem bereits im vergangenen Monat bestürzt festgestellt wurde, dass nach nur vier Monaten Lebensdauer Sanierungsarbeiten fällig sind, sorgt nun offenbar auch der Notausgang für Handlungsbedarf.

Brief an den Bürgermeister

In der Angelegenheit auf Trab gehalten wird das Hochbauamt derzeit von Klaus F. Kratz. In einer E-Mail (Betreff: „Unzureichende Sicherung des Notausgangs an der Grundschule Zweifall”) an Bürgermeister Ferdi Gatzweiler warnt der ehemaligen Ratsherr vor „schweren Verletzungen”, die in einer Notsituation zu befürchten wären. Hingewiesen wird auf „persönliche Haftungsansprüche und staatsanwaltliche Ermittlungen”, die in einem solchen Fall auf die Verantwortlichen zukämen. Auch kündigt der Christdemokrat an, Regierungspräsident und Städteregionsrat über „den Sachstand” zu informieren.

Dem Augenschein nach zumindest hat der Beschwerdeführer nicht Unrecht. Beim Verlassen des Ausgangs tritt man eine Schwelle herab, die mit knappen 50 Zentimetern Höhe eigentlich gar keine Schwelle mehr ist. Anschließend gilt es, abermals 37 handvermessene Zentimeter herabzusteigen. Für die Beine von Kindern im Grundschulalter ist das eine ganze Menge. Nur linker Hand sind gut begehbare Stufen vorhanden.

Von alldem ganz abgesehen, muss man eine in Hüfthöhe schwebende Stahltür in Sachen Optik nicht zwingend als Gewinn betrachten.

Ulrich Coopmann vom Hochbauamt weist auf Anfrage darauf hin, dass der Gemeindeunfallversicherungsverband das gesamte Gebäude so, wie es momentan ist, abgenommen habe. „Unglücklich” sei der Zustand sei allerdings in der Tat: „Die Sache ist dumm gelaufen.” Ähnlich sieht die kommissarische Schulleiterin Ute Esser die Angelegenheit, verweist aber auf die Zuständigkeit von Amt und ausführenden Architekten.

Abhilfe bis zu den Herbstferien

Bis spätestens zu den Herbstferien soll nun nachträglich mit einem Podest und einem Geländer Abhilfe geschaffen worden sein. Im gleichen Zug wird eine an der Rückseite des 700000 Euro teuren und seit April genutzten Erweiterungsbaus liegende, steil abfallende „Sitztreppe” besser gesichert, ebenfalls mit einem Geländer.

Provisorisch haben Schule und Stadt den Bereich bis dahin zweckdienlichen mit Baustellenabsperrungen versehen. Coopmann stellt fest, dass die Vorkehrungen bereits unmittelbar nach Fertigstellung des Gebäudes beschlossen und in die Wege gleitet worden seien: Am heutigen Montag soll eine provisorische Stufe am Notausgang installiert werden, die bis zum Einbau der abschließenden Lösung zur sicheren Nutzung des Notausganges als Übergangslösung dienen soll.
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