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Neuer Beauftragter: Inklusion erhält jetzt ein Gesicht

Von: gro
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Er ist ab sofort Ansprechpartner im Rathaus, wenn es um Inklusion geht: Arnd Praschinger. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Der Inklusionsbeauftragte ist schon da, die Inklusion aber muss noch kommen. Das ist eine plakative Aussage, zugegeben, und dennoch trifft sie den Kern der Sache. Denn mit der Berufung von Arnd Praschinger in seine neue Funktion macht die Stadt Stolberg einen großen Schritt nach vorne und muss zugleich darauf achten, den Bürgern nicht davonzueilen.

„In der Diskussion sind wir eigentlich schon zu weit“, stellt Ferdi Gatzweiler fest. „Das Thema Inklusion muss zunächst einmal in den Köpfen der Menschen ankommen“, fordert der Bürgermeister und dämpft damit zugleich die Erwartungshaltung gegenüber dem neuen Beauftragten. „Auch in Stolberg ist vielen Bürgern noch gar nicht klar, was Inklusion heißt und konkret bedeutet.“

Damit wäre dann auch die erste große Herausforderung für Arnd Praschinger benannt. „Ich sehe mich vor allem als Ansprechpartner, an den man sich vertraulich wenden kann, der Fragen beantwortet und Hilfestellungen leistet. Und als Netzwerkarbeiter“, definiert der 43-Jährige seinerseits den Anspruch an die neue Stelle. Sie wurde auf Vollzeitbasis eingerichtet, „schließlich wollen wir uns jetzt richtig auf den Weg machen“, wie Fachbereichsleiter Willi Seyffarth betont.

Das bedeute, Inklusion als gesamtgesellschaftliche Aufgabe darzustellen und zu begreifen. „Das beschränkt sich nicht auf Kindergärten und Schulen“, so Seyffarth. Und auch nicht auf Barrierefreiheit. „Es wäre leicht, einen Architekten rundzuschicken und zu ermitteln, wie die öffentlichen Gebäude ohne Hindernisse für alle zugänglich gemacht werden können“, meint Ferdi Gatzweiler. Doch das sei nicht nur unter rein finanziellen Aspekten unseriös.

Apropos Geld: „Wir müssen uns sicherlich auch über Geld unterhalten, aber das in den Vordergrund zu stellen, ist der falsche Ansatz“, zeigt er sich überzeugt. Das gelte auch für das in einem Ratsbeschluss geforderte „große Konzept“. „Wir haben jetzt einen Inklusionsbeauftragten, der zunächst einmal Basisarbeit leisten und ein Netzwerk aufbauen muss“, betont der Bürgermeister. Und dafür brauche es zunächst Zeit.

Arnd Parschinger will das Tempo gleichwohl von Beginn an hochhalten. „Das ist ein sehr reizvolles Aufgabengebiet. Als man mich angesprochen hat, habe ich sofort zugesagt“, schaut Praschinger zurück. Grundsätzlich aber soll der Blick nach vorne gerichtet sein. Zunächst im Erdgeschoss, später dann auf der sechsten Etage des Rathauses wird Arnd Praschinger sein Büro haben und dort die Fäden zusammenführen.

Dabei setzt er auch auf die Unterstützung der Stolberger: „Ich möchte mich gemeinsam mit ihnen dieser Herausforderung stellen.“ Das ist als Aufforderung zum Mitmachen zu verstehen, von der sich jeder angesprochen fühlen kann.

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