Neue Tangenten sollen Verkehr stärker entlasten

Von: Robert Flader
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Knackpunkt Sebastianusstraße: Die Atscher Hauptverkehrsstraße soll im Zuge des Verkehrskonzeptes „Stolberg West” durch eine Ortsumgehungsstraße entlastet und für Fußgänger sicherer werden. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Nein, die Anwohner brauchen keine Angst zu haben, dass die westlichen Stolberger Stadtgebiete irgendwann zu Geisterstädten werden. Auch wenn das geplante Verkehrskonzept „Stolberg West” durchaus dafür sorgen soll, dass sie verkehrstechnisch deutlich entlastet werden.

In erster Linie sollen, einer Verkehrsuntersuchung des Planungsbüros IVV zufolge, Breinig und Atsch durch Ortsumgehungen und sogenannte Tangenten stärker vom Pendlerverkehr befreit werden. Doch auch die im Konzept „Stolberg West” enthaltenen Stadtteile Dorff, Breinigerberg, Münsterbusch, Büsbach und Liester würden spürbar weniger Fahrzeuge zu erwarten haben.

Das geht aus den ersten konkreten Entwürfen des Planungsbüros hervor, das im Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (ASVU) eine vorläufiges Planung vorstellte. „Wir haben vor allem in Atsch und Breinig ein erhöhtes Konfliktpotenzial festgestellt”, sagte Projektbetreuerin Sylke Schwarz.

Bedeutet im konkreten Fall: Die L 12, die von Kornelimünster aus durch Breinig (Auf der Heide, Raiffeisenstraße) in Richtung Nachtigällchen führt, soll dank einer Umgehungsstraße - eine „Ortstangente” - von deutlich weniger Pendlern genutzt werden, ebenso die L 23 (Sebastianusstraße) in Atsch.

Bis zu 7000 Fahrzeuge weniger

Dort könnte der Binnen- respektive Ziel- und Quellverkehr von aktuell rund 10.000 Fahrzeugen täglich auf bis zu 3200 reduziert werden. Ein neues Verkehrskonzept sei insbesondere vor dem Hintergrund eines weiter ansteigenden Verkehrsvolumens von rund elf Prozent im gesamten Stadtgebiet bis 2025 notwendig.

„Und dann”, sagte Schwarz, „reichen die momentanen Ausfallstraßen nicht mehr aus”. Die Planer empfehlen den Bau einer Ortsumgehung für Atsch sowie eine nördliche Ausfallstraße für Breinig. Wann das Verkehrskonzept „Stolberg West” konkret umgesetzt werden kann, steht noch nicht fest.

Der Knackpunkt ist, wie in den meisten Fällen, das Geld. Darauf wies auch Andreas Pickhardt hin: „Wir können dem Landesbetrieb Straßenbau nicht einfach sagen, wir wollen hier und da, von x nach y, neue Straßen haben.” Der Fachbereichsleiter konterte damit Kritik von Seiten der Politik, ein ähnliches Konzept für die östlichen Stadtgebiete lasse nach intensiven Diskussionen und Vorschlägen im vergangenen Jahr weiterhin auf sich warten.

Pickhardt: „Die Landesregierung hat beschlossen, keine neuen Straßen zu bauen, sondern nur zu sanieren. Diese Hürden müssen wir auch erstmal nehmen.”

Von einem „sehr kritischen Verkehrsaufkommen im gesamten Stadtgebiet”, sprach Rolf Engels von der SPD. „Wir müssen da wirklich etwas tun. Auch wenn das natürlich seine Zeit braucht.” Paul Kirch (CDU) forderte, dass alle Fraktionen „mit geballter Kraft an einem Strang ziehen. Wir müssen dann auch mal nicht kleckern, sondern klotzen.”

Bis zur nächsten ASVU-Sitzung im November sollen interfraktionelle Gespräche stattfinden, wollen sich die Parteien auf eine gemeinsame Linie einigen. Und dann, etwa im Frühjahr 2011, könnte das Planungsbüro damit beginnen, die detaillierten Vorstellungen von Politik und Verwaltung auszuarbeiten. Zusätzlich soll es in den betreffenden Stadtteilen Info-Veranstaltungen für die Anwohner geben.
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