Neue Perspektive für das Sozialkaufhaus

Von: Kolja Linden
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Die Mitarbeiter des Stolberger Sozialkaufhauses können wohl erst einmal aufatmen.

Nachdem Arge-Projektleiter Kurt Rieder bereits eine Verlängerung der Förderung um einen Monat bis zum 30. Juni angekündigt hatte, äußerte sich gestern auch NRW-Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann optimistisch, dass das Kaufhaus mit Produktionswerkstatt auch über diesen Termin hinaus weitergeführt werden kann.

„Ich bin sicher, dass wir bis dahin eine Lösung haben”, sagte Laumann am Rande seines Besuches im Stolberger Bethlehem-Krankenhaus. Die Haushaltssperre über 900 Millionen Euro ist aufgelöst, nun müssen die Mittel nur noch freigegeben werden. Sorgen, dass dies nur unter Bedingungen geschieht, die das Sozialkaufhaus und das Programm „Job-Perspektive” nicht einschließen, teilt der CDU-Politiker nicht: „Wenn es damit Probleme gibt, werde ich mich persönlich dafür einsetzen”, sagte Laumann unserer Zeitung.

Im Bethlehem-Krankenhaus traf der Minister gestern mit Ärzten, Pflegepersonal sowie dem Geschäftsführer Thomas Schellhoff und dem Ärztlichen Direktor Klaus Bläsius zusammen.

Dabei ging es um Krankenhauspolitik und die Zukunft der medizinischen Versorgung. Laumann kündigte an, nach der Einrichtung von Brustzentren in NRW auch Zentren für die Versorgung von Frühgeborenen schaffen zu wollen, um diese an das bessere Niveau anderer Bundesländer anzupassen.

Die Ankündigung stieß bei Dr. Heiner Kentrup auf Zustimmung; kritisch kommentierte der Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik jedoch die Eingruppierung und damit die Ausstattung von Krankenhäusern. Während das Bethlehem-Krankenhaus nämlich die Strukturvorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) voll erfüllt habe, erreiche es nicht die nötigen Fallzahlen. Frustrierend sei, dass man zunehmend Schwierigkeiten habe, ärztliches Personal zu finden, weil der Nachwuchs sich frage, ob man im Bethlehem überhaupt noch Neonatologie lernen könne. Dabei sei diese in Stolberg exzellent.

Und auf noch ein Problem in diesem Zusammenhang wies Kentrup hin: „Wir werden überall hingerufen, nach Würselen, Eschweiler, Simmerath”, so der Chefarzt. „Wenn die Neonatologie hier wegbricht, dann ist die Frühgeborenen-Versorgung in der ganzen Peripherie gefährdet.”

Einig zeigten sich Laumann und Schellhoff darin, dass die Änderung von Einzelförderung und Bettenplan hin zu einer Pauschalförderung der Krankenhäuser der richtige Weg gewesen sei. „Die Delegation von Bauentscheidungen war richtig”, bestätigte Schellhoff die Auffassung des Ministers auch mit Blick auf das Bethlehem.

Anders sieht das bei der ambulanten Versorgung aus. Dem Wunsch der Krankenhäuser, diese zum Beispiel durch den Betrieb medizinischer Versorgungszentren selbst ausweiten zu können, erteilte Laumann eine Abfuhr.
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