Neues Spielgerät: Treffpunkt für junge Familien

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Eine Bereicherung für Venwegen: Nina Grüttemeier neben dem Spielgerät, das dank des Engagements von Eltern und der Spenden der Einwohner aufgebaut werden konnte. Foto: Mohren

Stolberg-Venwegen. Seit vier Wochen steht es schon – am Samstag ab 14 Uhr wird es nun mit einem Fest eingeweiht: das neue Klettergerüst auf dem Spielplatz in Venwegen. Mit dem Spielgerät sei der Spielplatz wieder zum Treffpunkt für junge Mütter mit Kindern geworden, berichtet Nina Grüttemeier im Interview.

Sie selbst ist zweifache Mutter und Teil der Elterninitiative, die sich für das neue Gerät eingesetzt hat. Der neue Spielplatz ist ein Schritt, um den kleinen Ort am Eifelrand für Familien attraktiver zu gestalten und das Miteinander im Dorf zu fördern. Ein weiterer könnte folgen: Venwegen plant die Teilnahme am Städteregions-Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ – am 25. September ist der erste Infotermin. Mit Nina Grüttemeier hat Johannes Mohren über den Spielplatz, das Leben als junge Familie auf dem Dorf und den Dorf-Wettbewerb gesprochen.

Der Spielplatz erstrahlt in neuem Glanz. Wie kam es zu dem Spielgerät?

Grüttemeier: Der Spielplatz hier war einfach nicht mehr schön. Nicht dreckig, aber unattraktiv. Da stand bisher nur ein Spielgerät mit einer Rutsche – das war höchstens für die Zwei- bis Dreijährigen interessant. Die größeren konnten damit nur wenig anfangen, ihnen war schnell langweilig. Dementsprechend ist eigentlich kaum noch jemand hingegangen. Aber wir fanden es wirklich viel zu schade, dass das schöne Gelände brach lag und wir keinen wirklichen Treffpunkt hatten.

Verkommene Spielplätze – eine Situation, die viele Dörfer kennen. Doch neue Spielgeräte kosten Geld. Wie hat die Finanzierung in Venwegen funktioniert?

Grüttemeier: Wir haben uns als Eltern zusammengeschlossen und eine Initiative gegründet, um für ein Spielgerät auch für ältere Kinder zu sammeln. Zudem hat der „Verein Alte Schule“, der auch Kinder- und Jugendarbeit hier im Ort macht, uns bei dem Projekt unterstützt. Bei einer Dorfsammlung sind wir Eltern dann durch Venwegen gezogen und haben rund 1500 Euro gesammelt. Den restlichen Betrag haben größere Sponsoren beigesteuert, sonst hätten wir das Projekt nicht stemmen können. Die Stadt hat dann noch den Fallschutz erstellt und das Gerät aufgebaut. Das hätte sonst auch noch einmal enorme Kosten verursacht – und wir hätten das Gerät vermutlich nicht bestellen können.

Das neue Spielgerät steht nun bereits seit einigen Wochen. Wie hat sich der Spielplatz seitdem entwickelt – ist er wieder zum Treffpunkt geworden?

Grüttemeier: Ja, auf jeden Fall. Inzwischen treffen wir uns regelmäßig mit Eltern und Kindern auf dem Spielplatz. Wir haben sogar einen kleinen Chat bei WhatsApp, über den wir kommunizieren und uns häufig verabreden. Zwei Bänke sind für uns Mütter da – ganz attraktiv direkt vor dem Sandkasten.

Der Spielplatz ist jetzt brandneu. Aber immer wieder werden Geräte allerorts beschädigt. Haben Sie davor Angst, dass das auch in Venwegen passieren könnte?

Grüttemeier: Klar haben wir Angst davor. Leider kann man so etwas nie ausschließen. Ich hoffe aber natürlich sehr, dass uns das hier in Venwegen nicht passieren wird – gerade weil wir uns so viel Mühe gemacht haben.

Was für eine Bedeutung hat der Spielplatz, um auch junge Familien ins Dorf zu locken?

Grüttemeier: Ich glaube schon, dass der Spielplatz sehr wichtig ist. Zwar haben im Dorf auch viele Familien Schaukeln oder ähnliche Spielgeräte im Garten stehen, aber größere Klettergerüste natürlich nicht. Deshalb finden wir es schön, einen nun sehr attraktiven Spielplatz zu haben. So wird das Dorfleben auch ein bisschen gefördert: Leute lernen sich auf dem Spielplatz kennen und können so weiteren Anschluss finden. Ich hoffe, dass wir mit der Umgestaltung des Spielplatzes einen kleinen Beitrag dazu geleistet haben, dass jüngere Familien nach Venwegen ziehen.

Sie leben selbst mit zwei kleinen Kindern in Venwegen. Wie groß ist das Angebot für junge Familien im Ort und wie viel müssen sie fahren?

Grüttemeier: Man muss schon aus Venwegen rausfahren, um mit den Kindern größere Aktivitäten zu machen, etwa Schwimmen oder Turnen. Aber es ist nicht so, dass es hier im Ort keine Möglichkeiten gäbe: Vom Verein der Alten Schule wird viel angeboten, vor allem für Jugendliche – etwa der Offene Treff oder auch Ballettkurse und Ferienspiele. Da wird also schon viel Arbeit geleistet, und wir haben noch ganz viele weitere Ideen. Außerdem gibt es den Karnevalsverein, der eine Jugend aufbaut, die Schützen, die Pfadfinder und den Fuß-ballverein – sie alle sind sehr präsent und kümmern sich um den Nachwuchs. In der Pfarrei ist der Brigidakreis bemüht, immer wieder auch was für Familien mit Kindern und Jugendliche auf die Beine zu stellen. Ich denke schon, dass wir hier ein ganz gutes Dorfleben haben und dass das Venwegen auszeichnet und attraktiv macht.

Neben dem Thema Freizeit ist natürlich auch die Versorgung mit Kita-Plätzen – insbesondere U3 – und das Schulangebot für Familien wichtig. Wie ist Venwegen da aufgestellt?

Grüttemeier: Kita-Plätze haben wir genug. Es kommen sogar Kinder aus Breinig, die in ihrem Ort keinen U3-Platz bekommen haben und dann hier die Plätze nutzen. Der Kindergarten nutzt oft den direkt angrenzenden Wald für seine tollen Aktivitäten. Überhaupt ist die ländliche Umgebung gerade mit dem Wald ein Pfund, mit dem Venwegen wuchern kann – vor al-lem, weil sich das Berufsleben der Eltern immer mehr auf das städtische Umfeld fokussiert. Zur Grundschule müssen die Kinder nach Breinig oder Zweifall. Nach Breinig ist das überhaupt kein Problem – da gibt es für die Kinder eine eigene Busverbindung. Nach Zweifall müssen die Eltern die Kinder selbst bringen. Das ist sicherlich nicht nur an der Stelle ein Problem des Dorfes: Wer nicht motorisiert ist, hat an vielen Stellen Schwierigkeiten.

Damit die Eltern nicht zum Taxi-Unternehmen werden müssen, sind Angebote vor Ort unabdingbar. Sie haben über die Alte Schule gesprochen, der Spielplatz ist bereits zum neuen, attraktiven Treffpunkt geworden – und der nächste Schritt, das Dorfleben in Venwegen weiter ‚anzuschieben’, ist auch schon in Planung. Das Dorf will am Städteregions-Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilnehmen . . .

Grüttemeier: Ja, das stimmt. Aber ganz so weit ist es noch nicht – die Teilnahme steht noch nicht fest. Am 25. September um 19.30 Uhr wird es im Bürgerhaus erst einmal eine reine Informationsveranstaltung zu dem Projekt geben. Wir hoffen, dass da möglichst viele Venwegener vorbeischauen, und würden uns natürlich schon sehr freuen, wenn sich mehrere Leute aus dem Ort bereiterklären, an dem Projekt teilzunehmen. Erst einmal geht es jetzt also darum, ob sich genug Leute finden, die Lust darauf haben, sich zu engagieren und Venwegen schöner zu machen.

Wenn sich genügend Venwegener für das Projekt begeistern können, ist Ihr Dorf 2014 im Wettbewerb mit dabei. Was erwartet dann den Ort?

Grüttemeier: In der nächsten Phase ginge es dann darum, was wir konkret machen wollen, um unser Dorf zu verschönern. Da steht jetzt noch nichts Genaueres fest, aber an der Ideenfindung sollen ja auch alle teilhaben. Man startet letztendlich ein Projekt – in Breinig, das schon an dem Wettbewerb teilgenommen hat, war das zum Beispiel der Kräutergarten. Wir wollen durch die Teilnahme an dem Wettbewerb das Dorfleben noch weiter bereichern und ausbauen. Der Spielplatz war ein guter Start, aber nur ein Schritt von vielen. Das Klettergerüst war ja jetzt erstmal eine Idee der Eltern – vielleicht ginge das Projekt beim Dorf-Wettbewerb auch in eine völlig andere Richtung. Das ist eine Sache, bei der jeder mitmachen kann – und wir freuen uns über wirklich jede Art von Mithilfe und jeden Vorschlag.

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