Neues Mietwagenunternehmen sorgt für Preiskampf

Von: cro
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Immer der Reihe nach – nicht nur am Taxistand. Für die Branchenvertreter in Stolberg gilt seit Anfang des Jahres der Mindestlohn, in absehbarer Zeit soll eine Fahrpreiserhöhung erfolgen. Und mittendrin: Eine Fünf-Euro-„Kampfansage“ eines neuen Mietwagenkonkurrenten. Foto: Lukas Franzen

Stolberg. Mindestlohn, Fahrpreiserhöhung, Fünf-Euro-Konkurrenz: Gleich drei Faktoren beeinflussen die Unternehmensbilanzen der Stolberger Taxi- und Mietwagenanbieter. Während der Mindestlohn von 8,50 Euro zur Jahreswende eingeführt wurde und eine Fahrpreiserhöhung für Taxifahrten – von mindestens 12,5 Prozent – eventuell im März vom Städteregionsrat beschlossen wird, drückt ein Preiskampf den Streckentarif für Mietwagen innerhalb des Stadtkerns.

Auslöser ist ein Angebot der Funkmietwagenzentrale Adler mit fünf Autos: Innerhalb des Stolberger Stadtkerns gilt eine Fünf-Euro-Pauschale. Die so genannte Ortsfahrt schließt Büsbach, Donnerberg, Liester, Münsterbusch und Atsch ein. „Fünf Euro? Das geht nicht ohne Schwarzarbeit“, äußert Dieter Kirchhoff, Geschäftsführer von Taxi-fix.

„Mietwagen müssen 19 Prozent steuern zahlen, da bleibt nicht viel übrig.“ Taxiunternehmen müssen sieben Prozent abschlagen. In den Preiskampf im Stadtkernverkehr greift Taxi-fix (zehn Taxis, fünf Mietwagen) nicht ein, da das Privatkundengeschäft im Vergleich zum gewerblichen Bereich und längeren Transferfahrten nur im einstelligen Prozentbereich liege.

Burak Topal, Inhaber von Adler, entgegnet: „Ein niedriger Preis bedeutet nicht direkt Schwarzarbeit, wir sind neu in der Stadt mit einem neuen Preis. In anderen Städten der Städteregion sind diese ähnlich oder sogar niedriger.“ Die preisliche Kampfansage erläutert Topal wie folgt: „Wir sind im Aufbau und haben daher eine niedrigere Gewinnspanne als andere Anbieter.“ Er ist froh, die anfänglichen Kosten decken zu können.

Burg Taxi, ein weiteres von dem Niedrigpreis betroffenes Unternehmen, sieht er aufgrund der unterschiedlichen Gewinnspanne auch nicht als „echte Konkurrenz“. Die Entwicklung müsse nun zeigen, inwiefern Topal als reiner Mietwagenanbieter künftig die Preise skalieren werde. Anders als Taxiunternehmer ist Topal nicht tarifgebunden. Er kann frei entscheiden.

Wandel möglich

Burg Taxi selbst hat für seine Mietwagenflotte bestehend aus vier Autos (bei acht Taxis) die Preise als Reaktion ebenfalls auf fünf Euro gedrückt, von sieben. Von dem Vorwurf seitens Taxi-fix distanziert sich Marco Böttger, stellvertretender Geschäftsführer. Zudem erklärt er: „Wir wollten die Preise nicht senken. Wir mussten, obwohl fünf Euro unrealistisch sind.“ Das von Burg Taxi als „Treuebonus“ für das „Jubiläumsjahr 2015“ angepriesene Angebot gelte nur kurzfristig, so Böttger. Nämlich höchstens solange, bis jener Entscheid der Städteregion die Taxipreise neu reguliert. Sonst könnte der Mietwagenbetrieb den von der Fahrzeuganzahl doppelt so starken Taxibetrieb kannibalisieren.

Zumindest habe bei Burg Taxi die Anhebung des Mindestlohns die Ausgaben nicht so drastisch betroffen, da man vorher bereits „nah am Mindestlohn“ bezahlt habe. Daher hatte und werde diese Neuerung alleine in absehbarer Zeit keinen Stellenabbau veranlassen. „Wenn unser Umsatz durch Adler sinkt, sieht es dagegen schlechter aus“, skizziert Böttger.

Sollte der Taxifahrpreis nun deutlich steigen, die Mietwagenpreise dagegen nur leicht oder eventuell gar nicht, hieße eine mögliche Konsequenz auf längere Sicht: Weniger Taxis, mehr Mietwagen. „Es könnte natürlich sein, dass die Mietwagen die Taxis ersetzen“, sagt Böttger. Und das hat Konsequenzen für die Kunden: längere Wartezeiten, keine gelben Schilder mehr an Bahnhof oder Stammkneipe.

Denn anders als Taxis dürfen Mietwagen nicht in der Fußgängerzone auf Fahrgäste warten, sondern nur auf Abruf aus der Zentrale zum Kunden fahren.

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