Nicht überall geht die Rechnung für Kitas auf

Von: Michael Grobusch
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Ein Fall für den Abrissbagger: Weil der Stadt aber noch das erforderliche Grundstück fehlt, kann in Breinigerberg vorerst keine neue Kindertagesstätte gebaut werden. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Der Ausbau der Betreuungskapazitäten für Kinder unter drei Jahre wird weiter forciert werden. 50 zusätzliche Plätze in den insgesamt 30 Einrichtungen im Stadtgebiet sowie weitere 15 in der Tagespflege sollen nach den Plänen der Stadt Stolberg zum Kindergartenjahr 2010/11 geschaffen werden.

Damit würde der Bestand - Zustimmung und Förderung durch das Land vorausgesetzt - auf 286 Plätze (229/57) vergrößert.

Allerdings sieht sich das Jugendamt derzeit mit einigen unerwarteten Problemen konfrontiert. So müssen die Pläne für den Neubau der Kita „Am Tomborn” geographisch und auch zeitlich verschoben werden, weil die Verhandlungen über den Erwerb von zusätzlichen Grundstücken in Breinigerberg, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum bestehenden und für den Abriss vorgesehenen Gebäude liegen, gescheitert sind.

„Wir sind auf der Suche nach Alternativen”, erklärte Jugendpfleger Josef Offergeld auf Anfrage. Diese Suche erweist sich als schwierig, weil einige Optionen sehr kostenintensiv sind. Sowohl auf dem Gelände des ehemaligen Bauhofes als auch dem Spielplatz an der Hoheburg gibt es Schwierigkeiten mit (Grund-) Wasser.

„Wir müssen berücksichtigen, welcher Aufwand für einen Neubau erforderlich ist”, verweist Josef Offergeld darauf, dass mögliche Zusatzkosten angesichts der ohnehin schon erheblichen Investitionen, die zu tätigen sind, nicht vernachlässigt werden dürfen.

Zur Kasse gebeten werden könnte die Stadt möglicherweise auch am Obersteinfeld, wo eigentlich die Caritas Lebenswelten GmbH eine viergruppige Einrichtung bauen wollte. „Sie ist nach wie vor interessiert”, versichert Jugendamtsleiter Willi Seyffarth, räumt aber gleichwohl ein, dass das Projekt, dass zwei heilpädagogische Gruppen, eine integrative und eine Regelgruppe beherbergen und Mitte nächsten Jahre fertiggestellt werden sollte, derzeit gleich mit mehreren Fragezeichen versehen ist.

Das liegt zum einen daran, dass das Land keine neuen heilpädagogischen Gruppen mehr genehmigt und somit auch das Landesjugendamt für die Finanzierung ausfällt. Zum anderen hat der bisherige Geschäftsführer Georg Jansen die Caritas Lebenswelten verlassen.

In Breinigerberg wie auch am Obersteinfeld - oder einem anderen innerstädtischen Standort - geht das Jugendamt mittlerweile von einer Fertigstellung des Neubaus erst zum Kita-Jahr 2011/12 aus. Dennoch sieht Josef Offergeld die Stadt im Plan, weil in bestehenden städtischen Einrichtungen durch Umstrukturierungen oder Anbauten zusätzliche Plätze für Kleinkinder geschaffen werden können. In der Kita Mausbach wird es eine vierte Gruppe geben, auf der Liester eine fünfte und in der Mozartstraße eine dritte. Hinzu kommen Angebotserweiterungen von freien Trägern.

Die Pfarre St. Markus in Mausbach richtet eine zusätzliche vierte Gruppe ein, die Zwergenburg des SkF soll von zwei auf drei Gruppen erweitert werden. Die evangelische Kita an der Bergstraße schließlich wird zwar nicht ausgebaut, wird aber dank einer Umwandlung zukünftig je eine Gruppe für Zwei- bis Sechsjährige und für Kinder ab drei Monate bieten.

In der Summe sollen die Maßnahmen einen wichtigen Schritt zur Erfüllung des Rechtsanspruches darstellen, den die Stadt ab 2013 zu gewährleisten hat. Dann muss jedem Kind ab dem ersten Lebensjahr ein Kita-Platz geboten werden können.

Die Bundesregierung rechnet damit, dass etwa 35 Prozent der Null- bis Dreijährigen auch tatsächlich angemeldet werden. Inwieweit dieser Mittelwert auch auf Stolberg zutrifft, wird wohl erst die Praxis zeigen. Josef Offergeld bleibt gelassen. „Wir haben ein Planungsszenario, das uns optimistisch stimmt.
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