Neues Parkhaus und Sanierung: Hauptbahnhof verändert sein Gesicht

Von: Jürgen Lange
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Dieses Bild wird sich ab Oktober verändern. Auf dem Gelände der P+R-Anlage wird ein Parkhaus mit 354 Stellplätzen. Die ungeliebte Unterführung zum Mittelbahnsteig (links) verschwindet zugunsten einer Überführung mit Aufzug, die das Parkhaus barrierefrei anschließt. Foto: J. Lange

Stolberg. Wer genau hinschaut, bemerkt bereits in diesen Tagen die Vorboten großer Taten. Es wird aber Oktober werden, bis sich die bekannte Welt am Stolberger Hauptbahnhof entscheidend verändert.

Dann legen zwei Partner los mit ihren Projekten, die von Berufspendlern und Gelegenheitskunden seit langem erwartet werden: Das Parkplatzangebot wird deutlich erweitert und die Mittelbahnsteig an der Hauptstrecke zwischen Lüttich und Köln wird barrierefrei erreichbar.

Bis das soweit ist, wird freilich noch ein Jahr Bauzeit ins Land ziehen, da die Arbeiten an einer der am meisten befahrenen Gleisstrecken nur unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen erfolgen können. Mit der vollständigen Inbetriebnahme des modernisierten Bahnsteigs für Gleis 1 und 2 sowie der neuen Personenüberführung kalkuliert die DB Netze mit Oktober 2017.

Mit dem Bau ihres Parkhauses mit 354 Stellplätzen auf acht Ebenen will die Kupferstadt deutlich schneller fertig sein: „Anfang 2017“, kalkuliert Tobias Röhm vorsichtig den Zeitablauf für das mit 3,2 Millionen Euro kalkulierte Projekt. Bei Arbeiten im Umfeld des Hauptbahnhofes muss man trotz umfassender Voruntersuchungen stets auf Überraschungen gefasst sein: Hinterlassenschaften des Bergbaus, unbekannte Wasseradern und Überbleibsel aus Kriegszeiten können immer wieder für Probleme sorgen. Deshalb beginnt auch die DB neben dem Einbau von Streckentrennern in die Oberleitung zur Abschaltung einzelner Abschnitte auch mit der Sondierung von Kampfmitteln für die „Skywalk“ genannte Personenüberführung in das Parkhaus und für den Bahnsteig-Umbau.

Im Januar 2017 wird zunächst eine provisorische, acht Meter hohe Personenüberführung eingebaut, die allerdings noch nicht barrierefrei ist. Treppensteigen ist für die meisten der täglich rund 2500 Fahrgäste angesagt. Parallel wird der DB PlusPunkt genannte Unterstand und die übrige Ausstattung abgebaut. Bis März 2019 soll die Unterführung zwischen Gleis 2 und 43 verschlossen und der Bahnsteig für Gleis 2 erneuert sein.

Gleichzeitig beginnt der Bau des Treppenturms für den „Skywalk“ auf dem Bahnhofs-Vorplatz. Für März bis Mai ist die Modernisierung des Bahnsteigs für Gleis 1 angesetzt. Beide Haltepunkte werden dann mit einer Länge von 220 Metern die Voraussetzungen für den neuen Rhein-Ruhr-Express aufweisen, der ab Dezember 2018 seinen Fahrplan aufnimmt. Über diesen Standard verfügt bereits das der EVS gehörende Gleis 43, das als Ausweichbahnsteig genutzt werden kann.

Im Juni kehrt nicht nur der DB PlusPunkt zurück, sondern es erfolgt der Bau des Treppenturms auf dem Mittelbahnsteig und die stählerne, nicht überdachte Überführung von Gleis 43 und 2 wird eingebaut. Bis Oktober sollen Aufzüge und Technik montiert sein. In dem Monat soll der „Skywalk“ in Betrieb genommen werden, so dass die provisorische Überführung wieder demontiert werden kann. Es verbleiben ein paar Restarbeiten.

Die Dauer der Arbeiten ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass ein Mittelbahnsteig nun einmal mitten im Gleisbett liegt. Und das bedeutet, dass eine Zufahrt mit Straßenfahrzeugen nicht möglich ist. Alle Arbeiten müssen vom Gleis aus erfolgen. Deshalb mietet sich die DB im Güterbahnhof der EVS ein, um die Logistik für den Bauzug gewährleisten zu können. Das Einheben der Überführung des „Skywalks“ soll mit Rücksicht auf die Oberleitung aber vom Bahnhofsvorplatz aus erfolgen – in enger Abstimmung mit dem Bauablauf des Parkhauses.

Vorgesorgt hat die Kupferstadt in Kooperation mit der EVS auch für die Bauzeit des Parkhauses, das auf dem Gelände der heutigen P+R-Anlage errichtet wird. Entsprechend entfallen dort während der Arbeiten die Stellplätze. Als Ersatz werden Parkflächen angeboten an der Probsteistraße auf einem EVS-Gelände direkt neben der Feuerfeste Peters. Nach dem Ausbau des ersten Abschnittes der Rhenaniastraße folgt der Neubau bis zum Bahnhof im Anschluss an die Fertigstellung des Parkhauses.

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