Stolberg - Neue Ratsvertreter: Tag der Wahl in den Stolberger Kirchen

Neue Ratsvertreter: Tag der Wahl in den Stolberger Kirchen

Von: Christoph Hahn
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Ruft die Gläubigen dazu auf, bei den Wahlen am Wochenende den Zusammenhang der Gemeinschaft der Gemeinden im Auge zu behalten: der Stolberger Pfarrer Hans Rolf Funken (rechts) mit Diakon Achim Jaskulski in der Mühlener Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt. Foto: Christoph Hahn
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Pfarrwahlen in der Büsbacher Gemeinde St. Hubertus: In diesem Jahr soll die Wahlbeteiligung besser werden. Archivfoto: Jürgen Lange

Stolberg. Kreuz und quer durch die Stadt sind Katholiken an diesem Wochenende zur Wahl aufgerufen. In den Gemeindezentren und Pfarrheimen geht es vor und nach den Messen am Samstagabend und Sonntagmorgen sowohl um die Wahl der Räte für die beiden Stolberger Gemeinschaften der Gemeinden (GdG) sowie um die Gemeinderäte der einzelnen Kirchen zwischen Velau im Norden und Zweifall im Süden.

Es ist kein leichtes Geschäft, dass den Verantwortlichen im Kleriker- und im Laienstand da in den Tage vor den Wahlen bevorsteht. Denn alten Fahrensleuten, den erfahrenen Pfarrern und den beschlagenen Gremiumsmitgliedern, fällt es zunehmend schwer, neue Kandidaten zu finden. Aber nicht nur das: In den vergangenen Jahren scheuten die Gläubigen zunehmend den Weg ins Wahllokal: Von 14 000 Katholiken der GdG Stolberg-Nord gingen 2016 nur etwa 300 zur Wahl.

Bessere Wahlbeteiligung

Das soll am Wochenende endlich besser werden, haben sich sowohl die Pastöre Ulrich Lühring und Hans Rolf Funken und der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende von St. Lucia, Paul Mathias Kirch, geschworen. Die Ebenen der Wahl, die zwei Räte, um die es dabei geht, spiegeln die gesamte vielschichtige Struktur katholischen Lebens in Stolberg wider. Denn mit Bildung der Pfarrei St. Lucia (mit der GdG identisch) zum 1. Januar 2010 gibt es eine Interessenvertretung der Stolberger Katholiken auf zwei Ebenen – in Nord übersieht der GdG-Rat das große Ganze, während die Pfarreiräte die Kirche vor Ort, in Münsterbusch, auf der Liester und anderswo repräsentieren.

In Süd, also in und um Breinig, Vicht, Mausbach und Schevenhütte, sehen die Strukturen etwas anders aus: Im Gegensatz zu Nord sind neun hier zusammengeschlossenen Pfarren selbstständig geblieben. Insofern gibt es hier nicht nur einen GdG-Rat, sondern, anstelle der Pfarreiräte in Nord, noch die altbekannten Pfarrgemeinderäte.

Ungeachtet des einigermaßen komplizierten Gesamtgefüges stellen sich den Verantwortlich in den beiden Gemeinschaften ungefähr ähnliche Probleme. So beklagt zum Beispiel der Breiniger Pfarrer Ulrich Lühring das Problem, überhaupt Bewerber zu finden: „Es hat Jahre gegeben, da haben wir für acht Sitze 15 Kandidaten aufgestellt.“

So erfreulich diese Zahl wirkt, so negativ wirkten sich damals die Nebeneffekte aus: „Dann wurden die überzähligen Leute nicht gewählt, und die waren dann frustriert.“ Das Finden von Kandidaten sei darum noch immer nicht einfach. Aber: „Wir sind froh und glücklich, Leute zu finden.“ Die anhaltende Zurückhaltung erklärt Lühring, der nach den Messen am vergangenen Wochenende engagiert für die Wahlen getrommelt hat, sich ganz einfach: „Ein Ehrenamtler, der nicht gewählt worden ist, ist verbrannt.“

Sehr erfahren in der Gremienarbeit ist Paul Mathias Kirch, auch bekannt als CDU-Fraktionsvorsitzender im Ratz der Kupferstadt. Der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende der Pfarrei (= GdG) St. Lucia steht bei den Urnengängen am Wochenende in vorderster Linie: „Ich organisiere die Wahl.“ Und dabei kann Kirch sicher ein um das andere Mal auf seine Erfahrungen in der Politik zurückgreifen. In der Mutterpfarre St. Luzia im Schatten der Burg sieht es bei den Bewerbern für einen Sitz im Pfarreirat indes arg mau aus: „Es hat sich keiner gefunden.“

Das Prozedere der Wahl an sich, erklärt der Politik-Profi, verläuft ähnlich wie bei Kommunal, Landtags- oder Bundestagswahlen. Überall, wo sich Katholiken zum Gottesdienst treffen, nimmt auch ein dreiköpfiger Wahlvorstand Platz – mit Wahlurne, Kabine und alle anderen Bestandteilen einer ordnungsgemäßen Abstimmung. Und wie im Großen, so endet auch in Stolberg-Nord der Wahlabend mit einer öffentlichen Auszählung der abgegebenen Stimmen.

Wie auch schon Kirch, so stimmt auch Pfarrer Hans Rolf Funken die Stimmberechtigten mit einem bestimmten Akzent – und dieser Aufruf gilt allen Katholiken in Atsch, Nühe, Oberstolberg, Velau und anderswo: „Interessieren Sie sich nicht nur für die Ortsgemeinde. Die ist zwar wichtig – aber darüber muss man auch das Gesamte sehen.“

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