Nicht gemeldeter Wildunfall: Rehkitz verendet qualvoll

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Rehkitz
Kein schöner Anblick: Das tote Rehkitz war bereits angefressen, als es ein Jäger entdeckte.

Stolberg. Nach dem dritten nicht gemeldeten Wildunfall in Stolberg/Zweifall innerhalb weniger Wochen appelliert Jagdaufseher Bernd Roggenkamp an die Verantwortung der Autofahrer, bei solchen Vorfällen die Polizei einzuschalten.

Ein aufmerksamer Jäger entdeckte am Donnerstagmittag auf einer Wiese in seinem Revier in Zweifall in der Nähe des Sägewerks ein verendetes und bereits deutlich angefressenes Rehkitz.

Er informierte sofort den zuständigen Jagdaufseher Bernd Roggenkamp, der feststellen musste, dass dieses Kitz mit hoher Wahrscheinlichkeit vor ein oder zwei Tagen beim Überqueren der Landstraße angefahren worden war „Sehr bedauerlich an der Sache ist, dass dies nun schon der dritte nicht polizeilich gemeldete Wildunfall innerhalb weniger Wochen in diesem Revier ist“, sagte Jagdaufseher Bernd Roggenkamp.

Rehkitze aus dem vergangenen Jahr seien jetzt rund neun Monate alt und entfernen sich gelegentlich weiter von ihren Muttertieren. Zudem fehle es den Jungtieren an Erfahrung und mache sie daher anfällig für Unfälle im Straßenverkehr.

Der Jagdaufseher hält es für sehr bedenklich, dass wiederholt Unfälle mit Wildtieren nicht der Polizei gemeldet werden. „Oft sind die Tiere nicht auf der Stelle tot, sondern verenden qualvoll in angrenzenden Bereichen oder werden von Raubtieren angefressen.“ Roggenkamp fragt: Wo bleibe die Verantwortung gegenüber Wildtieren und der Tierschutzgedanke?

Würden solche Unfälle polizeilich gemeldet, könnten die zuständigen Jagdaufseher gerufen werden, um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

In den Grundzügen der Jagd, betont Roggenkamp, sei der Tierschutz verankert, „leider anscheinend nicht im Verantwortungsbewusstsein einiger Menschen“. Niemandem würden Wildunfälle zum Vorwurf gemacht, da man selbst bei angepasster Geschwindigkeit fast keine Chance habe, vor plötzlich auftauchendem Wild sein Fahrzeug noch zu stoppen. Daher sollte es auch kein Problem sein, einen Wildunfall polizeilich zu melden.

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