Neue Perspektiven fürs Seniorenzentrum

Von: Michael Grobusch
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Der Neubau einer Pflegestation auf der benachbarten grünen Wiese ist Grundlage für den dauerhaften Fortbestand des Seniorenzentrums am Amselweg. Darauf haben sich die Stadt Stolberg und die LEG als Eigentümerin der Immobilie jetzt grundsätzlich verständigt. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Für die Bewohner dürfte die Nachricht einer vorgezogenen Bescherung gleichkommen: Nach jahrelangem Tauziehen haben sich die Stadt Stolberg und die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) auf die Feststellung geeinigt, dass ein wirtschaftlicher Betrieb und somit der Fortbestand des Seniorenzentrums am Amselweg nur durch den Neubau einer Pflegeabteilung außerhalb des bestehenden Gebäudes dauerhaft gesichert werden kann.

Damit wird das Ergebnis eines externen Wirtschaftlichkeitsgutachtens uneingeschränkt bestätigt. „Für mich war das schon immer klar“, wollte Sascha Saßen gestern im Gespräch mit unserer Zeitung nicht in Euphorie verfallen. Und dennoch räumt auch der Geschäftsführer der Betriebsführungsgesellschaft, die wiederum eine 100-prozentige Tochter der Stadt ist, ein, dass sich nun erstmals ganz konkret und greifbar eine neue Perspektive für die in die Jahre gekommene Einrichtung auftut.

Wenngleich noch nicht klar ist, wer die neue Pflegeabteilung bauen und/oder betreiben wird, ist deren nun offiziell anerkannte Notwendigkeit doch mit weiteren Konsequenzen verbunden, die für die Zukunft des Hauses von großer Bedeutung sind. „Die LEG ist grundsätzlich bereit, mögliche Kosten, die mit der Umwandlung des alten Pflegebereiches in neue Wohnungen verbunden wären, durch eine Stundung der Pacht auszugleichen“, erklärt Ferdi Gatz-weiler. Auch hierzu gebe es noch keine Details, so der Bürgermeister. Doch mit einer Minderung der Zahlungen von derzeit jährlich 370.000 Euro könne die Basis für einen von der Stadt angestrebten, langfristigen neuen Pachtvertrag geschaffen werden. „Eine mögliche städtische Ausgabe ist in diesem Bereich ein gangbarer Schritt, wenn sie sich gegenüber der Kommunalaufsicht auch wirtschaftlich darstellen lässt“, kann sich der Bürgermeister ein Engagement der Stadt unter bestimmten Bedingungen vorstellen. Zu denen würde in diesem Fall auch der Fortbestand der städtischen Betreibergesellschaft zählen. „Wobei man sich die Frage stellen muss, ob es zum Kerngeschäft einer Kommune gehört, eine solche Senioreneinrichtung zu führen“, so Gatzweiler.

„Das ist sehr wohl ihr Geschäft“, liefert Sascha Saßen die Antwort und verweist auf den steigenden Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung. „Im Rahmen des demografischen Wandels wird es zunehmend um die gesellschaftliche Teilhabe dieser Menschen gehen. Und da sehe ich die Kommune in der Pflicht.“

Ob die Stadt nun ihre Betriebsführungsgesellschaft halten und möglicherweise sogar als Investor auftreten wird, steht noch in den Sternen. So viel ist aber sicher: Vor Weihnachten wird es einen Architektentermin geben, bei dem die bis dato grob auf 1,5 Millionen Euro bezifferten Kosten für die Umwandlung der alten Pflegestation in einen ambulant betreuten Wohnbereich genau ermittelt werden. An diesem Tag soll es auch um weitere Maßnahmen im Haus wie beispielsweise eine Umnutzung des alten Liester-Kellers gehen.

Parallel dazu wird die Suche nach einem Investor für den Bau der neuen Pflegestation auf der benachbarten grünen Wiese fortgesetzt. „Die grundsätzlichen Entscheidungen werden im Frühjahr gefällt“, nennt Ferdi Gatz-weiler die zeitliche Vorgabe. Und mit Blick auf den Neubau stellt Sascha Saßen fest: „In drei Jahren sollte das Gebäude stehen.“ Wobei er eine reine Bauzeit von rund einem Jahr ansetzt.

Die kommenden Monate werden also den Ausschlag geben für das Modell der Zukunft. Dass das Seniorenzentrum prinzipiell eine solche haben wird, steht für Saßen fest. Der Geschäftsführer betont – ganz ohne Euphorie: „Ich bin mit der Entwicklung vollkommen zufrieden.“

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