Neues Buch von Dietmar Sous: Ein origineller Liebesroman

Von: red
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Dietmar Sous bei einer seiner Lesungen: Einfach „nur“ vorlesen, das ist nichts für ihn. Er gestikuliert wild und beantwortet auch gerne Fragen der Zuhörerschaft. Foto: D. Müller

Stolberg. Der Stolberger Schriftsteller Dietmar Sous geht mit seinem neuesten Werk „Roxy“ auf Lesetour. Warum er selbst in der Kupferstadt so verwurzelt ist und wieso auch Leser aus der Region bei der Lektüre von „Roxy“ immer wieder auf Vertrautes treffen werden, sich zum Beispiel an eigene Besuche in einer Kupferstädter Gaststätte oder in einem Aachener Programmkino erinnern, das erklärt vielleicht sein Lebenslauf.

Denn Sous wuchs als Sohn einer Hausfrau und eines Steinbrucharbeiters in Breinigerberg auf – ein Kind der Kupferstadt also.

Nach dem Abitur 1973 arbeitete er im Tiefbau und in Fabriken. Danach war er 16 Monate lang im Zivildienst als Krankenpfleger tätig. Mit dem Roman „Glasdreck“ debütierte er 1981 und wurde mit seinem Erstlingswerk für den Aspekte-Literaturpreis des ZDF nominiert, der für das beste deutschsprachige Prosa-Debüt vergeben wird.

Sein drittes Buch „B-Film“ wurde 1985 mit dem Förderpreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Zudem erhielt er ein Stipendium des deutschen Literaturfonds und ein Literaturstipendium des Landes NRW. Auch sein vorletztes Buch „Sweet about me“ brachte ihm großes Lob. Nun hat er ein neues Buch geschrieben und geht damit auf Lesetour.

Zum Inhalt: Mitte der 1970er Jahre: Der junge Paul, „Roxy“ genannt, ist ein Analphabet aus dem Arbeitermilieu. Aus Hörfunksendungen häuft er ein enormes Wissen an, so dass es ihm gelingt, den Analphabetismus selbstbewusst zu überspielen. „Er ist ein großer Bluffer“, beschreibt Sous. „Roxy“ verliebt sich in Sonja, eine Tochter aus gutem und reichem Hause.

Aus dem Klassenunterschied, „Roxys“ Erfahrungen als Hilfsarbeiter, der Tatsache, dass der 18-Jährige es versäumt, den Kriegsdienst zu verweigern und als Deserteur gesucht wird, bevor er als Zivildienstleistender im Krankenhaus landet, erwächst ein Buch, das sehr viel mehr ist als „nur“ ein origineller Liebesroman. Dietmar Sous erzählt die Geschichte einer wahren Liebe mit tiefgründiger Romantik und doch fernab jeden Klischees.

Die Handlung des Buches überrascht mit witzigen wie tragischen Wendungen und fesselt kurzweilig im Stile eines Roadmovies. Sie ist mit illustren Randfiguren gespickt, mit viel Humor und bisweilen auch Melancholie eng und authentisch verwoben mit der Zeit, in der Frauen Miniröcke trugen, Männer Zigaretten der Marke „Güldenring“ rauchten, und die Musik aus dem Kofferradio kam.

In gewisser Weise ist „Roxy“ auch ein Heimatroman, denn „beim Schreiben habe ich immer Stolberg und Aachen vor Augen“, erklärt Dietmar Sous. Streng an die lokalen Gegebenheiten halte er sich aber nicht. „Wenn der Tivoli strategisch besser in der Innenstadt liegt, dann positioniere ich ihn halt dorthin.“

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