Stolberg - Nicht jeder Ratspolitiker hat ein Faible für Facebook

Nicht jeder Ratspolitiker hat ein Faible für Facebook

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
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Der CDU-Landtagsabgeordnete, Axel Wirtz, ist auf Facebook präsent. 2800 Freunde besuchen regelmäßig seine Seite und informieren sich über Neuigkeiten. Foto: O.Hansen
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Bürgermeister Gatzweiler ist wie seine Kollegen in der Städteregion nicht bei Facebook. Foto: D. Müller

Stolberg. Facebook liegt im Trend. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit tauschen über dieses Portal ihre Neuigkeiten aus. Stolberger Politiker sehen diese Möglichkeit eher mit gemischten Gefühlen. Während der CDU-Landtagsabgeordnete, Axel Wirtz, mehr als 2800 Freunde auf seiner Facebook-Seite zählen kann, verzichtet Bürgermeister Ferdi Gatzweiler auf einen Zugang zum entsprechenden Internetservice.

„Bürgermeister Ferdi Gatzweiler ist bei Facebook nicht präsent und wird es auch nicht sein“, heißt es auf Nachfrage aus seinem Büro. Er komme damit einer Vereinbarung der Bürgermeister in der Städteregion nach, so die Begründung.

Anders sieht es bei dem CDU-Politiker, Axel Wirtz, aus. Seine ganze Fangemeinde auf Facebook kann sich über den Lebenslauf des Politikers informieren, auf mehr als 90 Fotos sehen, wie Wirtz in verschiedenen Situationen alleine oder mit seiner Frau aussieht. Besucher der Seite werden auf Wunsch auch an die Adresse der SG Stolberg oder das Portal „Du bis aus Mausbach, wenn...“ weitergeleitet. Auch sein Landtagskonkurrent Stefan Kämmerling (SPD) ist auf Facebook präsent. Den Zugang gibt es allerdings erst seit Juli 2012, die Seite ist entsprechend eher bescheiden. Es gibt Verweise auf die SPD-Größen Wehner, Schmidt und Brandt. Aber kaum neue Einträge.

Auch der Aachener SPD-Landtagsabgeordnete Karl Schultheis ist mit seiner Facebook-Seite im Netz zu finden. Wer wissen will, welche Freunde der Politiker sein eigen nennt, kann sich hier gleich bestens informieren. Dr. Joachim Paul (Piraten) ist zwar nicht als Facebook-Mitglied zu finden, auf der Facebook-Seite gibt es allerdings einen Hinweis auf seine eigene Seite im Netz. Gleiches gilt für den Aachener Grünen-Landtagsabgeordneten, Reiner Priggen, oder den FDP-Politiker Dr. Ingo Wolf.

Aus dem Stolberger Stadtrat kann Mathias Prußeit (Die Linke) eine Facebook-Seite vorweisen. 156 Freunde sehen dabei nicht sein eigenes Konterfei, sondern ein Foto, das den früheren Beatle John Lennon und seine Liebe Yoko Ono zeigt. Ein offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel sowie regelmäßige Stellungnahmen zu politischen Themen runden die Seite ab.

Dr. Tim Grüttemeier, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stolberger Stadtrat, hat sich noch nicht bei Facebook verewigt: „Es ist nicht mein Bestreben, alles ins Internet zu stellen“, sagt Grüttemeier auf Nachfrage. „Ich habe bisher dazu noch keine richtige Notwendigkeit gesehen. Es reicht, dass die CDU eine Seite hat.“ Dieter Wolf, Fraktionsvorsitzender der SPD im Stolberger Stadtrat, hat ebenfalls keinen Facebook-Zugang. „Ich persönlich mag diese Art der sozialen Netzwerke nicht“, gibt sich Wolf kategorisch. „Und ich habe auch nicht vor, bei Facebook einzutreten.“

Die SPD sei als Partei durchaus im Internet zu finden. Doch er selbst habe kein Interesse an einem Austausch über das weltweite Netz, so Wolf. „Ich bin sowieso kein Computerfreund“, sagt Dr. Franz-Josef Ingermann, Fraktionssprecher der Grünen im Rat. „Ich mache nur das Notwendigste über das Internet.“ Als Rentner verfüge er über reichlich Kontakte, auch ohne Facebook, so Ingermann. „Ich halte Kontakt zu Freunden und Bekannten über E-Mails und Anrufe, das reicht.“

Und auch Bernhard Engelhardt von der FDP kommt ganz gut ohne Facebook aus. Beruf und Familie sowie die Ratsarbeit nehmen bereits genügend Zeit in Anspruch, da bleibt für Facebook nichts mehr übrig.

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