Neue Stromtrasse soll Stolberg nur marginal tangieren

Von: Jürgen Lange
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Stolberg. Die von der Amprion GmbH und dem belgischen Netzbetreiber Elia geplante Trasse für eine 320-kV-Höchstspannungs-Gleichstrom-Verbindung „Alegro“ (Aachen Lüttich Electricity Grid Overlay) zwischen Oberzier und der Bundesgrenze bei Lichtenbusch (41 Kilometer auf deutscher Seite) wird das Stolberger Stadtgebiet voraussichtlich nur marginal tangieren.

Zumindest dann, wenn der von den Antragstellern favorisierte Verlauf für die insgesamt rund 100 Kilometer lange Verbindung mittels Erdkabel nach Lüttich zum Tragen kommt. Die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken hat den auf deutscher Seite betroffenen Kommunen und Behörden jetzt mitgeteilt, dass sie auf einen sonst üblichen Scoping-Termin in ihrem Hause zu verzichten gedenkt: „Die Amprion GmbH hat mit den vom Vorhaben betroffenen Kreisen und Städten, der Landwirtschaft und den örtlichen Naturschutzverbänden bereits eine Vielzahl von Abstimmungsgesprächen zum Vorhaben durchgeführt“, erklärt die Regierungspräsidentin.

Die hierfür von allen Seiten bereits aufgebrachte Zeit möchte sie insofern würdigen, dass auf die Abstimmungsrunde verzichtet werden solle. Sollte es weitere umweltrelevante Forderungen zum Trassenverlauf des „Projektes von gemeinsamen europäischen Interesse mit vordringlichem Bedarf“ geben, sollen sie bis 31. Januar mitgeteilt werden. Sollte es dennoch Erörterungsbedarf geben, würde in diesem Fall doch noch ein Scopingtermin angesetzt.

Die Vorschlagstrasse verläuft von Oberzier aus weitgehend neben der Autobahn 4 bis zum Autobahnkreuz Aachen. Von dort folgt sie dem Verlauf der bestehenden Gas-Pipelines, berücksichtigt den Standort einer geplanten Gasverdichterstation, tangiert den Reichswald, folgt dem Verlauf der Verlautenheidener Straße (L23) zwischen Würselener Wald und Kalkberg, um vor Schwarzenbruch in Richtung Geisberg abzubiegen, wo die Von-Coels-Straße (L221) in Richtung Aachener Stadtgebiet gequert wird.

Bei anderen Trassen als die Vorzugsvariante, die allerdings laut Voruntersuchungen der Amprion zu größeren Konflikten und Problemen mit Umwelt, Verkehr und Bevölkerung führen würden, wäre Stolberg stärker betroffen. So würde die Variante B zwischen Mausbach und Breinig das FFH-Gebiet Schlangenberg sowie die Wasserschutzzonen Nachtigällchen und Mariaschacht tangieren. Die Variante C würde südlich von Stolberg im unmittelbaren Bereich der FFH- und Naturschutzgebiete Brückenberg, Bärenstein, Hammerberg, Bernhards- und Binsfeldhammer verlaufen.

Das Höchstspannungskabel soll in einem Kunststoff-Schutzrohr verlegt werden.

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