Neuer Höchstand erreicht, doch der Blick geht bereits Richtung 2014

Von: fla
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Weiterhin gefragt: In den Nahr
Weiterhin gefragt: In den Nahrungsmittelgewerken werden Lehrlinge gesucht, vor allem angehende Bäcker. Foto: imago/Olaf Döring

Stolberg/Aachen. Der Trend ist erfreulich, dennoch gibt es Nachbesserungsbedarf, vor allem mit Blick auf die Zukunft: Die Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) verzeichnet knapp einen Monat vor Ablauf des Vermittlungsjahres einen hohen Anstieg bei der Zahl der Ausbildungsverhältnisse.

Mit 4210 neuen Verträgen sei die Zahl der Ausbildungsverhältnisse im Vergleich zum Vorjahr um genau 2,9 Prozent gestiegen. „Das ist der höchste Stand an Neueintragungen seit mehr als 20 Jahren”, sagt Gisbert Kurlfinke von der IHK-Berufsbildungsabteilung. Zum Jahresende rechnet die Kammer mit rund 5000 abgeschlossenen Verträgen.

Immer mehr Unternehmen bereiten sich, so IHK-Sprecher Fritz Rötting, mit der Ausbildung „über Bedarf” auf den doppelten Abiturjahrgang vor, der über den Arbeitsmarkt im kommenden Frühjahr hereinbrechen wird. „Viele Firmen bilden jetzt schon so viel aus, um sich ihre eigenen Fachkräfte für die Zukunft zu sichern.”

Ab 2014/15 sei aufgrund sinkender Schülerzahlen nämlich mit einem deutlichen Rückgang der potenziellen Auszubildenden zu rechnen, pro Jahr könnten dann - theoretisch - 400 bis 500 Lehrlinge im gesamten Kammerbezirk fehlen.

Rötting: „Deshalb bilden Unternehmen aktuell schon so viel aus, weil in zwei, drei Jahren alle weniger vom Kuchen abbekommen und der Markt dann leergefegt sein wird.” IHK-Geschäftsführer Heinz Gehlen ergänzt: „Der demografische Abschwung wird sich deutlicher als ohnehin schon bemerkbar machen, wenn Unternehmen nicht jetzt schon dagegen steuern und mehr junge Leute als aktuell notwendig einstellen.”

In zwei Jahren könne von einem neuen Plus, neuen Rekorden in puncto Lehrverträgen keine Rede mehr sein, „spätestens dann geht es eher darum, den Bestand zu wahren.” Unternehmen, die bereits jetzt Probleme hätten, geeignete Bewerber zu finden, würden in Zukunft vor noch größeren Herausforderungen stehen.

2161 neue Lehrverträge wurden in diesem Jahr im Kammerbezirk der Handwerkskammer Aachen abgeschlossen, was einer Zunahme von 3,9 Prozent im Vergleich zu 2011 bedeutet (82 Stellen mehr). „Beliebt sind nach wie vor Ausbildungsberufe wie Kfz-Mechatroniker, Tischler, Friseur und Fachverkäufer im Nahrungsmittelbereich”, sagt Elmar Brandt, Sprecher der Handwerkskammer.

„Die erneute Zunahme zeigt, dass Betriebe sich früher um Nachwuchskräfte kümmern, da die Zahl der Schulabgänger nach dem doppelten Abi-Jahrgang 2013 immer stärker zurück geht und die Unternehmen Fachkräfte brauchen.”

Aktuell seien noch mehr als 200 Stellen über die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer abrufbar. Brandt: „Das zeigt, dass viele betriebe noch geeignete Bewerber suchen und die Ausbildungsbereitschaft im Handwerk nach wie vor hoch ist.” Gefragt seien Lehrlinge vor allem in den Nahrungsmittelgewerken Bäcker, Fleischer sowie Konditor und im Metall- und Elektrobereich.
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