Neues Einkaufszentrum entsteht

Von: Jürgen Lange
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Vom alten Gelände des Schleicher-Werkes bleibt die historische Bausubstanz erhalten: Ein moderner Verbrauchermarkt soll auf der frei geräumten Fläche an der Eisenbahnstraße entstehen. Foto: Jürgen Lange

Stolberg. Das „älteste Messingwerk der Welt” steht auf dem Schriftzug am Kopf der alten Walzwerkhalle; „Stolberger Metallwerk KG - von Asten, Lynen und Schleicher” ist auf dem polierten Messingschild am Pförtnerhaus zu lesen. Erinnerungen an eine traditionsreiche Zeit der Metallverarbeitung an der Eisenbahnstraße, die längst Geschichte geworden ist.

2005 hatte als heutige Eigentümerin die KME Europe AG ihre Kapazitäten an der Kupfermeisterstraße konzentriert. Mittlerweile ein halbes Dutzend Jahre währen die Überlegungen und Bemühungen um eine Nachfolgenutzung des damaligen Werkes II.

„Es ist eine schwierige Sache”, sagt Klaus Schleicher, Nachfahre der traditionsreichen Kupfermeisterdynastie. Das schwierige an der Sache ist die wirtschaftlich zukunftsträchtige Ansiedlung von neuem Gewerbe und Dienstleistungen auf der einen Seite, die Vorstellungen und Wünsche der Stadt an eine innenstadtverträgliche Lösung an dem als sensibel geltenden Standort auf der anderen.

Gleich in Blickweite auf der anderen Seite der Vicht, allerdings ohne eine direkte Anbindung an die Eisenbahnstraße, die eine klassifizierte Landesstraße ist, haben sich Ende der 90er Jahre Discountmärkte im „Prattelsack” angesiedelt.

Seitdem hadern Stadtplaner mit dem Standort, sehen in ihm eine Konkurrenz zum Einzelhandel in der Innenstadt. Andere definieren den Bereich als Teil der Innenstadt. Entsprechend kontrovers setzte die Stadt in der Vergangenheit ihre planungsrechtlichen Instrumente ein.

Mal ohne, mal mit Bebauungsplan sollte Einfluss genommen werden auf die weitere Entwicklung des ehemaligen Werksgeländes, für dessen Nachfolgenutzung 2006 eine Bauvoranfrage genehmigt wurde. Seit Herbst 2007 soll eine so genannte Veränderungssperre den Einfluss der Politik auf Ansiedlungsvorhaben garantieren für den Bereich, der im 2008 verabschiedeten Einzelhandelskonzept als einer von drei Sonderstandorten neben der Innenstadt und fünf Nebenzentren genannt ist.

In das Sonderzentrum kommt wieder Bewegung. Während Aldi seine Filiale derzeit um einen Backshop ergänzt, rollen an der Eisenbahnstraße die Bagger. Das Gelände des traditionsreichen Metallwerks wird vorbereitet für neue Investitionen.

„Wir sind dabei, die Verträge mit Investoren abzustimmen”, zeigt sich Klaus Schleicher zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres die Unterschriften auf den Papieren getrocknet sind. Die Kupfermeisterfamilie möchte von ihrem Vorkaufsrecht gegenüber der KME Gebrauch machen. Etwa ein Drittel des insgesamt knapp 18.000m2 großen Geländes in unmittelbarer Nähe des Kupferhofes will sie halten.

„Es geht darum, die industrielle und private Nutzung abzugrenzen”, sagt Schleicher. In die drei vorhandenen Gebäude des Altbestandes soll wenig störendes Gewerbe, Werkstätten, Labore oder technische Büros einziehen. „Details sind aber noch nicht spruchreif”, betont Schleicher. Gesichert ist allerdings, das die historische Bausubstanz des Werkes erhalten bleibt, die Anfang des 20.Jahrhunderts und früher entstanden war. Beispielsweise das Pförtnerhaus und der Industriekamin.

Natürlich auch die denkmalgeschützte Fassade der Werkhalle an der Eisenbahnstraße. Sie soll die neue Adresse für einen Getränkemarktes mit rund 800m2 werden. Diese Ansiedlung ist einer der beiden geplanten Kernpunkte für die übrigen zwei Drittel des Werksgeländes, das ein Investor erwerben will.

Der zweite ist die Ansiedlung eines Netto-Verbrauchermarktes mit einer innenstadtverträglichen Verkaufsfläche von 800m2. Sie gilt übrigens als Ersatz für die im Sommer 2008 an der Eschweilerstraße geschlossene, kleinere Plus-Filiale, in die in Kürze ein danisches Bettenlager einziehen möchte.

Für beide Märkte an der Eisenbahnstraße hat der Ausschuss für Stadtentwicklung bereits das planungsrechtliche Einvernehmen und die Ausnahme von der Veränderungssperre erteilt; sie waren auch Bestandteil der alten Bauvoranfrage.

Noch den Ausschuss passieren müssen die Pläne für die Vorhaben, die rund um die beiden Märkte das Gelände an der Eisenbahnstraße bereichern sollen. „Die Gespräche dazu laufen, sind aber noch nicht spruchreif”, hält sich Schleicher bedeckt und verweist auf die noch laufenden Verhandlungen mit dem potenziellen Investor.
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