Neues Modell erntet viel Skepsis

Von: Michael Grobusch
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In welchem Rahmen wird der Betreuungsbetrieb der offenen Ganzttagsschule in Zweifall zukünftig organisiert?
An dieser Frage scheiden sich offenbar die Geister. Foto: M. Grobusch

Stolberg-Zweifall. Das Gebilde hat Risse bekommen in den vergangenen Wochen - nicht das neue Betreuungshaus, wohl aber das neue Betreuungskonzept für die Grundschule Zweifall.

Die umstrittenen Pläne des derzeitigen Fördervereinsvorstandes, die im Rahmen des offenen Ganztages angebotene Betreuung in eine gemeinnützige Gesellschaft (gGmbH) auszugliedern, sorgen auch in den Ferien für viel Gesprächsstoff.

Dass der Übergang vielen Mitgliedern Kopfschmerzen bereitet, hatte sich schon auf der Versammlung des Fördervereins vor zweieinhalb Wochen gezeigt. Dort wurde die grundlegende Entscheidung vertagt und lediglich die Gründung eines runden Tisches beschlossen, an dem Einwände und Ideen thematisiert und Fragen beantwortet werden sollen.

„Ich bin für alle Optionen offen”, betonte Andrea Prym-Bruck auf Anfrage unserer Zeitung. „Wenn es eine Lösung gibt, die wirtschaftlich sinnvoll und ohne die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft machbar ist, werde ich diese natürlich mittragen.” Die scheidende Fördervereinsvorsitzende hatte mit Verweis auf den finanziellen Umfang und den organisatorischen Aufwand zuvor die Gründung der gGmbH gefordert und bei der Mitgliederversammlung ihre Position dargelegt. Die Mehrheit konnte Prym-Bruck an diesem Abend jedoch offensichtlich nicht überzeugen. Skepsis rief nicht nur das komplizierte juristische Konstrukt einer gGmbH hervor, sondern auch der Umstand, dass diese von einer hauptamtlichen Kraft geführt werden soll.

Für Verwunderung sorgte zudem der hohe Kassenbestand des Fördervereins. „Wir haben nicht nur gut, sondern perfekt gewirtschaftet”, erklärt die Vorsitzende. Neben Elternbeiträgen seien auch Förder- und Sponsorengelder eingegangen. „Weil viel Geld naturgemäß aber auch viele Begehrlichkeiten weckt, haben wir uns immer ein bisschen bedeckt gehalten”, so Andrea Prym-Bruck.

Das gilt weniger, wenn es um das Ziel der Arbeit im Förderverein geht. „Schule muss heute Aufgaben übernehmen, die sie früher nicht hatte und die der Staat weder finanzieren noch leisten kann”, lautet ihre Forderung. Größere Teile der Mitglieder und dem Vernehmen nach auch des Lehrerkollegiums sehen dies aber anders und lehnen deshalb eine Satzungsänderung ab. Diese hatte die Vorsitzende vorgeschlagen mit dem Ziel, die Aufgabenbereiche des Fördervereins auf die „vorschulische und außerschulische Förderung von Kindern und Jugendlichen” auszuweiten.

Die bei der Versammlung offenkundig gewordenen Widerstände haben bei Andrea Prym-Bruck zu einer „ziemlichen Ernüchterung” geführt. „Da ist eine âHauptsache-uns-geht-es-gut-MentalitätÔ sichtbar geworden.” Aber auch die „persönlichen Angriffe” haben ihre Spuren hinterlassen.

Dass es nicht um Persönliches, sondern um das Wohl der Kinder geht, betonen derweil die beiden führenden Vertreter der Schulpflegschaft. „Wir müssen die perfekte Lösung für unsere Kinder finden”, fordert die Vorsitzende Vanessa Genter. Und ihr Stellvertreter Heinrich Lentfort stellt fest, dass sich bislang „eine große Mehrheit im Förderverein nicht mit der gGmbH anfreunden kann”.

Ob sich das Stimmungsbild nach den Osterferien ändern wird, bleibt abzuwarten. Nach dem ersten Treffen am runden Tisch dürfte klarer werden, wie es mit der Betreuung und dem Förderverein an der Grundschule Zweifall weitergehen wird.
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