Neue Salzhalle pünktlich vor Wintereinbruch fertig

Von: Sarah-Lena Gombert
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Viel Platz für Streugut bietet die neue Salzhalle des technischen Betriebshofs der Stadt Stolberg. Da die alte Halle aus Metall abgerissen werden musste, ist in den vergangenen Monaten für 350 000 Euro eine eine neue in Holzbauweise entstanden. Hier können bis zu 1000 Tonnen Streugut gelagert werden. Foto: S.-L. Gombert
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Die städtischen Mitarbeiter sind nicht nur auf den Räumfahrzeugen im Einsatz, sondern auch zu Fuß. Foto: Archiv/J.Lange
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Georg Paulus, Leiter des städtischen Betriebsamtes, zum Winterdienst in Stolberg.

Stolberg. Sie wirkt auf den ersten Blick ein bisschen wie ein überdimensioniertes Gartenhäuschen: Seit einigen Wochen ist die neue Salzhalle des technischen Betriebshofs der Stadt Stolberg an der Industriestraße in Mausbach fertiggestellt. 350.000 Euro hat der Bau gekostet.

Er war notwendig, weil die alte Halle in die Jahre gekommen und nicht mehr betriebssicher gewesen ist, wie Georg Paulus, Leiter des Betriebsamts, auf Anfrage unserer Zeitung berichtet.

„Unsere Mitarbeiter haben in den letzten Tagen das gelagerte Salz von den vier alten Silos in die neue Halle transportiert“, erklärt Georg Paulus. Die alten Silos haben ein Fassungsvermögen von 130 Tonnen. Die neue Halle ist da mit einem Fassungsvermögen von 1000 Tonnen deutlich größer. Und hoch ist sie: „Die Lastwagen können in der Halle ihren Auflieger kippen“, beschreibt Paulus. Zu dem Trockensalz, das in der neuen Holzhalle gelagert wird, mischen die Mitarbeiter des Betriebshofs auch immer etwas flüssiges Streugut hinzu.

Paulus erklärt, warum: „Wenn wir nur trockenes Salz auf die Straßen schmeißen würden, dann würden die Salzkörner durch das erste vorbeifahrende Auto davongeweht.“ Ist das Material nass, haftet es besser am Straßenkörper. Die Salzmischung sorgt schließlich dafür, dass die Schmelztemperatur des Eises auf der Straße absinkt und tiefer als 0 Grad liegt.

Milde Winter sind günstig

Wie lange das eingelagerte Streugut reicht, hängt von der jeweiligen Witterung ab. „Der letzte Winter war wirklich sehr mild, wir haben im Vergleich zu den Vorjahren kaum Material verfahren“, erinnert sich Paulus. Während im Schnitt pro Winter in Stolberg etwa 1400 Tonnen Salz verbraucht werden, waren es im Winter 2015/2016 lediglich 226 Tonnen Streugut, die auf den Straßen und Gehwegen landeten. Das milde Wetter macht sich auch positiv im Stadtsäckel bemerkbar: Für das Streugut hat das Betriebsamt in der vergangenen Saison etwa 22.000 Euro ausgegeben. In strengeren Wintern liegt diese Summe deutlich höher. Zu den Kosten für das Salz kommen noch 57.000 Euro für Fahrzeuge und etwa 274.000 Euro Personalkosten hinzu.

In der Eifel hat es in den vergangenen Tagen schon erste Schneeflocken gegeben, die Stadt Stolberg ist in diesem Winter bislang noch von der weißen Pracht verschont geblieben. Trotzdem stehen die Mitarbeiter des Betriebshofs längst bereit: „Der offizielle Winterdienst geht bei uns von Anfang November bis Ende März“, berichtet Georg Paulus. Doch schon seit Mitte Oktober werden die Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes in Stolberg genau beobachtet.

Sinkt das Thermometer in Stolberg auf zwei Grad, wird gestreut, erklärt Paulus. „Wir haben die Stadt in acht Reviere aufgeteilt. In den Revieren ist jeweils ein Groß-LKW mit Schneepflug und Streuer unterwegs.“ Immerhin: Es sind 157 Straßenkilometer, die vom Betriebshof bedient werden. Pro Fahrzeug sind zwei städtische Mitarbeiter im Einsatz. Alleine darf niemand losfahren – schon deswegen nicht, weil man bei engen Straßenverhältnissen Hilfe beim Passieren braucht.

Vier Augen sehen eben mehr als zwei. Jeden Morgen zwischen 4.30 und 5 Uhr starten die Arbeiter des Betriebshofs ihre Runde, damit die wichtigsten Strecken um 6 Uhr bereits abgestreut sind. „Denn um diese Uhrzeit wird es erfahrungsgemäß noch einmal ein wenig kälter, und dann sind schon die ersten Berufspendler auf den Straßen“, erläutert Georg Paulus. Am Wochenende beginnt der Winterdienst eine Stunde später mit der Arbeit. Spät abends und nachts sind die Wagen hingegen nur in Ausnahmefällen unterwegs: „Zwischen 20 Uhr und sechs Uhr morgens besteht keine Räumpflicht“, sagt Georg Paulus.

Nicht überall kommt der Räumer

Auch kümmert sich der Stolberger Betriebshof nicht um alle Straßen im gesamten Stadtgebiet, nur um die gefährlichen und besonders wichtigen. „Wenn wir alle Straßen räumen würden, dann bräuchten wir mindestens doppelt so viele Fahrzeuge“, sagt Georg Paulus, und das sei finanziell nicht darstellbar. In der städtischen Straßenreinigungssatzung ist jedoch geregelt, dass auch die übrigen Straßen – zumindest theoretisch – ebenfalls geräumt werden, und zwar von den Anliegern, jeweils auf Grundstücksbreite und dann bis zur Straßenmitte, wie Georg Paulus erläutert. Einige Stolberger wissen sich aber anders zu helfen, indem sie beispielsweise einen Landwirt um Hilfe bitten.

Zu den acht großen Revieren kommen die Fußreviere hinzu. „Da kümmern sich die Mitarbeiter um das Freiräumen und Abstreuen von wichtigen Plätzen und Gehwegen“, sagt Georg Paulus. Und falls die Wagen nicht gerade auf der Straße unterwegs sind, wird an ihnen herumgeschraubt: Winterdienst ist materialfressend. Mal funktionieren die Streuteller nicht richtig, mal muss die Kante an der Schaufel erneuert werden: In der Werkstatt des Betriebshofs gibt es immer genug zu tun, sagt Paulus.

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