Neuer DRK-Kleiderladen ist gut besucht

Von: Leona Otte
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Die Leiterin des Stolberger Kleiderladens, Elke Grohs (rechts), überreicht coole Ware für geringes Geld an eine Kundin, die auf ihrer spannenden Suche nach Besonderheiten bereits fündig geworden ist. Foto: L. Otte

Stolberg. „Endlich kommt hier wieder Leben rein“, freuten sich bereits einige Stolberger im Vorfeld, als sie registrierten, dass sich in der Rathausstraße, genauer gesagt im Haus mit der Nummer 43, etwas tut. Vielleicht fiel es dem einen oder anderen Anwohner zuvor schon beim Vorbeigehen auf.

Ein Blick in das Schaufenster genügte, um festzustellen: In Stolberg eröffnet ein neuer Second Hand! Dabei feierte der Deutsche Rote Kleiderladen bei strahlendem Sonnenschein am Samstag nicht nur seine Eröffnung, sondern auch sein Comeback.

Früher etwas versteckt gelegen in der kleinen Unterführung gegenüber dem Eincafé „Il Caffé Gelato“, ist mit dem neuen Standort eine viel bessere Zugänglichkeit verbunden. Schon auf der Straße hieß Simona Conrad, die Verantwortliche für die Kleiderläden in der gesamten Städteregion, die Kunden willkommen.

Und diese erschienen so zahlreich, wie es ein kleiner Laden in Stolberg lange nicht gesehen hat. Einer Boutique ungemein ähnlich, betritt man einen hübsch gestalteten Raum von etwa 200 Quadratmetern Fläche und findet dort ein ganzes Sortiment vor: T-Shirts, Pullis, Hosen, Jacken, Mäntel, Schuhe, Sportbekleidung, ja sogar Handtaschen, Schmuck und Markenstücke sind dabei.

Für Second Hand-Liebhaber, Frauen wie Männer, ein absoluter Traum: „Wir sind rein zufällig hier reingekommen, und meine Tochter hat tatsächlich etwas gefunden“, sagt Claudia Knips, während sich Töchterchen Matilda mit ihrem Pferde-T-Shirt in der Hand an sie schmiegt und lächelt. Natürlich, in der Suche besteht ja auch der Reiz.

Second Hand ist Trend und wird es auch weiterhin bleiben, nicht nur in Stolberg. Spätestens seit Guido Maria Kretschmers Tv-Sendung „Shopping Queen“ ist klar: Second Hand ist eine gute Sache. Findet auch Simona Conrad: „Die Sachen haben schließlich einen Wert, und wir kümmern uns hier darum, dass sich die Leute auch wertgeschätzt fühlen.“

Aus einem anderen Grund ist dagegen Roswitha Aretz da: „Ich bin eigentlich hierher gekommen, um Kleidungsstücke vorbeizubringen und finde, es ist ein ganz toller und ansprechender Laden geworden. Ich horte die Sachen schon seit einem Jahr und bin wirklich froh, dass ich jetzt und künftig eine passende Anlaufstelle habe“, so die Dame.

Genauso wie ihre Mitbringsel landen auch die anderen Spenden, zum Beispiel aus den hiesigen DRK-Containern zunächst erstmal im Lager. Werden dort auf ihre Qualität kontrolliert, sortiert und aufgebügelt.

Woraufhin sie für geringes Geld zwischen einem und acht Euro in den Verkauf gehen – in der Hoffnung, dass sie ein neuer Träger findet, der sie ins Herz schließt: „Gerade jetzt im Frühjahr kommt es in den Kleiderschränken ja wieder zum ausmisten. Es ist schön, wenn die Leute, die genug haben, ihre Sachen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen und nicht alles weggeworfen wird“, betont Ingo Kohnen, der Präsident des DRK Kreisverband Städteregion Aachen.

So ist für jeden etwas dabei: Für Schüler und Studenten, aber auch für die ganz normale Hausfrau bis hin zur Oma mit der kleinen Rente. Anderthalb Wochen der Vorbereitung hat es bedurft. Das Team um Leiterin Elke Grohs, darunter auch die 15-jährige Hobby-Dekorateurin Michelle Monecke, hat in der Zeit ordentlich mit angepackt und bis ins Detail alles liebevoll zurechtgemacht. Mit Erfolg, denn den Kunden hat die Wiedereröffnung – zumindest den vollen Tüten nach zu urteilen – gefallen. Stolberg als Second Hand-Stadt? Ja, warum eigentlich nicht, das Konzept jedenfalls im Deutschen Roten Kleiderladen scheint aufzugehen.

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