Neun „Kompetenzteams“ in Aktion

Von: Dirk Müller
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Großes Interesse an dem ersten Treffen von „Gegenwind in Schevenhütte“: Mehr als 100 Menschen wollen gegen Windräder im Laufenburger Wald mobil machen. Foto: D. Müller

Stolberg-Schevenhütte. Das biblische Zitat „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“ könnte sich in Schevenhütte bewahrheiten. Denn die Initiative „Gegenwind in Schevenhütte“ zeigt sich kämpferisch, breit aufgestellt und organisiert, um den Bau von Windkraftanlagen im Laufenburger Wald zu verhindern.

Bereits eine Viertelstunde vor Beginn des ersten Treffens im „Casino“ platzte der avisierte Gesellschaftsraum aus allen Nähten, und vor der Türe bildeten sich Warteschlangen. Kurzerhand zogen die Schevenhütter in den größeren Saal der Gaststätte um, in dem die mehr als 100 Menschen Platz fanden.

Die „Gegenwindler“ Lars Krüger und Ulrich Prinz erläuterten zunächst den aktuellen Sachstand, und viele Anwesende nutzten dies, um sich Luft zu machen. Sie würden sich von den Kommunalpolitikern alleingelassen fühlen – das Wort „Arroganz der Politik“ machte die Runde. „Es ist noch nicht fünf vor zwölf, halb zwölf aber schon“, sagte Krüger und ließ Revue passieren, was die Sche­ven­hütter bisher unternommen haben. Etwa haben sie Unterschriften gegen die Windräder im Laufenburger Wald gesammelt. Von den knapp 800 Einwohnern des Stadtteils haben bereits 300 gegen das Projekt unterschrieben – innerhalb nur einer Woche.

Zum Vergleich: In Zweifall mit mehr als doppelt so vielen Einwohnern sammelte eine Initiative 750 Unterschriften gegen Windräder im Wald – innerhalb von zweieinhalb Monaten.

Zweifelhafte Rolle der Politik

Eine Internetseite (siehe Infokasten) wurde eingerichtet und bereits 556-mal in fünf Tagen aufgerufen. Die Präsenz in einem sozialen Netzwerk wurde in kurzer Zeit von rund 140 Menschen mit der Angabe „gefällt mir“ bedacht. Mehrere Fernsehsendungen seien mit dem Ziel angeschrieben worden, dass sie über die geplanten Windkraftanlagen und die „dabei zweifelhafte Rolle der Stolberger Politik“ berichten sollen.

„Wir wollen um fünf vor zwölf, also wenn die Bürgerbeteiligung beginnt, nicht mit leeren Händen dastehen und unwissend vor irgendwelche Experten treten“, betonte Krüger hinsichtlich der Planung des Weiteren Vorgehens der Initiative „Gegenwind in Scheven­hütte“, die anstrebt, eine Arbeitsgruppe innerhalb des Scheven­hütter Heimat- und Bürgervereins zu werden.

So erwogen die Anwesenden unter anderem, frühzeitig juristischen Beistand zu suchen, damit ein Anwalt sich eingehend auf eine eventuelle Klage vorbereiten kön­ne. Konkret wurden beim ersten Treffen der Initiative mehrere Kompetenzteams ins Leben gerufen. Eine Gruppe wird sich zum Beispiel fortan mit dem Themenkomplex Natur- und Artenschutz befassen. Dazu soll auch gehören, dass Umweltschutzorganisationen mit vorhandenen Experten und ihren Mitteln ins Boot geholt werden. Andere Teams beschäftigen sich etwa mit dem Immissionsschutz, den möglichen Auswirkungen von nahen Windrädern auf die Gesundheit der Anwohner oder der Prüfung der Wirtschaftlichkeit der geplanten Windkraftanlagen. Eines der insgesamt neun Kompetenzteams soll Hintergrundrecherche betreiben, sich beispielsweise dem vom Investor in Auftrag gegebenen Gutachten widmen, beleuchten, wie viele Anteile die Stadt Stolberg an der Green GmbH hält, und ob Stadtverwaltung und Stadtrat neutral sein können. Auch die Frage, „warum der Windpark Laufenburger Wald mit derart außergewöhnlichem Tempo realisiert werden soll“, gelte es zu prüfen.

Unterstützung erhielt „Gegenwind in Schevenhütte“ von den Initiativen aus Hürtgenwald und Hamich-Heistern, von deren Erfahrungen die Schevenhütter profitieren wollen.

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