Niederschlagswassergebühr: Damit Kosten gerechter verteilt werden

Von: Sarah Sillius
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Erste Grundlage für die Neube
Erste Grundlage für die Neuberechnung der Flächen sind Luftbilder aus dem Jahr 2010. Noch werden die Daten aufbereitet, bevor die Stolberger im Sommer ihre Fragebögen erhalten.

Stolberg. Die Bürger sind mal wieder gefragt. Diesmal geht es aber nicht um den Zensus, sondern um die Aktualisierung der Flächendaten. Im Juli wird in die Briefkästen aller Grundstückseigentümer im kanalisierten Stadtgebiet ein Erhebungsbogen flattern.

Hintergrund sind die veralteten Grundlagendaten von 1992, mit denen die Stadt bis dato gerechnet hat. René Vogt vom beauftragten Ingenieurbüro Franz Fischer in Erftstadt koordiniert das Verfahren gemeinsam mit der Projektgruppe Versiegelungskataster des städtischen Tiefbauamts. „Die Flächen in der Stadt verändern sich, und die Bürger teilen es nicht immer von sich aus mit”, erklärt er. „Der eine Bürger hat möglicherweise zu viel Fläche, der andere zu wenig angemeldet”, sagt Roland Gilleßen, Leiter des Bürgeramts. Die Neuberechnung der Daten solle zu einer gerechten Verteilung der Kosten führen.

Luftbilder als Grundlage

Erste Grundlage für die neue Datenerhebung sind Luftbilder einer Befliegung aus dem Jahr 2010. Anhand dieser Aufnahmen werden für jedes Grundstück, das bis zu diesem Zeitpunkt bebaut war, die befestigten Flächen graphisch ermittelt. Vogt versichert: „Die Daten werden nur für das Versiegelungskataster verwendet.”

Sobald sie aufbereitet sind, wird für jeden Grundstückseigentümer ein individueller Erhebungsbogen erstellt. Auf der graphischen Darstellung des Grundstücks sind die befestigten Flächen farblich markiert und mit einer Größenangabe versehen. „Wir sind auf die Mitwirkung der Bürger angewiesen, denn die Entwässerungsverhältnisse sind aus der Luft nicht messbar”, sagt Vogt.

Die Menge des Niederschlagswassers hängt von der Größe der sogenannten „abflusswirksamen Flächen” ab. Das sind nicht nur die Quadratmeter, die direkt über Leitungen an die Kanalisation angeschlossen sind, sondern auch solche, von denen das Regenwasser über natürliches Gefälle abfließt. Dazu können unter anderem Dachflächen von Gebäuden und Garagen, Park- und Stellplätze, Hofflächen, Einfahrten und Zuwege gehören. Bereiche, von denen das Regenwasser direkt versickert, zum Beispiel in Gartenbeeten, werden nicht gezählt.

Eigentümer müssen Angaben machen

Die Grundstückseigentümer sind verpflichtet, die Fragebögen auszufüllen. Sie sollen dabei die Erhebungsdaten prüfen, bei Bedarf korrigieren und ergänzen. „Dem Bogen ist ein frankierter Rückumschlag beigefügt”, erklärt Vogt. Im Vergleich zum Zensus kostet die Erhebung den Bürger also nur Zeit, kein Geld. Apropos Geld - der Stadt gehe es nicht darum, selbst Geld durch die Aktualisierung der Flächen zu verdienen. Im Gegenteil: 200 000 Euro sind für das gesamte Verfahren - inklusive der Luftbilder - kalkuliert worden.

Den Stolbergern werden drei Wochen Zeit für die Mitteilung gegegeben. Wer sich zu der Zeit im Urlaub befindet, wendet sich am besten rechtzeitig an die Mitarbeiter der Stadt. In der Bearbeitungsphase wird es eine Telefon-Hotline und eine intensive Bürgerberatung geben.

Wenn die Bögen wieder in Händen der zuständigen Sachbearbeiter sind, werden die Gesamtkosten und -flächen ermittelt. Bis Ende des Jahres soll die Berechnung abgeschlossen sein, kündigt Vogt an. Die neuen Daten sollen in die Gebührenkalkulation 2012 einfließen. Der Rat muss die neuen Abwassergebühren per Satzung beschließen. „Wer sich über seine aktuellen Daten infomieren will, kann die Quadratmeter in seinem letzten Grundbesitzabgabenbescheid ablesen”, sagt Ulrike Beckers vom Tiefbauamt. Alle weiteren Infos sind dem Flyer und dem Anschreiben des Fragebogens zu entnehmen. Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühr

Zum 1. Januar 1994 wurde in Stolberg die getrennte Abwassergebühr eingeführt. Seitdem unterscheidet man zwischen Schmutzwassergebühr und Niederschlagswassergebühr. Erstere errechnet sich aus dem tatsächlich verbrauchten Frischwasser und wird jährlich aktualisiert.

Grundlage für die Niederschlagswassergebühr sind die bebauten und befestigten Flächen auf den angeschlossenen Grundstücken, von denen Regenwasser in die städtische Kanalisation gelangen kann.

Flyer über die Aktualisierung der Flächendaten sind ab sofort an allen öffentlichen Stellen ausgelegt, unter anderem im Rathaus-Foyer, in den Banken, in der Volkshochschule und in der Stadtbücherei.

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