Neues Sebastianuskreuz ersetzt zerstörten Zinkkorpus

Von: -jül-
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Noch nicht ganz fertig, aber wieder da: das neue Sebastianuskreuz am historischen Standort. Foto: Lange

Stolberg-Atsch. Es ist nicht mehr ein Zinkkorpus, wie bei dem Ende Mai mutwillig zerstörten Vorgänger. Aber Jesus Christus ist nun auch wieder in Gestalt eines hölzernen Wegekreuzes auf den Wiesen oberhalb der Sandgruben an der Atscher Sebastianusstraße an historischer Stätte präsent.

Am letzten Sonntag im Mai hatte Stadtarchivar Christian Altena bei einem Spaziergang den grausigen Fund gemacht. Völlig zerstört war der Korpus. Christliche Werte seien bewusst auf blasphemische Weise mit Füßen getreten worden, sagte Pastor Hans-Rolf Funken. Die Pfarrgemeinde St. Lucia richtete ein Spendenkonto ein.

Nun ist der Nachfolger des Kreuzes wieder an historischer Stelle zu finden. Im Jahr 1447 war das Sebastianuskreuz erstmals erwähnt worden. Es markierte die Grenze zur Reichsabtei Kornelimünster, während sich vermutlich die Gemeinden Eilendorf, Haaren, Weiden und Würselen das Waldgebiet Atsch teilten. Historiker vermuten, dass das Kreuz 1474 durch eine dem Heiligen Sebastianus geweihte Kapelle ersetzt wurde.

Sie soll 1626 und 1686 erneuert worden sein. 1807 wurde sie abgebrochen und durch ein Wegekreuz ersetzt. 1825 wurde der Wald aufgeteilt, der Standort des Kreuzes fiel Eilendorf zu, das den Wald bis auf die am Kreuz stehende Eiche rodete. Seit 1935 gehört das Areal zum Stolberger Stadtteil Atsch.

Um die Figur des Sebastianus ranken sich Sagen. Er soll nach seiner Überführung in die Eilendorfer Kirche wundersam an seinen Standort im Atscher Wald zurückgekehrt sein und erst nach einer neuerliche Prozession in St. Severin in Eilendorf verblieben sein.

Jedenfalls wurde vor drei Jahrzehnten ein neues Kreuz, gestaltet von Leo Stich, errichtet und am 26. Juli 1987 eingeweiht. 2011 wurde es erneuert und erhielt den Zinkkorpus. Nun ist die Geschichte des Sebastianuskreuzes um ein neues Kapitel erweitert.

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