Neuer Trainer und neue Sportart bei der SG Stolberg

Von: Christian Ebener
Letzte Aktualisierung:
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Das neue Trainer-Team der Taekwondo-Abteilung, Marcus und Nicole Ketteniß, Katharina Kleyer und Manuel Zakrzewski (von links), will ein attraktives Zusatzangebot im Verein bieten.

Stolberg-Gressenich. Am Ende gab es doch recht schnell weißen Rauch über dem Sportplatz Bovenheck: Nach der Trennung von Uwe Daun wird Oliver Heinrichs die Kreisliga-A-Mannschaft des Fusionsclubs übernehmen. Auch abseits des Fußballs will man sich breiter aufstellen, eine neue Taekwondo-Abteilung soll interessierte Jugendliche, aber auch Erwachsene nach Gressenich locken.

Mit der Verpflichtung des Fußball-Trainers, der den FC Inde Hahn von der Kreisliga B in die Mittelrheinliga führte, setzt der Verein ein deutliches Ausrufezeichen.

Die Verpflichtung von Heinrichs durch Teammanager Hubert Morschel hat durchaus für großes Aufhorchen in Stolberg gesorgt, denn die Bilanz des Fußballlehrers ist beeindruckend. 16 Jahre stand er bei Inde Hahn an der Seitenlinie, coachte den Dorfclub bis in die Mittelrheinliga, schlug Alemannia Aachen in einer Pokalsensation. Nach fast einem Jahr Pause also jetzt der Neuanfang in der Kreisliga A bei den Stolbergern, die bisher nur sechs Punkte in sechs Spielen sammeln konnten.

Die Verhandlungen liefen durchaus schnell, wie Heinrichs und SG-Vorsitzender Axel Wirtz jetzt erklärten. Für Wirtz ist es eine Optimallösung, denn Heinrichs ist in der Basis verwurzelt und kennt auch das Geschäft der Kreisliga. Natürlich ist es kein großes Geheimnis, dass bei dem Fusionsclub mittelfristig der Aufstieg im Fokus sein soll, kurzfristig soll der Trainer sein Team „kennenlernen, an den nötigen Stellschrauben drehen“ und selbstverständlich „die Punktesituation verbessern“.

Auch für Heinrichs standen „Perspektive und Ziele“ im Vordergrund. Durch den Kunstrasenplatz und den solide aufgestellten Verein ließ sich Heinrichs schnell von der Aufgabe überzeugen. Wirtz betonte zudem, dass auch die Mannschaft die nötige Substanz habe, die sie aber bisher nicht abrufen konnte - Siege gelangen bisher nur gegen die Abstiegskandidaten aus Lichtenbusch und Vichttal II.

Ein konkretes Saisonziel ließ sich der Trainer allerdings noch nicht entlocken. Er will sich ein „Bild machen von der Mannschaft“ und im Winter gegebenenfalls noch mal nachlegen, alles weitere müsste sich jetzt ergeben. Wer den erfolgsverwöhnten Trainer, der immerhin vier Aufstiege sammelte und mit einem Punkteschnitt von 1,91 glänzt, kennt, weiß dass er diese Aufgabe mit viel Ehrgeiz angehen wird. Fußballerisch will er weiterhin „gepflegten Fußball“ spielen lassen, nicht ohne Kampf und Leidenschaft außer Acht zu lassen.

Weltmeister an der Matte

Aber auch an anderer Stelle geht der 300-Mitglieder-Club neue Wege. Zusätzlich zu Fußball, Tischtennis und Gymnastik wird jetzt Taekwondo bei den Blau-Gelben angeboten. Und auch hier setzt man auf ein Trainerteam der Marke „erfahren und erfolgreich“. Das Ehepaar Marcus und Nicole Ketteniß, das zusammen auf eine Weltmeisterschaft, sieben Europameisterschaften und 42 Deutsche Meisterschaften kommt, baut zusammen mit Katharina Kleyer, ebenfalls mehrfache Deutsche Meisterin, und dem Hapkido-Weltmeister Manuel Zakrzewski die neue Abteilung auf und wollen damit eine sportliche Versorgungslücke im Süden der Kupferstadt schließen.

„Dieses zusätzliche Angebot wollen wir regelmäßig anbieten“, betont Marcus Ketteniß, der bereits den Taekwondo-Verein KSG Taeguk in Alsdorf betreibt. Als ehemaliger Cheflandestrainer NRW konnte er bereits umfangreiche Erfahrung in der Ausbildung sammeln.

Für das Trainerteam ist die koreanische Kampfsportart eine ganz besondere Leidenschaft. Der Schwerpunkt liegt hier in den spektakulären Beintechniken und belohnt seine Sportler mit starker Fitness und gesteigertem Selbstbewusstsein. Dabei dient die Sportart besonders zur Selbstverteidigung und ist damit für alle Altersklassen interessant. „Der gegenseitige Respekt und die Erlernung der erforderlichen Disziplin“, wie Ketteniß bestätigt, „gehören zu jedem Training.“ Die geistige und physische Komponente beeindrucken gleichermaßen – das gilt auch für die SG Stolberg, die diese Sportart jetzt in der Halle in Gressenich anbietet.

Der Kontakt entstand jedoch mehr durch einen Zufall, denn Geschäftsführer Markus Thörner und Marcus Ketteniß kennen sich bereits aus der Schule und planten seit 2016 diese Kooperation. Langfristig soll Stolberg eine „bedeutende Größe in der Taekwondoszene“ werden, plant Ketteniß. Dabei will man jede Altersgruppe und sowohl Männer, als auch Frauen ansprechen. Mit vier Trainern und zwei Gruppen (bis 13 und ab 14 Jahren) soll die neue Abteilung aufgebaut werden. Ein Probetraining ist immer möglich, Eltern sind auch mit ihren Kindern willkommen. Trainiert wird immer dienstags von 18 bis 20 Uhr. Informationen gibt es bei Marcus Ketteniß unter Marcus-Ketteniss@gmx.de oder Telefon 0163/3124011.

Sehr bereichert

Taekwondo hat die Familie Ketteniß „sehr bereichert und geprägt“, und diese Erfahrungen möchte sie jetzt nahe ihrer Heimat in Schevenhütte weitergeben. Dafür ist die SG Stolberg der optimale Kooperationspartner, da er auch regelmäßige Hallenzeiten anbieten kann. Auch der Vorsitzende der SG Stolberg betont klipp und klar: „Das ist eine Win-win-Situation!“ Denn mit dem Angebot sollen nicht nur neue Mitglieder geworben, sondern auch bisherige Mitglieder angesprochen werden. Auch Ketteniß stellt fest: „Das Motto der SG Stolberg, ‚Wir bewegen was‘, werden wir gemeinsam verwirklichen!“

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