Norwegischer Escheküll Norbert Seidel erklimmt den Narrenthron

Von: dim
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Norbert Seidel hat seine Heimat Zweifall nie vergessen. Jetzt wird er dort Karnevalsprinz. Foto: D. Müller

Stolberg-Zweifall. Norbert Seidel will hoch hinaus. Er wird als Nobbi I. den Zweifaller Narrenthron erklimmen, doch zuvor strebt er noch ganz andere Höhen an. Um Karnevalsprinz der Interessengemeinschaft (IG) Zweifaller Karneval zu werden, reist Seidel eigens aus Norwegen an, denn er lebt und arbeitet in der alten Hansestadt Bergen.

„Das ist die heimliche Hauptstadt Norwegens“, meint Seidel und betont im selben Atemzug: „Aber ich bin in Zweifall geboren und ein echter Escheküll.“ Der 65-Jährige ist Maler- und Lackierermeister – die Lehre begann er 1966 in Breinig bei „Kohlens Pitt“.

Ab 1981 war er einige Jahre im Elferrat der IG Zweifaller Karneval aktiv, hat Prinzenwagen und Bühnendekorationen mitgestaltet. Doch Seidel strebte schon damals nach höherem, studierte sechs Jahre in Florenz und wurde Kirchenmalermeister und Konservator für Fresken und Malereien. 1993 zog es ihn dann beruflich nach Norwegen. Aber: „Egal, wo man ist in der Welt – man vergisst die Heimat nicht. In Zweifall treffe ich immer Freunde, auch wenn ich mal längere Zeit nicht zu Hause gewesen bin“, erklärt Seidel.

So geschehen im Jahr 2011, als er nach 18-jähriger Abwesenheit seine Heimat Zweifall besucht hat. Ausgerechnet während der Tollen Tage. „Das hat mir so gut gefallen, dass ich Karneval 2012 wieder nach Zweifall gekommen bin“. Prompt ernannte die IG ihn zum inaktiven Mitglied, der Kontakt zur Heimat wurde enger. Denn Seidel ist nicht nur gerne jeck, sondern er ergriff auch die Initiative zur Restaurierung von Zweifaller Wegkreuzen und dem Ehrenmal. Ein Jahr später wurde er aktives Mitglied der IG Zweifaller Karneval, jetzt wird er Prinz. „Egal ob im Karneval oder bei den Restaurierungsarbeiten – ich habe in Zweifall immer sehr viel Spaß mit netten Leuten, und es ist für mich die pure Erholung, in der Heimat zu sein“, sagt Seidel.

Den Zweifallern stellt er ein sehr gutes Zeugnis aus: „Sie sind toll und feiern großartig Karneval. Aber es war zum Beispiel auch sehr bewegend, wie viele Menschen zur Einweihung des Ehrenmals gekommen sind. Das hat unsere Restaurierungsgruppe sehr gefreut. Unsere Arbeit wurde sowohl mit Spenden unterstützt, als auch mit Speis und Trank von den Nachbarn.“

In Norwegen werkelt Seidel bereits an der Bühnendekoration für seine närrische Regentschaft, in der er den Karneval in Zwievel und den Carneval in Venedig vereinen will. Doch im Dezember pausiert diese Arbeit, weil Seidel seinem Hobby Bergsteigen nachgeht. Auf dem höchsten Berg Afrikas, dem Kilimandscharo, hat er um 11.11 Uhr schon Karnevalslieder gesungen, hat mit dem fast 7000 Meter hohen Aconcagua den höchsten Berg Südamerikas erklommen, den Gipfel des höchsten Bergs Russlands, Elbrus (5642 Meter), erreicht.

Jetzt zieht es ihn wieder auf die Höhe von 5895 Metern, denn: „Ich möchte den Karneval auf den Kilimandscharo bringen“, beschreibt Seidel. Ziel des Escheküll sei es, als erster designierter Prinz „Alaaf“ vom Gipfel in Richtung Zweifall zu rufen. Nach einem Zwischenstopp in Norwegen geht es für Seidel dann nach Zweifall, wo er sich vom 7. Januar 2017 bis zum Aschermittwoch eingemietet hat, um den Gipfel des Karnevals zu stürmen.

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