Stolberg - Neuer Anlauf zur Trennung vom DB-Netz

Neuer Anlauf zur Trennung vom DB-Netz

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
Moderner Arbeitsplatz für Fah
Moderner Arbeitsplatz für Fahrdienstleiter Karsten Riemann: Im neuen elektronischen Stellwerk im Hauptbahnhof laufen die Fäden des Gleisnetzes und der Haltepunkte der EVS Foto: J. Lange

Stolberg. Die Fahrdienstleiter sind begeistert von ihrem neuen Arbeitsumfeld. Vor wenigen Tagen haben sie das Gebäude des historischen Stellwerks am Bahnübergang Aachener Straße getauscht mit dem Hauptbahnhof.

Während ein großer Teil des Gebäudes noch eine Baustelle ist, wird auf der ersten Etage des Seitentraktes seit zwei Wochen mit dem neuen Elektronischen Stellwerk der Verkehr der Euregiobahn gesteuert.

Zumindest auf der Straße zwischen dem Bahnhof Altstadt und dem Stolberger Hauptbahnhof sowie auf der Strecke nach Langerwehe und in Alsdorf. Doch nicht erfolgen konnte die zum 4. Dezember geplante Trennung zwischen dem Netz der Deutschen Bahn und dem der EVS im Bereich des Hauptbahnhofes. „Das lag keinesfalls an technischen Schwierigkeiten”, versichert Thomas Fürpeil, Geschäftsführer der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH, dass die Zusammenarbeit mit Generalunternehmer Siemens wie gewohnt gut verlaufe.

Allerdings „haben wir im Rahmen der umfangreichen Genehmigungsprozesse eine einzelne Frist versäumt”, erklärte Siemens-Vertriebsleiter Heiko Müller auf Anfrage unserer Zeitung. Und damit wurde die Kette der sicherheitstechnischen Überprüfungen jeder einzelnen Maßnahme so unterbrochen, dass die Trennung des EVS- vom DB-Netz zum geplanten Termin nicht mehr durchgeführt werden durfte. „Sicherheit steht auf der Schiene immer an allererster Stelle”, erklärte EVS-Geschäftsführer Christian Hartrampf.

Der Bahnkunde selbst wird von den technischen Feinheiten nichts merken. „Sowohl der Betrieb der Euregiobahn wie auch der Güterverkehr sind nicht beeinträchtigt”, versicherte Fürpeil. Verzögert werde allerdings die Inbetriebnahme zusätzlicher Gleise im westlichen Güterbahnhof.

Siemens strebt nun eine Genehmigung zur Trennung der Netze für das Frühjahr an, wie Regionalleiter Manfred Fuhg ankündigte. „Alle beteiligten Partner sind bemüht, die Voraussetzungen in guter Zusammenarbeit zu schaffen”, sind sich Fugh und Fürpeil einig.

Dann wird es allerdings noch einmal zu kurzzeitigen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr kommen, wenn die genehmigten und durchgeführten technischen Umschaltungen zur Weichen-, Signal- und Sicherheitssteuerung einem Praxistest unterzogen werden. Erst wenn alle Genehmigungen, Planungen, Umrüstungen und Einrichtungen für den Schienenverkehr einwandfrei vorliegen und funktionieren darf der Betrieb auf der Strecke unter neuen Vorzeichen laufen.

Über 100 Gleiskilometer

Dann werden 90 Prozent der Euregiobahnstrecke vom neuen Stolberger Stellwerk aus betreut, auf das problemlos die Umschaltung der vier Kilometer langen Gleisstrecke nach Altstadt nebst Bahnhofsbereich erfolgt ist. Mit der Voll­endung des Ringschlusses nach Alsdorf im kommenden Jahr stellt die EVS die Infrastruktur von rund 100 Gleiskilometern, davon etwa 40 in den Bahnhöfen und 69 Kilometer auf der Strecke, für Güter- und Personenverkehr sicher.

Sicher bedeutet auch, dass die EVS für den Fall der Fälle vorbereitet ist. Das elektronische Stellwerk ist am Hauptbahnhof doppelt installiert. Gleich im Nachbarraum steht ein zweiter Arbeitsplatz für den Notfall zur Verfügung.

Vom rustikalen Charme einer 170-jähriger Bahntradition in Stolberg ist an den Computer-Arbeitsplätzen allerdings nicht mehr viel zu spüren. Ein Knopfdruck genügt heute, um eine Weiche zu stellen, für die im mechanischen Stellwerk noch ein großer Hebel umständlich umgelegt werden musste. In Stolberg ist die EVS heute auch moderner ausgestattet als die große Deutsche Bahn nebenan: Relais erledigen im Stellwerk aus den Anfängen der 1980er Jahre die Arbeit.

Derweil sind die Tage des Stellwerk-Gebäudes am Bahnübergang Aachener Straße gezählt. Die Stadt soll dort die Verkehrssituation vor dem Bahnübergang durch verbreiterte Abbiegespuren verbessern, so sieht es die vor zehn Jahren geschlossene Eisenbahnkreuzungsvereinbarung vor.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert