Stolberg - „Night-Soccer-Turnier“ endet in wüster Schlägerei

„Night-Soccer-Turnier“ endet in wüster Schlägerei

Von: houb
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Stolberg. Die Jungs waren heiß auf den Pokal, keine Frage. Mit viel Feuer kämpften am Samstag über 100 Jugendliche aus mehreren Kommunen der Region in 13 Mannschaften bei der diesjährigen „Soccer Night“ in der Sporthalle am Glashütter Weiher um den Sieg. Das Motto lautete „Sport statt Gewalt“ – und dennoch überhitzten sich die Gemüter.

„Wir wollen den Jugendlichen die Möglichkeit geben sich auszupowern. Besonders viel Wert legen wir auf einen faire Umgang unter den Spielern,“ stellte Michael Bosseler vom Jugendamt Stolberg die Veranstaltung vor. Sein Kollege Ralf Esser, der in diesem Jahr die Organisation des Turniers übernommen hatte, konnte dem nur zustimmen: „Ab und zu schlagen die Jungs über die Stränge, da müssen wir klare Regeln konsequent durchsetzen. Bei Handgreiflichkeiten, die leider ab und zu passieren, ist es dann eben leider vorbei.“

Der Sozialarbeiter des Jugendtreffs Westside war sich des Ehrgeizes und Feuers „seiner Jungs“ bewusst. Zur Vorbereitung hatte er deshalb gemeinsam mit den Spielern Mannschaften aufgestellt, Trikots verteilt und nicht zuletzt die Regeln noch einmal kundgetan.

Dennoch kam es im Anschluss zu einer in dieser Form noch nicht erlebten Eskalation: Zum ersten Mal musste das Turnier frühzeitig abgebrochen werden, nachdem sich zwischen zwei Mannschaften aus dem Kampf um den Ball eine wüste, handfeste Schlägerei entwickelt hatte.

„Das habe ich noch nie erlebt,“ schüttelte ein entsetzter Michael Bosseler den Kopf. Die Enttäuschung der Betreuer war offensichtlich, und auch die Spieler der übrigen Mannschaften zeigten sich empört. Als Reaktion auf die aufgeheizte Stimmung packten viele von ihnen ihre Sporttasche und verließen aus Protest die Halle.„Natürlich sind wir alle gekommen, um hier zu gewinnen. Wir wollen aber auch neue Leute kennenlernen und vor allem zivilisiert Fußball spielen,“ erklärt der 20-Jährige Dikenli Safa aus Hückelhoven.

Wie immer bei derartigen Turnieren war auch ein Polizist vor Ort – eigentlich vor allem, um durch persönlichen Kontakt den Jugendlichen die Wahrnehmung als Freund und Helfer zu ermöglichen. Diesmal musste er die hitzige Auseinandersetzung unterbinden – was mit Hilfe von herbeigerufenen Kollegen schließlich auch gelang.

„Wir lassen uns dennoch nicht entmutigen,“ wollte Michael Bosseler „Night Soccer“ nicht grundsätzlich in Frage stellen. „Wir werden uns zeitnah zusammensetzen und besprechen, wie es weitergehen kann.“

Schiedsrichter Mohamed Zeroual gewann den Pokal mit seiner Mannschaft „Die kleinen Brasilianer“ einst selbst bei dem Turnier. „Es hat heute auch gute und faire Spiele gegeben. Es ist schade, dass das Turnier ohne Sieger endet“, bedauerte er.

Bleibt zu hoffen, dass die „Soccer Night“ in Zukunft weiterhin ein Highlight für fußballbegeisterte Jugendliche aus der Region bleiben wird und beim nächsten Mal wieder uneingeschränkt der Sport und die Fairness im Vordergrund stehen werden.

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