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Neues Roma-Mahnmal mit bewegender Gedenkfeier eingeweiht

Von: Dirk Müller
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Das neue Mahnmal in Form einer von André Hennecken gestalteten Stele soll an das Schicksal der deportierten und in Auschwitz getöteten Stolberger Roma erinnern, und ein Ort sein, an dem man ins Gespräch kommt, um Zukunft zu gestalten. Foto: D. Müller

Stolberg. „Nicht vergessen, heißt auch ,nie wieder‘: Nie wieder Verharmlosung faschistischer Tendenzen in unserer Gesellschaft. Nie wieder zulassen, dass ein Terrorregime Menschen ermordet“, sagte Karen Lange-Rehberg anlässlich des 70. Jahrestags der Deportation der Stolberger Roma.

Mit einer bewegenden Gedenkfeier ist am Sonntag das neue Mahnmal, das an die 37 verschleppten und in Auschwitz ermordeten Stolberger erinnert, am Hauptbahnhof eingeweiht worden. Die von dem Breiniger Bildhauer André Hennecken angefertigte Stele trägt die Namen der getöteten Roma, ein symbolisches Wagenrad und den Schriftzug „Gegen das Vergessen“.

Initiiert hatten das Mahnmal und die Gedenkfeier die „Gruppe Z“, der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten) und das Stolberger Bündnis gegen Radikalismus, und die Einweihung erfolgte in einem würdigen Rahmen, zu dem die Sinti-Kapelle „Bamberger“, bei der Kulturmanager Max Krieger den Kontrabass spielte, einfühlsame Klänge beisteuerte. In seiner Begrüßung erinnerte Ralf Dallmann an die getöteten Menschen, von denen 21 noch Kinder waren. Der Jüngste war Gustav Wassilkowitsch, dessen Namen der Platz vor dem Hauptbahnhof heute trägt.

Dallmann dankte außerdem der Stadtverwaltung und der EVS (Euregio Verkehrsschienennetz GmbH) für die gute Zusammenarbeit im Vorfeld der Errichtung des Mahnmals sowie der EWV (Energie- und Wasser-Versorgung GmbH) und allen anderen Spendern für die finanzielle Unterstützung. Kurt Heiler von der VVN-BdA verdeutlichte am Beispiel der Neonazis, die regelmäßig den Hass durch Stolbergs Straßen tragen würden, dass Rassismus leider ein aktuelles Thema sei, und Bürgermeister Ferdi Gatzweiler betonte, es sei die Aufgabe unserer Gesellschaft, sich mit allen demokratischen Mitteln dem Extremismus entgegenzustemmen.

Außerdem verwies er auf die Umgestaltung der Rhenaniastraße, die 2014 beginnen werde: „Nach den Baumaßnahmen wird dieses Mahnmal im Mittelpunkt einer gepflegten Anlage stehen.“ Gatzweiler unterstrich die Bedeutung der Gedenkstätte mit der klaren Aussage: „500.000 ermordete Sinti und Roma dürfen nicht in Vergessenheit geraten.“ Während Lange-Rehberg, die zuvor eine Übersetzung des Roma-Liedes aus Auschwitz verlesen hatte, das Schicksal der Stolberger Roma-Familie Lassisch und einer Eschweiler Sinti-Familie schilderte, befasste sich Iris Biesewinkel in ihrem Redebeitrag mit der Situation der Roma heute.

Udo Beitzel stellte die „Gruppe Z“ (Zukunft ohne Faschismus, Fremdenhass und Krieg) vor, die das Verbot aller Neonazi-Vereinigungen fordert und gegen das Vergessen der nationalsozialistischen Gräueltaten arbeitet. Für das Stolberger Bündnis gegen Radikalismus ergriff Markus Stork das Wort: „Das Mahnmal soll ein Ort sein, an dem der getöteten Menschen und der schrecklichen Vergangenheit gedacht wird, und an dem die Stolberger ins Gespräch kommen, um Zukunft zu gestalten“, wünschte sich Stork. Nachdem die Sinti-Kapelle „Bamberger“ das traditionelle Roma-Lied „O siawo szukar“ gespielt hatte, endete die ergreifende Gedenkfeier mit der Niederlegung von Blumen an dem neuen Mahnmal.

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