Neuer Leiter der Wohnungsgenossenschaft „Woge“

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Aleksander Godau, geschäftsführender Vorstand der Wohnungsgenossenschaft „Woge“, ist für rund 1250 Wohnungen zuständig. Foto: D. Müller

Stolberg. Seit Freitag ist Aleksander Godau der neue Geschäftsführer der seit dem Jahr 1900 bestehenden Wohnungsgenossenschaft „Woge“ Stolberg. Dirk Müller sprach mit dem 35-Jährigen über seinen interessanten Werdegang sowie über den Auftrag und die Tätigkeit der Woge.

Wie sind Sie von Breslau in unsere Region gelangt?

Godau: Meine Mutter ist Polin und mein Vater Deutscher. Bis zu meinem zehnten Lebensjahr bin ich in Polen aufgewachsen, dann ist meine Familie in die Heimatstadt meines Vaters, nach Düren, gezogen. Ich bin dann hier zur Schule gegangen und habe im Anschluss an der Fachhochschule Aachen studiert.

Was haben sie studiert?

Godau: Zunächst Bauingenieurwesen mit Fachrichtung Baubetrieb. Als Diplom-Bauingenieur habe ich anschließend erste Berufserfahrung gesammelt und dann noch das Immobilienmanagement-Studium aufgenommen und mit dem „Master of Engineering Facility Management“ abgeschlossen.

Wie ging es beruflich für Sie weiter?

Godau: Bei einem Geldinstitut war ich in Frankfurt am Main in den Bereichen Vermögens- und Immobilienmanagement tätig, bevor ich als Projektleiter in Luxemburg und der Schweiz, vorwiegend aber in Süddeutschland bei der Sanierung von Pumpspeicherkraftwerken im Einsatz war.

Und wie sind Sie zur Woge Stolberg gekommen?

Godau: Als meine Ehefrau Natalie schwanger wurde, haben wir gemeinsam den Entschluss gefasst, dass unser privater Lebensmittelpunkt künftig näher an meinem beruflichen liegen sollte. Denn ein Arbeitsplatz im Raum Aachen als Dauerlösung würde dem Familienleben gerechter werden. Genau am Tag der Geburt unserer Zwillingstöchter Lia und Ella las ich dann in der Tageszeitung die Stellenausschreibung der Wohnungsgenossenschaft Stolberg und habe mich beworben.

Sie sind erst seit einem Tag neuer Geschäftsführer der Genossenschaft. Wie viel Zeit werden Sie benötigen, um sich einzuarbeiten?

Godau: Glücklicherweise überhaupt keine, da ich bereits seit September 2015 bei der Woge tätig bin. Von den Vorstandsmitgliedern Werner Jansen und Ferdi Gatzweiler bin ich an das operative Geschäft herangeführt und bestens eingearbeitet worden. Außerdem haben wirklich alle Mitarbeiter der Woge mich nicht nur freundlich und herzlich aufgenommen, sondern mir durch kommunikativen und kooperativen Umgang miteinander den Einstieg enorm erleichtert.

Was genau ist Ihr operatives Geschäft?

Godau: Die Stolberger Wohnungsgenossenschaft besitzt derzeit 625 Wohneinheiten, die gepflegt und vermietet werden müssen. Zudem verwaltet die Woge weitere 630 Wohnungen im Auftrag anderer Immobilienbesitzer. Wir haben das Know-how, die sehr gut qualifizierten Mitarbeiter und die Erfahrung von 116 Jahren, so dass wir auch für andere Hausbesitzer attraktiv sind.

Die Woge ist eine seriöse Institution und bietet neben den klassischen Hausverwaltungsaufgaben wie Vermietung, Betriebskostenabrechnung und Instandhaltung auch einen großen Handwerker-Pool aus Stolberger Betrieben, die sich schnell um Probleme der Mieter kümmern. Neuerdings gehört auch der Verkauf von Immobilien zu unserem Service.

Was ist der Unterschied zwischen der Woge und klassischen Immobilienunternehmen oder Hausverwaltungsbetrieben?

Godau: Als Genossenschaft arbeiten wir nicht gewinnorientiert. Wir betreiben die Woge zwar natürlich wirtschaftlich mit dem Ziel, schwarze Zahlen zu schreiben, aber diese schwarze Zahlen sind für uns keine Gewinne, sondern Investitionsmittel.

Konkret fließen derzeit 700.000 Euro jährlich in die Instandhaltung und Modernisierung unserer Immobilien, die eben nicht von Mietern bewohnt sind, sondern von Mitgliedern unserer Wohnungsgenossenschaft. Die Menschen sind ja in erster Linie Teil einer starken Gemeinschaft, zuerst Mitglieder und Anteilseigner der Woge, und dann erst sind sie Mieter. Die Woge trägt für ihre Mitglieder und auch generell eine hohe soziale Verantwortung.

Wie äußert sich diese soziale Verantwortung?

Godau: Zum einen in dem genossenschaftlichen Zusammenhalt. Die Woge Stolberg ist eine der ältesten Selbsthilfeorganisationen in unserer Region und hat sich von 1900 bis heute auf die Fahne geschrieben, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen, in dem Menschen gerne leben.

Mit unseren neueren Gebäuden an der Hastenrather und der Duffenter Straße bieten wir zum Beispiel energieeffizienten und damit umweltfreundlichen sowie barrierefreien Wohnraum mit Topp-Ausstattung für alle Generationen an – zu einer Quadratmeter-Miete von unter 5 Euro.

Einen kleinen Beitrag zur Integration leistet die Woge auch: Wir vermieten circa 20 Wohnungen zum normalen Preis laut Mietspiegel an die Stadt Stolberg zur dezentralen Unterbringungen von Schutzsuchenden. Und in Kooperation mit der Kupferstadt Stolberg betreuen wir die Menschen auch. Vor allem aber bekommen sie in unseren Häusern Anschluss an ihre direkte Nachbarschaft, was viele positive Effekte mit sich bringt.

Wie richtet die Woge sich künftig aus?

Godau: Für uns ist es wichtig, sowohl die genossenschaftliche Tradition zu wahren, als auch zukunftsorientiert zu arbeiten. Dementsprechend werden wir weiterhin bildlich gesprochen zweigleisig fahren. Das bedeutet, wir wollen mittel- und langfristig neuen, modernen und günstigen Wohnraum schaffen, Priorität hat aber auf alle Fälle die Bestandspflege.

Wir investieren, um die Wohnungen für unsere Mitglieder attraktiv zu halten. Energetische Sanierungsmaßnahmen wie Fassadendämmung und Einbau neuer Heizungen, Fenster und Türen helfen, die Verbrauchskosten unserer Mitglieder zu senken, und erhöhen den Wohnstandard ebenso wie Renovierungen und neue Bäder.

Wir gehen dabei nicht nur notwendige und zweckmäßige Renovierungsmaßnahmen an, sondern arbeiten auch an optische Verschönerungen, damit unsere Mitglieder sich in ihren Wohnungen stets wohlfühlen.

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