Nicht bei allen Jugendlichen gilt klassische Musik als „out”

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Er ist von seinem Hobby überzeugt: Johannes Mohren aus Büsbach hat die Musik als Zehnjähriger für sich entdeckt. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg/Aachen. „Es geht nicht nur um Musik, sondern auch um Freundschaft und Spaß.” Mit diesen Worten beschreibt Johannes Mohren was für ihn sein Orchester ausmacht. Der Stolberger spielt zusammen mit ungefähr 50 anderen Jugendlichen im Alter von zehn bis 19 Jahren im Jugendorchester des Musikverein Hahn.

Ihm und den anderen macht es großen Spaß, besonders die jährliche Herbstfahrt, wo täglich zusammen geprobt und etwas unternommen wird, zum Beispiel Kanufahren.

Der Musikverein Hahn erfreut sich eines guten Rufes: Neben dem Jugend- hat der Verein auch ein Ausbildungsorchester, in dem 20 Kinder regelmäßig zusammen musizieren.

Die meisten Jugendlichen allerdings sind desintressieren an dieser Art Freizeitgestaltung, es gilt nicht als „cool” oder „angesagt”. Warum dies so ist, weiß Johannes auch nicht: „Vielleicht haben manche Kinder und Jugendliche Angst vor Hänseleien, aber so etwas ist mir noch nie passiert.” Allerdings können auch manche Bekannte von ihm nicht nachvollziehen, „was ich an diesem Hobby so toll finde. Dafür könnte ich mir niemals vorstellen, dreimal pro Woche ins Fitnessstudio zu rennen.”

Falsche Vorstellungen

Viele Kinder und Jugendliche lassen sich von der Vorstellung abschrecken, täglich mehrere Stunden üben zu müssen - ein Fehlglaube: „Natürlich sollte man täglich üben, aber dabei reicht auch eine Viertel- oder halbe Stunde aus.”

Der 16-jährige Büsbacher macht jetzt seit über acht Jahren Musik und spielt die Klarinette. Zum Musikverein Hahn ist er als Zehnjähriger gekommen, als er nach dem traditionellen Kinderkonzert des Jugendorchesters im Pfarrheim Hahn an Christi Himmelfahrt nach der Vorstellung die dafür bereit gestellten Intrumente ausprobiert hat. Nach anderthalb Jahren Einzelunterricht ging es für ihn in das Ausbildungsorchester, das er nach einem Jahr verließ, um fortan im Jugendorchester zu spielen.

Neben dem Kinderkonzert spielt das Orchester im Frühling ein selbst veranstaltes Konzert sowie im Herbst ein Kirchenkonzert, zudem werden die jungen Musiker teilweise von Veranstaltern wie der Stadt Aachen gebucht. Doch sie spielen nicht nur Konzerte, sondern begleiten auch Umzüge an Karneval und St. Martin.

Stolbergs bekannteste Adresse für musikalische Ausbildung ist die Musikschule Merz, sie bietet unter anderem auch musikalische Früherziehung an, um die Hemmschwelle vor Musik oder dem Erlernen eines Instrumentes gar nicht erst entstehen zu lassen. Dass sich so wenige Jugendliche und Kinder an klassiche Instrumente wie den Kontrabass heranwagen, liegt wohl vor allem daran, dass diese Instrumente nicht in ihr Musikspektrum passt, vermutet Mohren. Denn bei den wenigsten Pop-Bands finden sich regelmäßig Streich- oder Blasinstrumente in den Liedern wieder.

Klassik wird populärer

Allerdings wird die klassische Musik zurzeit, durch Stars wie den Aachener Violonisten David Garret oder den durch eine Castingshow berühmt gewordenen Operninterpreten Paul Potts, immer populärer was sich auf kurz oder lang wohl auch auf die Musikschulen auswirken wird.
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