Neuer Generalvikar und neuer Dompropst im Bistum

Von: Patrick Nowicki und Claudia Schweda
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Wird neuer Dompropst im Bistum Aachen: der bisherige Generalvikar Manfred von Holtum. Foto: Robert Esser
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Pfarrer Andreas Frick aus Eschweiler wird neuer Generalvikar. Foto: Tobias Röber

Aachen/Eschweiler/Stolberg. Das Bistum Aachen vollzieht eine Personalrochade, um zwei Ämter neu zu besetzen: Neuer Dompropst wird der bisherige Generalvikar Manfred von Holtum (70). An seine Stelle als Generalvikar rückt der bisherige Eschweiler Pfarrer Andreas Frick (50). Das teilte das Bistum am Freitag mit.

Am 7. Dezember wird von Holtum als Nachfolger von Dompropst Helmut Poqué (75) in sein neues Amt eingeführt. Frick soll beim Neujahrsempfang von Bischof Heinrich Mussinghoff am 9. Januar als neuer Generalvikar vorgestellt werden.

Damit werden rund ein Jahr, bevor das Bistum mit der Suche nach einem neuen Bischof beginnen wird, zwei zentrale Positionen neu besetzt: Der Dompropst ist Sprecher des Domkapitels, das die Besitztümer rund um den Dom verwaltet. Der Generalvikar ist der Stellvertreter des Bischofs und trägt als Verwaltungschef die finanzielle Verantwortung für das Bistum und die personelle Verantwortung für rund 1800 Mitarbeiter.

Allerdings endet mit der Amtszeit des Bischofs nach Kirchenrecht automatisch auch die des Generalvikars. Bischof Mussinghoff plant, mit seinem 75. Geburtstag im Oktober 2015 aus dem Amt zu scheiden.

Belesen, aufmerksam

Der 50-Jährige Frick leitet seit 2007 die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Eschweiler. Vor wenigen Wochen feierte er sein silbernes Priesterjubiläum, wofür er eigens nach Rom reiste. Dort traf er den entpflichteten Papst Joseph Ratzinger, der ihn 1989, 16 Jahre vor seinem Amtsantritt als Benedikt XVI., in Rom zum Priester geweiht hatte.

In Eschweiler begleitete Frick erfolgreich die Fusion von St. Antonius Röhe, St. Michael, Herz Jesu und St. Peter und Paul zur Gemeinschaft der Gemeinden. Frick gilt als sehr belesen und aufmerksamer Gesprächspartner, der auch bei schwierigen kirchlichen Themen Stellung bezieht. Ihm ist es gelungen, dass der Fusionsprozess der Eschweiler Hauptpfarre ohne Nebengeräusche gelang.

Frick sieht es als großen Vertrauensbeweis an, dass der Aachener Bischof ihn zum Generalvikar ernennen wird. Er habe Respekt, aber keine Angst davor, dem Bistum und dem Bischof von Aachen in dieser neuen Funktion zu dienen, heißt es in einer schriftlichen Mitteilung von Freitag. Das Bistum Aachen stehe vor der Herausforderung, gewachsene Strukturen so zukunftssicher zu machen, dass auch unter den sich wandelnden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen das gemeinschaftliche Leben eines spirituell lebendigen christlichen Glaubens in den Gemeinden möglich bleibe.

Der Kirche komme als Künderin der Menschenfreundlichkeit Gottes in einer kälter werdenden Gesellschaft eine wichtige Rolle zu. Bischof Mussinghoff dankte Frick für die Bereitschaft, das nicht leichte Amt des Generalvikars zu übernehmen. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit ihm: „Ich bin sicher, dass es Ihnen gelingen wird, die Herzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, und ihr Engagement zu fördern.“

Der in Aachen geborene und in Stolberg aufgewachsene Frick verbrachte viele Jahre in Rom. Dort studierte er Theologie, ehe er Kaplan in Meerbusch-Osterath und 1997 Domvikar in Aachen wurde. Im gleichen Jahr promovierte er. Von 2007 bis 2010 leitete er das Pauluskolleg in Bonn, das Theologenkonvikt des Bistums Aachen. Seit 2005 ist er Richter am kirchlichen Arbeitsgericht erster Instanz der Bistümer in NRW. Er ist Bischöflicher Beauftragter für das Klarissenkloster „Maria Lind“ in Waldfeucht-Braunsrath.

Anlässlich seines Priesterjubiläums sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung: „Die Kirche hat sich verändert. Sie ist in den Jahren bescheidener geworden.“ Auf die Vorgänge um den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst angesprochen, meinte er: „Hier ist vieles öffentlich ausgetragen worden, was eigentlich eher Gegenstand brüderlicher Zurechtweisung gewesen wäre. Hier muss sich Kirche auch selbst hinterfragen. Wir sind schließlich nicht nur Anbieter von Festen.“

Sein Vorgänger Manfred von Holtum ist seit 1997 Generalvikar. In seiner Amtszeit musste er die schwierige Aufgabe meistern, die Diözese aus der Finanzkrise im Jahr 2003 herauszuführen. Bischof Heinrich Mussinghoff dankte von Holtum am Freitag für seinen längjährigen Einsatz, insbesondere in den schwierigen Zeiten. Er habe das Bistum durch den schmerzhaften Prozess der Sanierung geführt, in der auch Kündigungen ausgesprochen werden mussten. „Diese schwere Last hast Du gut mit Deinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen getragen,“ betonte Mussinghoff. „Das hat Kraft gekostet und auch Anfeindungen bewirkt.“

Von Holtum war 1970 in Aachen zum Priester geweiht worden. Nach Kaplansjahren an St. Andreas in Setterich wechselte er 1972 in verschiedenen Funktionen an den Niederrhein. Von 1993 bis 1997 war er Direktor des Caritasverbandes im Bistum, bevor er Generalvikar wurde. Ganz neu ist die Arbeit im Domkapitel für ihn nicht: Seit 2003 ist er dort Residierender Domkapitular. Auf seine neue Aufgabe als Dompropst freut er sich ganz besonders, „weil der Aachener Dom für die Aachener, das Bistum und auch für mich eine große Bedeutung hat.“

Fricks Amt als Pfarrer in St. Peter und Paul in Eschweiler wird nach Angaben eines Bistumssprechers der Pfarrvikar Christoph Graaf kommissarisch übernehmen. „Die Suche nach einem Nachfolger beginnt jetzt“, hieß es am Freitag.

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