Neues Puzzle zwischen Inseln aus Asphalt

Von: Jürgen Lange
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Eine echte Puzzlearbeit wird die Wiederherstellung der Asphaltdecke im Donnerberger Goepelschacht werden. Denn erneuert werden sollen nur die Bereiche, die nicht aufgerissen wurden. Die linke Fahrbahnhälfte ist komplett aufgerissen, von der rechten ist es etwa die Hälfte und alle paar Schritte musste auch der Gehweg in ein Bauloch verwandelt werden. Anlieger bezweifeln, dass dies nachhaltig sein wird. Foto: J. Lange

Stolberg-Donnerberg. „Hier sieht es aus wie nach dem Krieg“: Irmgard und Dieter Lukosek sind sauer. Aus zehn geplanten sind mittlerweile 20 Wochen Bauzeit geworden, in denen die eigentlich so ruhige Straße „Am Goepelschacht“ eine unruhige Baustelle ist.

Selbst kleiner Regenguss macht die Fahrbahn zur „Donnerberger Seenplatte“, denn eigentlich besteht die Straße derzeit zu zwei Dritteln aus verfüllten oder offenen Baugruben.

Die Lukoseks und viele Nachbarn fühlen sich von der Stadt verschaukelt. Freitags vor dem Baubeginn am 27. Januar erfuhren sie mit einem Wurfzettel der Stadt erstmals von der Maßnahme, die die Anlieger der kleinen Straße nun schon doppelt so lange belästigt wie geplant.

Das ertragen die Donnerberger mit einer gehörigen Portion Kopfschütteln. Es ist das kleinteilige Flickwerk und dessen Perspektiven, die für Unmut sorgen. „Die Arbeiter geben ihr Bestes, sind freundlich und nehmen so gut sie können Rücksicht“, lobt Marianne Lukosek. „Jeder mit dem man spricht, egal von Stadt oder Unternehmen, ist höflich – und dennoch hat man das Gefühl, nichts zu erreichen“.

Erreichen möchten die Lukoseks, die seit 1965 hier wohnen, jedenfalls, dass ihre Straße wieder in einem vernünftigen Zustand hergestellt wird – was sie allerdings bezweifeln. „Der Goepelschacht war zwar eine alte Straße, aber augenscheinlich in Ordnung“, sagt Dieter Lukosek. Bis vor zwei Jahren. Damals wurden Strom- und Gasleitungen in den Gehwegen erneuert. „Da lag die Baustelle über den harten Winter auch lange brach“, erinnert sich Lukosek.

Nachdem die Bürgersteige wieder asphaltiert waren, zeigten sich schnell Risse und erste Absackungen, erzählen die Donnerberger. „Nachdem nun die schweren Maschinen immer wieder über die Wege fahren, ist alles nur noch schlimmer geworden.“ Erst recht auch deshalb, weil die Bürgersteige alle paar Schritte aufgerissen werden müssen. Der alte Kanal läuft durch die Vorgärten, der neue jedoch auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Nun muss für jedes Gebäude einzeln der Hausanschluss vom alten Kanal abgebunden und an den neuen angeschlossen sowie die ehemalige Rohrleitung versiegelt werden. Das macht jede Menge Arbeit, kostet viel Zeit und hinterlässt ein Patchwork an Asphaltflecken wie Inseln in der Südsee.

Allerdings sollen Straße und Gehwege nicht eine neue Asphaltdecke aus einem Guss erhalten, sondern lediglich um die verbleibenden Asphaltinseln herum soll eine neue Bitumendecke gezogen. Solch ein Puzzle macht ebenfalls jede Menge Arbeit. „Und wie lange soll das dann halten?“, fragen sich die Lukoseks – und glauben, dass die Stadt dann in ein paar Jahren doch den Goepelschacht wieder erneuern muss.

„Wir werden überall dort neu asphaltieren, wo etwas kaputt ist“, kündigt Fachbereichsleiter Bernd Kistermann an. Also dort, wo Baugruben sind und dort, wo der verbliebene Asphalt defekt ist. Aber es werde keine neue Decke aus einem Guss geben. Denn dies würde eine Heranziehung der Anlieger zu den Kosten auslösen, so der Chef im Tiefbauamt: „Das werden die Bürger doch wohl kaum wollen.“

Bezahlen wollen die Anlieger in der Tat nicht. Denn aus ihrer Sicht sind es die Versorgungsträger und die Stadt mit ihrer neuen Kanalleitung schuld, dass die Straße, die ja bis vor zwei Jahren in Ordnung gewesen sei, nun zerstört ist. „Da kann man doch wohl erwarten, dass die Arbeiten auch wieder ordentlich und komplett zu Ende gebracht werden“, sagen Marianne und Dieter Lukosek.

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