Neuerungen sind ein Schlüssel zum Festival-Erfolg

Von: Dirk Müller
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Beste Festival-Stimmung bis weit nach Mitternacht: Wie hier auf dem Alter Markt oder auch in den zahlreichen Kneipen der Altstadt wurde bei akustischen, optischen und kulinarischen Genüssen die Kultur des Partnerlandes Irland genossen. Foto: J. Lange

Stolberg/Dublin. „Sláinte, Kupferstadt“: Mit Tausenden Besuchern, einem vollen wie hochklassigen Programm, irischem Lebensgefühl und Stolberger Charme war das Kulturfestival ein voller Erfolg. Was nicht selbstverständlich ist, denn bei der neunten Auflage von „Stolberg goes …“ griffen einige Veränderungen.

„Die Neuerungen sind auf Grundlage der Erfahrungen aus den vorherigen acht Veranstaltungen entstanden und teils auch auf Wunsch des Bürgermeisters erfolgt“, beschreibt Kulturmanager Max Krieger.

Und diese Änderungen „haben auch einige Risiken mit sich gebracht“, räumt Tim Grüttemeier ein. Doch Bürgermeister und Kulturmanager sind sich einig: „Die Modifikationen haben sich bewährt.“ Die vielleicht signifikanteste Neuerung war, dass es an dem Sonntag erstmals keine große Parade gab. „Stattdessen aber viele kleine, bei denen die Besucher selbst zur Parade wurden“, verweist Krieger auf die „Walking Acts“. Tatsächlich folgten zahlreiche Gäste immer wieder den Dudelsackgruppen und ließen sich musikalisch vom Kaiserplatz in die Altstadt ziehen und umgekehrt.

„Am verkaufsoffenen Sonntag gab es tolle Programmpunkte auf der großen Bühne am Kaiserplatz, auf der Aktionsbühne am Steinweg, im Burg-Center, in der Altstadt und an der Burg. So haben wieder Tausende Gäste den Festivalbesuch genossen, sind aber nicht gleich nach dem Anschauen der Parade wieder nach Hause gefahren, sondern verweilten diesmal länger in der Innenstadt“, bewertet Grüttemeier den neuen Sonntag von „Stolberg goes…“.

Der am Sonntagnachmittag nahezu permanent „ausgebuchte“ Kaufland-Parkplatz spricht für diese Einschätzung, und der Bürgermeister verspricht, dass Besucher den Parkplatz auch künftig am Sonntag und am Samstagabend des Festivals nutzen können.

Apropos Samstagabend: Ein großes Konzert, das mehr Menschen anzieht, als in der Altstadt normalerweise Platz finden, sollte auf dem Kaiserplatz stattfinden. Das war die Vorgabe für Krieger. Sie hat er mit dem Konzert der „Stars from the Commitments“ zweifellos erfüllt: Rund 2000 Musikfans feierten den „Dublin Soul“ der irischen Band. „Doch das große Experiment daran war, dass die Konzerte in der Altstadt erst nach 22 Uhr begonnen haben. Und die Herausforderung war, möglichst viele Konzertbesucher vom Kaiserplatz in die Altstadt zu locken“, erklärt Krieger.

Fazit zu diesem Punkt: Experiment gelungen, Herausforderung gemeistert und noch mehr. Die „Coriovallum Pipe Band“ mit Dudelsäcken und Trommeln zog nicht nur Hunderte mit sich, sondern von „Highland Cathedral“ und „Amazing Graze“ begleitet am Abend durch Steinweg, Klatter- und Burgstraße zu ziehen, war ein besonderes Erlebnis mit Gänsehautfaktor. In der Altstadt angelangt, stellte sich heraus, dass diese schon zuvor sehr gut gefüllt war. „Eine Großveranstaltung mit einem Publikumsmagneten auf dem Kaiserplatz birgt zudem viel Potenzial in sich. Ein bekannter Name wie diesmal die „Commitments“ hilft sehr, das gesamte Festival in der Region und besonders darüber hinaus bekannter zu machen“, erläutert der Kulturmanager.

Die offizielle Eröffnung von „Stolberg goes Irland“ ging kurz und knapp über die Bühne – und am Samstag. Der Freitagabend hingegen startete gleich mit starkem Programm. Die „Pat McManus Band“ spielte als Highlight im Rittersaal, es gab Livemusik am Burghaus und ab 22 Uhr in vier Altstadtkneipen bei der gut besuchten „Irish Pub Night“. „Auch an diesem neuen Konzept können wir festhalten, denn es ist sehr gut angekommen“, meint Grüttemeier. Grundsätzlich sei die Resonanz auf „Stolberg goes Irland“ durchweg positiv gewesen, sagt Krieger. Der Kulturmanager habe oft Sätze gehört wie, „jetzt bloß nichts mehr verändern“, oder „lass es genau so, wie es jetzt ist“.

Negative Kritik habe es kaum gegeben, und wenn zielte diese auf „Luxusprobleme“ ab. „Dass immer wieder mal das Guinness knapp wurde, zeigt auch, wie gut besucht die ersten beiden Festivalabende waren“, so Krieger, der betont: „Mein Dank gilt den Sponsoren, deren starkes Engagement eine derart gelungene Veranstaltung überhaupt erst möglich gemacht hat –und zwar kostenlos für alle Besucher und für die Stadt Stolberg.“

Termin frühzeitig bekannt

Nicht ganz glücklich gewesen sein mögen auch terminliche Überschneidungen, die mit zeitgleichen Festen und Veranstaltungen in Stolberg für „stadtinterne Konkurrenz“ sorgten. Stolberg goes Irland war trotzdem hervorragend besucht, so der Bürgermeister: „Schöner wäre es aber, wenn künftig die Termine besser abgestimmt würden. Wir geben den Termin von „Stolberg goes …“ deshalb ja immer so früh im Jahr bekannt“, erläutert Grüttemeier. „Die Veranstalter anderer Feste hätten sich bestimmt über mehr Besucher gefreut und damit durchaus davon profitiert, nicht ausgerechnet das Wochenende des Kupferstädter Kulturfestivals für ihr Fest gewählt zu haben“.

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